Krankenhausgelände in Roding ist verkauft: Investor will hier die Sana-Pläne umsetzen

Von Christoph Klöckner · 31. Juli 2025 um 19:00

Es geht um gut 45.000 Quadratmeter Grund mit einem großen Gebäudekomplex darauf und um Millionen Euro, die dort spätestens ab 2026 investiert werden sollen: Der Gesundheitscampus Roding im Landkreis Cham ist am Mittwoch wieder einen Schritt weiter in die Zukunft gegangen.

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„Das ist ein Meilenstein!“ – befanden die beteiligten Parteien – Sana, der Landkreis, die Stadt Roding sowie der Investor Hans Feldbauer, der das Gelände jetzt nach und nach übernimmt. Der Vertrag dafür sei am Dienstag bei der Rodinger Notarin Katharina Marchner unterzeichnet worden. Am Mittwoch bekam er in nichtöffentlicher Sitzung vom Kreistag die Zustimmung.

Start mit dem Ärztehaus

Zum Kaufpreis der großen Immobilie des ehemaligen Krankenhauses Roding wollten die Vertragsparteien nichts sagen, jedoch soll es sich dem Vernehmen nach um ein Ein-Euro-Geschäft gehandelt haben. Dafür wurde der Rodinger Bauunternehmer im Gegenzug vertraglich verpflichtet, Millionen in Abriss und Neubau zu stecken, um die festgeschriebenen Ziele der ambulanten Rundumversorgung nach dem Vier-Säulen-Modell zu erreichen.

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So wie es Landrat Franz Löffler wie auch die Sana-Vertreter Dr. Thomas Koch und der Sana-Beauftragte für Roding, Klaus Fischer sowie Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl erläuterten, richtet sich der Eigentumsübergang an Hans Feldbauer nach dem Fortgang des Umsetzens des Vier-Säulen-Modells. Es bestehe eine Bauverpflichtung.

Start mit 20 Millionen-Invest

In Kooperation mit dem Sana-Konzern wird die Firma Feldbauer notwendige Neubauten oder Umbauten auf dem Gelände umsetzen. Zunächst wird ein großes Ärztehaus entstehen, das wie geplant neben dem Eingangsbereich gebaut werden soll – dort wo jetzt Besucherparkplätze und Bushaltestelle zu finden sind. Erste Vorarbeiten würden noch in diesem Jahr starten, sagte Hans Feldbauer.

Viele Gebäudeteile des Krankenhauses in Roding kommen wohl weg. - Foto: O. Hausladen

„Der Neubau wird nach jetziger Schätzung etwa 18 bis 20 Millionen Euro kosten“, sagte Feldbauer. Dort werde eine Nutzfläche von 4500 Quadratmetern entstehen, die etwa durch Facharztpraxen oder einen ambulanten OP-Bereich belebt werden sollen. Es seien einige spannende und anstrengende Monate bis zur Einigung gewesen, so Feldbauer: „Schön ist, dass alle das gleiche Ziel haben!“

Ende 2027 betriebsbereit

Er wolle nun schnell zum Eingabeplan für das Ärztehaus kommen, um im Frühjahr 2026 zu starten. „Es gibt schon viele Interessenten“, betonte er. Spätestens im Herbst 2027 soll das Gebäude betriebsfertig sein. Parallel dazu werde an der Umsetzung von Pflegeeinrichtungen gearbeitet – hier sei der Betreiber noch offen. Sana werde nach der Fertigstellung die für sie nötigen Räume für die eigenen Ärzte oder auch für ambulante Operationssäle von der Firma Feldbauer mieten, erläuterte Chams Sana-Geschäftsführer Dr. Koch die Kooperation. „Damit schwimmen wir vor der Welle“, so der Sana-Manager mit Blick auf die bundesweite Entwicklung. Es gehe um Qualität, die auch über Baustruktur komme.

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Klaus Fischer betonte, dass es zwar aktuell ambulante Medizin im Altbestand gebe, doch dies „kein baulicher Dauerzustand“ dafür sei. Daher solle hier zügig neu gebaut werden. Der Standort sei gut, laufe er im Neubestand, werde dies neue Interessenten anlocken, etwa aus Regensburg. In einem zweiten Bauabschnitt nach dem Ärztehaus sollen dann groß dimensioniert vom Unternehmen Feldbauer ein Pflegezentrum entstehen wie auch die Pflegeschule neu gebaut werden. Ob das BRK mit seiner Pflegeeinrichtung, die derzeit im alten Krankenhaus zuhause ist, bleibt, ist offen. Man sei in Verhandlungen, hieß es dazu.

Viel Potenzial für Stadt

Landrat Franz Löffler schaute zurück auf den Start der Partnerschaft mit Sana im Jahr 2011. Der Landkreis habe sich nicht treiben lassen von Berliner Entscheidungen, sondern hier selbst Verantwortung übernommen. 2020 habe man den Weg für die drei Häuser festgelegt – Cham als zentrale Einrichtung mit besten stationären Medizinangeboten, Bad Kötzting mit Geriatrie und Roding als ambulanter Standort. Es sei dann ein Lernprozess gewesen, dass das ambulant orientierte Vier-Säulen-Modell nicht 1:1 in die alten Gebäude passe, sondern Neubauten nötig seien. Die werde es nun geben. Der Investor verstehe das Konzept, meine es ernst und sei in Roding vernetzt. Ob am Ende alle noch bestehenden Gebäude wegkämen, sei noch offen, so Löffler.

Rodings Bürgermeisterin betonte das große Entwicklungspotenzial, das sich mit der Fläche erschließe. Auch Wohnen solle dort im nächsten Schritt möglich sein. Ein Pluspunkt sei sicher der örtliche Investor.