Ein Jahr des Leitens und des Lernens: Heinrich Achatz zieht erste Zwischenbilanz als Rektor

In seinem ersten Jahr als Rektor der größten Grund- und Mittelschule in der Oberpfalz hat er selbst sehr viel gelernt, berichtet Heinrich Achatz.
Die Gesamtverantwortung über rund 740 Schüler und aktuell 82 Lehrer in Roding zu tragen, sei nicht einfach, aber: „Es macht mir riesigen Spaß, und ich denke, es ist auch recht rund gelaufen in diesem Schuljahr.“
Vorgänger war 17 Jahre lang im amt
Das größte Kompliment hätten er und seine beiden Konrektoren Alexander Schraml (Mittelschule) und Kristina Vogl (Grundschule) von einem Lehrer bekommen, als dieser gefragt wurde, ob sich für das Kollegium viel verändert habe: „Er hat gesagt, dass es keinen Bruch gegeben hat.“ Nach 17 Jahren zuvor, in dem sein Vorgänger Günter Kaniber im Chefsessel gesessen hat, keine Selbstverständlichkeit, findet Achatz.
„Mir war bewusst, dass ich in sehr große Fußstapfen trete“, erzählt der Rektor der Grund- und Mittelschule. Er habe Kaniber aber nie kopieren wollen, „das hätte auch nicht funktioniert“. Wohl aber hat er vieles in den Abläufen von seinen Vorgängern übernommen. „Never change a running system“, meint Achatz dazu, nur an kleinen Stellschrauben sei gedreht worden. Der Übergang habe nahtlos sein sollen, sofern er es überblicken könne, sei dies auch meist gelungen, meint der Schulleiter. Zu viel zu verändern sei bei einer Schule dieser Größe seiner Meinung nach auch nicht sinnvoll.
„Mensch bleiben“
Verändern dürfe sich auch nicht, „Mensch zu bleiben und ein Gespür für Kinder zu haben“, erzählt er. Auch auf Probleme, die nicht schulischer Art seien, gelte es einzugehen. „Als Lehrer ist man nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Psychologe, Pädagoge und manchmal Eltern-Ersatz“, weiß er aus Erfahrung.
Er habe vor seinem Amtsantritt „riesigen Respekt“ vor der Leitungsrolle an einer solch großen Schule gehabt, fühlte sich als langjähriger Konrektor aber gut vorbereitet. „Für alles war ich es dann doch nicht“, berichtet Achatz mit einem Schmunzeln, es gebe immer wieder Probleme, mit denen man nicht rechnen könne. Trotzdem mache es ihm Freude, wie er betont, „ich komme jeden Tag gerne in die Schule“.
Bei unserer Schulform muss man ein Allrounder sein.
Die Hauptunterschiede zu seiner vorherigen Tätigkeit? „Ich bin jetzt weniger mit der Organisation der schulischen Abläufe beschäftigt, habe aber viel mehr Kontakte zu Eltern, Schulamt, Regierung der Oberpfalz, Stadt und anderen Organisationen“, erzählt er. So habe er in seinem ersten Jahr als Leiter auch viel selbst lernen müssen, resümiert Achatz.
Vier Stunden in der Woche hält der Rektor auch selbst noch Schulstunden in Informatik, dazu kommen Vertretungen in allen möglichen Fächern. „Bei unserer Schulform muss man als Lehrer ein Allrounder sein“, erklärt er.
Selbst noch vor Klassen zu stehen und zu unterrichten, sei aus mehreren Gründen für ihn sehr wichtig, betont Achatz. Zum einen gehe so der direkte Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen nicht verloren, „man bekommt es direkt mehr mir, sieht gewisse Trends oder Veränderungen“. Zum anderen helfe es auch, die Lehrer besser zu verstehen, wenn man auch selbst direkt mit den Schülern zu tun habe. „Außerdem bin ich sehr gerne Lehrer und möchte deshalb auch das Unterrichten nicht missen“, macht Achatz deutlich.
Insgesamt sehr zufrieden
Insgesamt sei er sehr zufrieden damit, wie das erste Jahr im Chefsessel verlaufen sei. „Ich hoffe, das geht so weiter, und wir bekommen nicht wieder viele Probleme von außen wie durch die Corona-Pandemie“, erzählt er. Achatz freut sich auf sein zweites Jahr als Rektor, „ich bin jetzt alles schon mal durch, und bis jetzt hat es auch funktioniert.“
Zunächst freut er sich aber auch auf seine ersten großen Ferien als Schulleiter – auch wenn diese bei ihm nicht so lange dauern wie bei anderen. In der kommenden Woche werde er noch ein paar Tage an der Schule sein, um für das neue Schuljahr vorzubereiten und zu sehen, welche Lehrer letztlich zugewiesen wurden, erklärt er.
34 Klassen sind für das neue Schuljahr geplant
Und dann ist er auch in der Woche vor dem Schulstart mit seinen beiden Stellvertretern und mehreren Lehrern wieder da, wenn es unter anderem gilt, den Stundenplan zu erstellen und die letzten Vorbereitungen für den Start zu treffen.
An der Zahl der Schüler und Lehrer werde sich wenig ändern, denkt Achatz, 34 Klassen und damit eine weniger als in diesem Schuljahr, sollen gebildet werden. „Ob dann alles so kommt wie geplant, zeigt sich bei uns aber erst am ersten Schultag“, weiß der Rektor.