Thomas Marschel von der Band Atomic aus Furth schwärmt von Oasis im Wembley Stadion

Seit 16 Jahren herrschte um Oasis Funkstille. Jetzt ist die Band wieder da und sorgt erneut für Superlative. Sieben ausverkaufte Konzerte im Londoner Wembley Stadion. Bei einem davon war Thomas Marschel aus Furth im Wald im Landkreis Cham dabei und hat sich damit einen Traum erfüllt.
Thomas und Rainer Marschel sind die beiden Further Zwillingsbrüder, die mit ihrer Band Atomic als die legitimen deutschen Vertreter der Band Oasis bezeichnet wurden. Zu Beginn der 2000er-Jahre haben sie zusammengefunden und sich in der Brit-Pop-Szene einen Namen gemacht. 2012 wurde die Band aus Zeitgründen auf Eis gelegt, bevor es 2018 wieder live auf die Bühne ging. Auch die Köpfe der Band Oasis sind ein Brüderpaar. Liam und Noel Gallagher gründeten ihr Projekt 1991. Nach Welterfolgen, wie „Wonderwall“ und „Don‘t look back in anger“ kam es zum großen Streit, die Band schien Geschichte.
Doch dann das aufsehenerregende Comback: Sieben Mal spielen Oasis vor 91.000 Zuschauern im ausverkauften Wembley Stadion. 1,4 Millionen Karten wurden für die Welttournee verkauft. „14 Millionen haben allein versucht, in den ersten beiden Wochen als der Ticket VVK losging, Tickets zu bekommen“, sagt Thomas Marschel und ergänzt: „Ein Musikjournalist hat gesagt, sie hätten auch ein ganzes Jahr jedes Wochenende vor vollem Haus in Wembley spielen können.“
Karten waren schnell weg
Dementsprechend schwer war es, Karten zu ergattern. Mehrere Freunde haben sich angemeldet und sich um die begehrten Tickets beworben. Ein fast unmögliches Unterfangen, wenn Marschel erklärt, dass die Tour seit September 2024 ausverkauft ist. Die Karten für die komplette Welttournee waren nach wenigen Tagen vergriffen, die für die England-Konzerte schon nach zwei Stunden. Der Umstand, dass er den Oasis-Fan-Newsletter seit den 1990er Jahren abonniert hat, könnte geholfen haben, meint er. Es habe so etwas wie eine Vorauswahl gegeben, um für die Fans der ersten Stunde die Chancen zu erhöhen. Umso größer war die Freude, dass es letztlich geklappt hat und Thomas zusammen mit Atomic-Schlagzeuger Benedikt Schweiger zum Konzert seines Lebens aufbrechen konnte. „Ich habe Oasis schon über 30 Mal gesehen, aber dieses Konzert am 26. Juli war einfach perfekt“, sagt der Hardcore-Fan und bestätigt, dass das Adrenalin auch heute noch durch seine Adern sprudelt.

Doch es ist gar nicht mal nur die Musik, die ihn bei seinem Londontrip so begeistert hat. Die Freude hat ihn schon vor dem Konzert gepackt. Als er ins Stadion und in seinen Block marschiert ist, sich auf die Stufen in der Arena gesetzt hat und aus den Lautsprecherboxen seine Lieblingsmusik der 1990er Jahre lief, sind ihm spontan die Tränen gekommen, so ergriffen war er. Für eine unvergessliche Nacht kam das Lebensgefühl der Zeit zurück, in der man Musik, Partys und Freundinnen erstmals erlebt hat. Gepaart mit der friedvollen Atmosphäre, der unfassbaren Stimmung, die bis in die letzten Reihen spürbar war, ergab das einen Mix, der Marschel schwärmen lässt: „Es war das beste Oasis-Konzert meines Lebens.“ Eine Zeitreise, die sich tatsächlich echt angefühlt hat. Es sind dabei nicht die anfangs erwähnten Hits, die zu seinen Lieblingssongs gehören. Slide Away oder Cigarettes & Alcohol, beide aus dem Jahr 1994, gehören zu seinen Favoriten. Er zeigt ein kurzes Video. Auf Aufforderung der Band drehen 91.000 begeisterte Besucher der Bühne den Rücken zu, halten sich an den Schultern, hüpfen enthusiastisch auf der Stelle und singen lautstark mit.

„Absolut irre, Gänsehaut pur, die Leute haben den Gesang aus der Lautsprecheranlage bei fast jedem Song übertönt.“ Wirkt das Konzert nach? „Auf jeden Fall“, sagt Marschel. Er hat noch mehr Lust bekommen Musik zu hören, ist motivierter, selbst Musik zu machen und auf Konzerte zu gehen. Fast könnte man glauben, er ist aus einem Dornröschenschlaf erwacht, wenn er sagt: „Die Motivation in allen Lebenslagen ist wieder viel größer.“
Unbezahlbares Privileg
Wenn er das sagt, versteht man auch, warum er auf seine Karte, für die er 150 Euro bezahlt hat, niemals verzichtet hätte. „Mir wurden bis zu 2000 Euro für das Ticket geboten. Aber dieses Privileg Oasis, die sich 2026 wieder trennen wollen, live zu sehen, hätte ich für keinen Preis der Welt aus der Hand gegeben.“