Schließung des Krankenhauses Roding konnte nicht abgewendet werden, Arbeit war aber nicht umsonst

Von Oliver Hausladen · 12. Januar 2025 um 11:00

Fast 25 Jahre lang hat der Verein Pro Gesundheit für den Erhalt des Rodinger Krankenhauses gekämpft, letztlich ohne Erfolg. „Dennoch war die Arbeit nicht vergeblich. Ich bin mir sicher, dass ohne die Stimme von Pro Gesundheit die Schließung des Krankenhauses wesentlich früher gekommen und eine gute Nachfolgelösung weniger wahrscheinlich gewesen wäre“, sagte der Vorsitzende Dr. Michael Jobst bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Hecht, die auch die letzte war, denn der Verein hat sich nun aufgelöst.

„Nach reiflicher Überlegung sahen wir die Zeit für eine Auflösung des Vereins gekommen. Der Gesundheitscampus Roding ist auf einem guten Weg und wird mit der Firma Feldbauer durch einen örtlichen Investor weiterentwickelt. Bei allem Schmerz über die Schließung der stationären Versorgung in Roding sehen wir als Verein Pro Gesundheit das neue Konzept als eine zukunftsorientierte Nachfolgelösung“, begründet Jobst die Entscheidung.

„Wollten Sprachrohr sein“

Der Verein, der zuletzt 63 Mitglieder hatte, habe dafür gestanden, dass die Rodinger im Bereich der Gesundheitsversorgung nicht alles mit sich machen lassen. „Wir haben uns bemüht, ein Sprachrohr für die Bevölkerung zu sein, kritisch, aber gleichzeitig auch konstruktiv“, erläuterte er.

Jobst blickte in seinem Rechenschaftsbericht noch einmal zurück auf die Veranstaltungen und Aktivitäten des Vereins seit der vorangegangenen Jahreshauptversammlung am 7. Februar. So waren etwa Vereinsvertreter mit dabei, als Gesundheits-Staatsminister Klaus Holetschek den Gesundheitscampus besuchte. Es habe Berichte in mehreren Medien und Gespräche mit dem Projektbeauftragten von Sana, Klaus Fischer, gegeben. Auch beim Tag der offenen Tür am Gesundheitscampus war der Verein präsent.

Feuerwehren und Vereine mit Spenden unterstützt

Mit jeweils 500 Euro unterstütze Pro Gesundheit mehrere Feuerwehren und Vereine für die Anschaffung von Defibrillatoren: FFW Fronau, FFW Kalsing, FFW Strahlfeld, FFW Ziehring, BSV Vaillant Eissock und Dorfverein Kalsing.

Zu Beginn der Versammlung informierte der Sana-Projektbeauftragte Fischer über den aktuellen Stand und den in der Zukunft geplanten Ausbau des Gesundheitscampus und stand den Mitgliedern Rede und Antwort. Unter anderem soll ein Ärztehaus auf dem Areal entstehen. Mit der Firma Feldbauer aus Roding sei vor Ort ein privater Investor gefunden worden, um die Pläne umzusetzen.

Dies sei ein wichtiger Meilenstein für die Entwicklung des Gesundheitscampus, lobte Jobst. Das Unternehmen Feldbauer stehe mit seinem Namen dafür ein, dass das Projekt weitergebracht werde. „Es wird nicht dazu kommen – wie vielfach befürchtet –, dass aus dem Rodinger Krankenhaus eine Ruine wird“, betonte er.

Schatzmeister Alfred Reger wurde durch die Kassenprüfer Hans Winklmann und Jupp Brantl eine einwandfreie Kassenführung bestätigt.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl bedankte sich für die „wichtige Arbeit des Vereins“ und hob hervor, dass die Entwicklung des Gesundheitsstandortes Roding ohne diese breite Unterstützung der Bevölkerung auch anders hätte ausgehen können. Die Zusammenarbeit sei immer sehr gut gewesen, die Diskussionen stets sachlich und zielführend geführt.

Nachdem nun alle Weichen für eine positive Zukunft am Krankenhausstandort gestellt seien, sei die Auflösung des Vereins nachvollziehbar. Ein großer Dank gebühre den beiden langjährigen Vorsitzenden, Altbürgermeister Franz Reichold und Dr. Michael Jobst und deren Vorstandschaften für das immense und so wichtige Engagement, so die Bürgermeisterin.

Dank an Unterstützer

Zum Schluss der Versammlung hat sich Jobst als Vorsitzender bei den Mitgliedern der Vorstandschaft, den Kassenprüfern sowie Bürgermeisterin Riedl und Altbürgermeister Reichold mit kleinen Präsenten für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bedankt.