Nach dem tagischen Tod von Laura Dahlmeier: Auch der Klimawandel zerstört das „Gipfelglück“

Der Schock über den tragischen Tod von Laura Dahlmeier am Laila Peak im pakistanischen Karakorum-Gebirge sitzt tief. Zugleich wird sie von allen Seiten gewürdigt. Nach dem Berg-Tod der Ex-Biathletin wird auch der Klimawandel ein Thema.
Im Amtszimmer von Elisabeth Koch steht seit Mittwoch eine Kerze. Die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen hat sie nach der schockierenden Nachricht vom Tod von Laura Dahlmeier angezündet und ans Fenster gestellt. „Tief erschüttert und voller Trauer nehmen wir Abschied von unserer Ehrenbürgerin Laura Dahlmeier“, ließ sie dazu ausrichten. Und nicht nur in der Heimat der verunglückten Doppel-Olympiasiegerin im Biathlon bleibt die Anteilnahme groß.
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Viel Anerkennung für Dahlmeier
Von großen Alpinisten kommt unterdessen viel Anerkennung für Dahlmeier, die am Montag am Laila Peak in Pakistan durch einen Steinschlag zu Tode kam. Die Bergsteiger-Ikone Reinhold Messner betonte, sie habe zu den „besten Bergsteigerinnen der Welt gehört“, sie werde in der Szene fehlen. Dani Arnold, einer der besten Speed-Bergsteiger der Welt, sagte Münchner Merkur/tz, Dahlmeier sei „extrem talentiert“ und „sehr vorsichtig“ gewesen.
Messner und Arnold weisen jedoch darauf hin, dass es am Berg auch unkalkulierbare Risiken gebe – nicht zuletzt hervorgerufen durch die globale Erwärmung. Dadurch, sagte Messner bei RTL/ntv, würden die „Felsberge bis auf 2000 Meter herunter lockerer, beziehungsweise brüchiger werden“. In der Folge könnten sich „Steine lösen und abfallen“.
Es ist alles perfekt gelaufen, bis auf diese Gefahr von oben, die zu den tödlichsten Gefahren im Bergsteigen gehört.
Bergsteiger-Ikone Reinhold Messner
Durch den Klimawandel, bestätigt Arnold, „kommt immer mehr Bewegung in den Fels“, das sei beim Klettern „regelrecht zu spüren“. Es sei sehr schwierig, „nahezu unmöglich“, sich dagegen zu schützen. Wenn sich ein Stein löse und herabstürze, „reißt er andere Steine mit oder schlägt sie mit“, erklärt Messner, „wenn Steine kommen, dann ist kaum eine Rettung möglich.“
Dahlmeier sei sicher aufgebrochen „mit der Überzeugung, dass sie der Sache gewachsen ist und nichts passieren wird“, sagte der 80 Jahre alte Südtiroler. „Wir Menschen sind menschlich“, ergänzte er, „wir machen Fehler, auch wenn das hier nicht der Fall war. Im Gegenteil: Es ist alles perfekt gelaufen, bis auf diese Gefahr von oben, die zu den tödlichsten Gefahren im Bergsteigen gehört.“

Wissen um die Risiken
Die ausgebildete Bergführerin Dahlmeier kannte diese Gefahren, wie sie in einer ZDF-Dokumentation versicherte. „Ich bin mir bewusst, dass es alpine Gefahren gibt und dass dies ein Risiko birgt“, sagte sie. „Wir alle wissen ganz genau, dass immer ein Restrisiko bleibt“, erläuterte Messner, „denn die Natur ist viel stärker, als wir uns das vorstellen können“.
Im Wissen um diese Risiken ließ Dahlmeier sogar ihre Familie oft im Dunkeln. „Sie sagt mir nicht viel, wo sie hingeht. Meistens erst immer hinten nach“, sagte Vater Andreas, Bereichsleiter der Bergwacht in Garmisch-Partenkirchen, in der Doku des ZDF. Wenn sich die Tochter nach ihren Touren gemeldet habe, sei er beruhigt gewesen, aber: „Die Gefahr ist immer da, die ist überall.“
Von der Besteigung der höchsten Berge der Welt habe sie schon als Kind geträumt, hat Dahlmeier gesagt – und: „Es erfordert, umsichtig zu sein.“ Zu ihrer Umsicht kam auch die Hoffnung auf „Gipfelglück“, ein Wort, das auf ihrem Karabiner stand – „hoffentlich habe ich es“, sagte sie. Diesmal hatte sie es nicht.