Durchschnittsgehalt: So viel verdienen die Menschen in Ostbayern

Von Gerd Otto · 4. August 2025 um 05:00

Im Schnitt verdienen die Bayern erstmals mehr als 4000 Euro monatlich – wie ist die Lage in der Region? Und welche Rolle spielt ein Berufsabschluss?

Im Schnitt haben die 3,8 Millionen Vollzeitbeschäftigten in Bayern zum ersten Mal mehr als 4000 Euro im Monat verdient. Wie der Chef der Arbeitsagenturen, Dr. Markus Schmitz, mit Blick auf die neueste Entgeltstatistik erklärt, wurde für die Arbeitnehmer im Freistaat ein sogenanntes Medianentgelt von 4166 Euro monatlich ermittelt, bundesweit lag es bei 4013 Euro.

Für die konkrete Höhe des Einkommens spielen insbesondere die Qualifikation des Beschäftigten – also etwa der Aspekt, ob ein anerkannter Berufsabschluss vorliegt – sowie die Rubriken Akademiker, Helfer, Fachkraft, Spezialist oder Experte eine entscheidende Rolle. Aber auch Wirtschaftsbranchen und Betriebsgrößen sind für die beträchtlichen Unterschiede relevant. So zahlen große, zumeist tarifgebundene Betriebe erfahrungsgemäß höhere Löhne.

Ingolstadt in Bayern auf Platz 1

Obwohl das durchschnittliche Einkommen auf Bundesebene aktuell rund 150 Euro unter dem bayerischen Wert liegt, rangiert Bayern im Ländervergleich nur auf dem fünften Platz – hinter Hamburg, Baden-Württemberg, Hessen und Berlin. Andererseits: Zu den zehn Regionen mit dem höchsten Bruttomonatsentgelt Deutschlands gehören mit Ingolstadt (Nummer eins), Erlangen (2) und München (4) sowie dem Landkreis München (9) nicht vier aus dem Freistaat.

Auch in Bayern selbst gibt es erhebliche Lohnunterschiede – dem Städte-Trio Ingolstadt mit 5855 Euro, Erlangen (5769) und München (5362) stehen die Landkreise Hof mit 3294 Euro, Coburg (3313) und Kronach mit 3353 Euro gegenüber. Für Ingolstadt, Erlangen und München verweist die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit auf die dort ansässigen Großunternehmen der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie, der Wissenschaft oder der Kommunikationsbranche mit bis zu 7400 Euro Medianentgelt, während in den gleichen Branchen rund um Hof, Coburg und Kronach deutlich weniger gezahlt werde, nämlich rund 3400 Euro.

In welchen Branchen gibt es das höchste Gehalt

Apropos Branchen: Bayernweit wird mit 6028 Euro im Schnitt das höchste Entgelt in der Informationsbranche erzielt, während man im Gastgewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung nur auf Werte von 2671 beziehungsweise 2667 Euro kommt.

Am deutlichsten angestiegen, darauf macht Siegfried Bäumler von der Arbeitsagentur Schwandorf aufmerksam, sind die Einkommen für Fachkräfte, was auch den deutlichen Unterschied zur Gruppe ausländischer Staatsangehörigen erkläre: „Zuwanderer nutzen nämlich oftmals weniger qualifizierte Beschäftigungen zum Einstieg ins Berufsleben.“ Aber auch generell lohne es sich, einen verpassten Abschluss nachzuholen, „weil man dann in der Regel einfach mehr Geld in der Tasche hat“. Bäumlers Regensburger Kollege Fred Gaida fordert mit Blick auf den Ausbildungsmarkt zum „Endspurt“ auf: „Wir bieten in den Ferien Termine an.“

Das bekommen die Menschen in Regensburg

All dies lässt sich am Beispiel der Stadt Regensburg gut verdeutlichen. Bei einem Medianentgelt von 4500 Euro (Amberg 4019 Euro, Passau 4061 Euro, Landshut 3928 Euro, Straubing 3764 Euro, Weiden 3589 Euro) beträgt der Wert „ohne Berufsabschluss“ 3172 Euro, für Experten hingegen 6945 Euro. Die 67 537 deutschen Arbeitnehmer in Regensburg verdienen im Schnitt 4745 Euro, bei den 13 860 Ausländern sind es 3257 Euro. Während für die Arbeitnehmer unter 25 Jahren ein Einkommen von 3369 Euro und für „unter 55 Jahren“ ein Wert von 4609 Euro ermittelt wurde, beträgt das Medianentgelt für Ältere 4796 Euro.

Beim Durchschnittseinkommen in Ostbayerns Landkreisen dominiert Dingolfing-Landau (4488 Euro) vor Neumarkt (3946), Landshut (3829), Kelheim (3786), Regensburg (3753), Schwandorf (3723), Regen (3574), Cham (3553), Rottal-Inn (3531), Freyung-Grafenau (3477) und dem Landkreis Passau mit 3442 Euro.