Nach Verhaftung: Entscheidung um Stadtrats-Kandidatur von Regensburger Ex-Tafel-Chefin gefallen

Es dürfte ein ziemlich einmaliger Vorgang in der Regensburger Stadtpolitik sein: Eine Kommunalwahlkandidat wird verhaftet. Das ist nun in der CSU passiert. Die ehemalige Chefin der Regensburger Tafel stand auf der Stadtratsliste der Partei – nun sitzt sie in Untersuchungshaft. Wie es weitergeht, ist nun bekannt.
Am Dienstag wurde öffentlich, dass die Vorsitzende der Tafel seit vergangenem Freitag in Untersuchungshaft sitzt. Laut Staatsanwaltschaft steht sie im Verdacht, rund 70.000 Euro veruntreut zu haben. Zugleich trat die Vereinsvorsitzende von ihrem Vorstandsamt zurück, wie Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein (CSU) auf Anfrage der Mediengruppe Bayern sagte.
Untersuchungshaft: Tafel-Chefin verzichtet auf Stadtrats-Kandidatur
Die Chefin der Regensburger Tafel war bis Montag noch Teil der Stadtratsliste der CSU. Der Chef der Christsozialen in Regensburg, Michael Lehner, bestätigte dieser Zeitung, dass sie sich nach ihrer Verhaftung von der Kandidatur zurückgezogen hat. Das hätten ihre Anwälte der Partei mitgeteilt. Gegenüber der Mediengruppe Bayern wollten sich die beiden Juristen, die die ehemalige Tafel-Chefin vertreten, bislang nicht weiter äußern.
Schon bei der Aufstellung der CSU-Liste im Frühjahr wurden der Partei zufolge acht Nachrücker nominiert. Nach dem Verzicht der ehemaligen Tafel-Chefin rücken nun alle Kandidaten hinter ihr um einen Platz nach vorne. Neu auf Platz 50 ist nun Herrmann Kraus (34). Einer Pressemitteilung zufolge ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter der OTH und Energietechnik-Doktorand an der TU München. Kraus sei ein langjähriges Parteimitglied, vertrete die Visionen und Werte der CSU und freue sich auf die kommende Aufgabe, heißt es in der Mitteilung.