Windkraft: Landrätin stellt sich in Pentling den Fragen der Bürger

Würde man die Bürger von Pentling fragen was das Unwort des Jahres wird, wäre wohl schnell klar: Es wäre der Regionale Planungsverband. Die 18. Änderung des Regionalplans betrifft kein konkretes Windkraftprojekt, sondern eine überörtliche Festlegung potenziell geeigneter Standorte für die Windenergienutzung. Mit einer Vielzahl von Argumenten dagegen hatten 33 Bürger Landrätin Tanja Schweiger angeschrieben und auch schriftlich Antwort bekommen.
Weil sie sich aber dachte, dass das nicht reicht, lud sie am Montagabend in den Bürgersaal der Gemeinde ein. Am Ende waren es rund 150 Einwohner, die dieser Einladung folgten und den Saal überfüllten. Der Versuch von Schweiger, alles aus ihrer Sicht und sachlich zu erklären scheiterte schon nach kurzer Zeit. Zu groß war der Unmut der Bürger, die das Gefühl hatten, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden werde. „Der Konsens, die Atomkraft in Deutschland abzuschaffen, ist unumkehrbar, deshalb braucht es andere Möglichkeiten wie PV und Wind. Bis 2032 müssen alle Landkreise in Bayern 1,8 Prozent ihrer Flächen als Windvorranggebiete ausweisen“, erklärte Schweiger. Applaus bekam sie dafür nicht – den gab es nur für die Redebeiträge der Bürger. „Wenn die Bundesregierung Dinge vorgibt dann gelten die auch für Bayern und unseren Landkreis,“ erklärte die Landrätin weiter. Das rief noch mehr Unmut hervor.
„Kann niemals im Sinne der Menschen vor Ort gelingen“
Etwas mehr Struktur kam in die Versammlung durch den 2. Bürgermeister Sebastian Hopfensperger und seine Sicht: „Das Wind-an-Land-Gesetz, das von der damaligen Bundesregierung beschlossen wurde, hat die Planungshoheit der Gemeinden faktisch ausgehebelt. Doch ohne echte Bürgerbeteiligung und Mitspracherecht der Kommunen kann die Auswahl von Windradstandorten niemals im Sinne der Menschen vor Ort gelingen.“
Und durch Gemeinderat und Landwirt Gerhard Sadler: „Hohengebraching ist seit Jahren eine Flugschneise für die Bundeswehrflieger aus Manching. Täglich fliegen Maschinen über uns. Das ist ein hartes Ausschlusskriterium für Windräder. Dass für den aktuellen Plan noch keine Rückmeldungen von der Bundeswehr vorlagen und trotzdem geplant wurde, ist unmöglich. Sollte das Gebiet nicht herausgenommen werden, klagen wir vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht.“ Danach ging es etwas ruhiger weiter und man meldete sich für Fragen und Einwände.
Landrätin will Transparenz in Verfahren bringen
Auf den Wunsch „Nehmen Sie bitte den Frust der Bürger auf, besser informiert zu werden“, antwortete die Landrätin sichtlich ratlos: „Ich kann Ihnen einen ganzen Abend lang erzählen, was ich alles frage und bei wem. Aber worauf ich Antwort bekomme, da sind wir gleich fertig.“ Am Ende war das Fazit von Schweiger folgendes: „Mir war wichtig, Transparenz in das Verfahren zu bringen. Leider konnte ich nicht die Antworten geben, die die Bürger hören wollten.“