Messner über Dahlmeier-Rettungsaktion in Pakistan: „Thomas Huber wird alles tun“

Große Sorgen um Biathlon-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier (31): Im Karakorum-Gebirge in Pakistan läuft ein Rettungseinsatz, um die nach einem Steinschlag mindestens schwerstverletzte passionierte Bergsteigerin zu retten. Mit dabei ist Extrembergsteiger Thomas Huber aus dem Berchtesgadener Land. Reinhold Messner hat sich nun zum Rettungseinsatz geäußert.
Wenn Thomas Huber vor Ort ist, wird er alles tun, um Hilfe und Rettung zu bringen. Aber Wunder kann er auch nicht vollbringen.
Reinhold Messner
Thomas Huber gehört laut eines pakistanischen Behördensprechers zu den vier erfahrenen Bergsteigern, die zusammen mit zwei Bergträgern in zwei Teams auf dem Berg unterwegs seien, um die 31-Jährige zu bergen. Der Laila Peak liegt unweit des K2, des zweithöchsten Bergs der Welt, nahe der Grenze zu China. Die Region zieht jedes Jahr Bergsteiger an, die Risiken durch Lawinen und Unwetter sind aber hoch.
Der ehemalige Extrembergsteiger Reinhold Messner sagte der dpa: „Wenn Thomas Huber vor Ort ist, wird er alles tun, um Hilfe und Rettung zu bringen. Aber Wunder kann er auch nicht vollbringen.“ Seinen Informationen zufolge sei Huber mit dem Hubschrauber aus der ebenfalls in Pakistan befindlichen Latok-Gruppe, wo der Extremkletterer unterwegs war, zum Basislager des Leila Peaks geflogen worden, an dem Dahlmeier verunglückt ist.
Alexander Huber: Satellitentelefon ist leer
Alexander Huber bestätigte ebenfalls, dass sein Bruder Thomas an dem Rettungseinsatz beteiligt sei, hatte darüber hinaus allerdings keine weiteren Informationen – das Satellitentelefon sei leer. Die Huber-Brüder, bekannt als die „Huberbuam“, kennen Laura Dahlmeier vom Bergsteigen. „Wir waren mit ihr unterwegs“, sagt Alexander Huber. „Wir sind befreundet.“
Alexander Huber wollte – wie andere Bergführer und Top-Alpinisten – keine Einschätzung der Lage vor Ort abgeben.
Erschwerte Verhältnisse vor Ort
Starke Winde und schlechte Sichtverhältnisse erschweren die Bergung der 31-Jährigen seit Stunden. Der Rettungseinsatz wurde am Dienstagabend Ortszeit nach Einbruch der Dunkelheit vorübergehend eingestellt und sollte am Mittwochmorgen weitergehen. Das Wetter verzögerte die Wiederaufnahme jedoch bis Mittag Ortszeit.
Die Sorgen sind groß. Denn auf rund 5.700 Metern Höhe herrschen Minusgrade und es liegt Schnee. Dahlmeier verunglückte bereits am Montag durch Steinschlag am Laila Peak. Die Unglücksstelle ist schwer zugänglich. Es besteht zudem Steinschlaggefahr.