Absturzgefahr? Stadtmauer in Berching soll sicherer werden

Der Bürgermeister hält die begehbare Stadtmauer in Berching für zu gefährlich. Deshalb hatte er sie kurz vor dem Start der Tourismus-Saison gesperrt. „Schnellstmöglich“ wolle die Stadt die begehbaren Bereiche wieder betretbar machen, hatte er im März gesagt. Jetzt geht es voran – zumindest hinter verschlossenen Türen.
Wie die Stadt Berching auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt, erwartet die Verwaltung „noch im Sommer 2025“ drei Vorschläge, wie der begehbare Teil absturzgesichert werden kann.
Absturzsicherung für Stadtmauer: Drei Varianten zur Auswahl
Das Ingenieurbüro Lerzer aus Neumarkt plant die Varianten, die mit dem Denkmalschutz und weiteren Stellen abgestimmt werden. Nach Angaben der Stadt werden auch die Altstadtfreunde miteinbezogen. Unsere Zeitung hatte auch das Landesamt für Denkmalpflege zur Absturzsicherung befragt. Allerdings sei der zuständige Mitarbeiter diese Woche nicht zu sprechen, weshalb die Behörde keine Aussagen zu der Wehrmauer tätigte.
Mit der Absturzsicherung soll der circa 220 Meter lange Teil der Stadtmauer zwischen Bettelvogtturm und Storchenturm wieder begehbar gemacht werden. „Denn die historische Stadtmauer ist touristisch und heimatpflegerisch ein sehr wichtiger Bestandteil von Berching“, schreibt die Stadt.

Der Bürgermeister hatte den begehbaren Bereich der Stadtmauer im März kurzfristig gesperrt. Aus Haftungsgründen, wie er damals mitgeteilt hatte. „Es ist einfach zu gefährlich. Wenn da etwas passiert und jemand fünf Meter in die Tiefe stürzt, haftet die Stadt beziehungsweise der Bürgermeister“, begründete Eisenreich damals. Die Absturzgefahr sei zu groß.
Stadtmauer in Berching ist unterschiedlich gesichert
Normalerweise kann man die Stadtmauer über Treppen an mehreren Stellen hinaufsteigen. Einheimische und Touristen können auf der Wehrmauer gehen. Doch theoretisch könnte ein Kind unter dem Holzbalken herunterfallen und auf dem Steinpflaster landen. Denn an manchen Stellen ist nur ein Holzbalken als Handlauf angebracht, etwa auf Hüfthöhe eines Erwachsenen. An manchen Stellen hingegen schützen drei Balken Personen davor, abzustürzen.
Die Mauer, die sich schon ewig so präsentiert, soll nun sicherer gemacht werden. Nach Angaben der Stadt sollen die Bauarbeiten noch heuer starten, um so schnell wie möglich die Sperrung wieder aufzuheben.
Was die Absturzsicherung kostet und wann die Mauer wieder begehbar ist, kann Veronica Platzek vom Stadtmarketing derzeit noch nicht sagen. Sie geht aber davon aus, dass die Stadtmauer spätestens im kommenden Frühjahr wieder begehbar sein wird. „Wenn es früher der Fall ist, wäre es umso besser.“
Stadtmauer in Berching soll saniert werden
Neben der Absturzsicherung arbeitet die Stadt im Hintergrund auch an der Sanierung der gesamten Stadtmauer. Drei Firmen haben dafür ein Angebot eingereicht. Im Herbst sollen die Arbeiten für das Vorprojekt vergeben werden, teilt die Stadt mit.
Das Ziel der Arbeiten ist, per Drohne und mit Fotoaufnahmen zu dokumentieren, in welchem Zustand die Stadtmauer ist und in welchem Bereich nachgebessert werden muss. Das Landesamt für Denkmalpflege soll nach Wunsch der Stadt anhand der Bestandsaufnahme kleinere Sanierungsmaßnahmen schon im Vorfeld erlauben. Dann kann die Stadt bei Bedarf schnell handeln. Sobald die Arbeiten an eine Firma vergeben worden sind, wolle man „zeitnah“ damit starten, teilt die Stadt mit.