Bürger von Hohengebraching wehren sich gegen Windräder: Frist ist aber vorbei

Von Josef Eder · 27. Juni 2025 um 15:00

„Windkraft in Hohengebraching – wie ist der aktuelle Stand?“ lautete das Thema einer Veranstaltung, zu der der CSU-Ortsverband eingeladen hatte. Mehr als 75 Bürger kamen dazu im Neubaugebiet Schlossbreite (Landkreis Regensburg) zusammen, um mitzudiskutieren. Nun wollen manche Einwendungen sammeln, obwohl die Abgabefrist schon abgelaufen ist.

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Neben MdB Peter Aumer, MdL Patrick Grossmann sowie dem CSU-Ortsvorsitzenden und Gemeinderat Jürgen Steinhofer waren auch Pentlings Bürgermeisterin Barbara Wilhelm sowie ihr Stellvertreter Sebastian Hopfensperger (beide FW) vor Ort, ebenso wie Gemeinderatsmitglieder der CSU, der Freien Wähler und von Bündnis 90/Die Grünen/Aktive Bürger.

Aumer sprach sich generell für eine Planung mit Augenmaß aus. Er berichtete, dass er dazu an den Regionalen Planungsverband und den bayerischen Wirtschaftsminister einen Forderungskatalog geschickt hat (die MZ berichtete). Die im Landkreis Regensburg geplanten Flächen für Windkraft gehen nach Ansicht des Abgeordneten weit über das vertretbare Maß hinaus. Das gefährde die Akzeptanz der Bürgerschaft.

Beschwerden an Landrätin

Stellten sich den Fragen: MdB Peter Aumer, Ortsvorsitzender Jürgen Steinhofer und MdL Patrick Grossmann. - Foto: Josef Eder

Eine Reihe von Bürgern warf Bürgermeisterin Wilhelm vor, im Mitteilungsblatt zu wenig offen und aktiv über die Möglichkeit informiert zu haben, eine individuelle Stellungnahmen gegen die Windrad-Pläne beim Planungsverband abzugeben. Aumer empfahl den Bürgern, sich mit ihren Anregungen, Fragen oder Beschwerden an die stellvertretende Vorsitzende des Planungsverbandes, Landrätin Tanja Schweiger, sowie an den Planungsverband selbst zu wenden. Er riet dazu, die Stellungnahmen und Einwendungen ohne Rücksicht auf die bereits abgelaufene Abgabefrist abzugeben. Steinhofer bot an, die Einwendungen zu sammeln und an den Planungsverband weiterzuleiten.

Im September 2024 hatte der Gemeinderat Pentling erstmals zur geplanten Ausweisung von Windvorrangflächen Stellung genommen. Mit 15:4 Stimmen hatte sich das Gremium damals dafür ausgesprochen, die potenziellen Vorranggebiete R1, R2, R3 und R4 vollständig aus der Windkraftplanung zu streichen. CSU-Ortsvorsitzender Steinhofer stört sich vor allem am Flächenziel von zwei Prozent, das der Planungsverband für die Vorranggebiete anstrebt. Seinen Worten zufolge müssten bis 2027 aber nur 1,1 Prozent der Landesfläche für Windvorranggebieten ausgewiesen werden. „Wir sind ganz klar gegen eine freiwillige Übererfüllung der gesetzlichen Anforderungen gegen den Willen der Kommune und der Bürger vor Ort“, erklärte Steinhofer. Wie der Vorsitzende berichtete, leistet Pentling mit dem Standort R6 „westlich Poign“ bereits einen gebietsbezogenen Flächenbeitrag von zwei Prozent für die Ausweisung von Vorranggebieten. Das könne nach Ansicht des Planungsverbandes aber nicht als Argument herangezogen werden, um weitere Vorranggebiete auf in der Gemeinde zu streichen.

Ensemble ist nicht relevant

Steinhofer kritisierte hier, dass der Verband es als nicht relevant für die Planung ansehe, dass Wallfahrtskirche und Gemeinde Hohengebraching als geschütztes Ensemble gelten. Das geplante Vorranggebiet R6 umfasst seinen Worten zufolge in der aktuellen Planungsvariante eine Fläche von 46 Hektar. Der Hohengebrachinger Hermann Zitzelsberger plädierte dafür, mit grundlegenden Argumenten für den Ort mit der landschaftsprägenden Wallfahrts- und Pfarrkirche St. Mariae Himmelfahrt zu kämpfen. Er fragte, was bei Windstille passiert und sprach die Themen Infraschall, Schattenwurf, Lärmbelästigung und Wertverlust von Immobilien an.

„Vor 20 Jahren mussten wir uns aufgrund des historischen Ortes beim neuen Baugebiet an sehr viele Vorschriften halten“, erinnerte Gemeinderat Gerhard Sadler (CSU). Jetzt werde das Dorf herabgestuft. Historie spiele plötzlich keine Rolle mehr. Steinhofer betonte, dass man vernünftig mit Argumenten für und gegen die Windkraft, aber auch mit Akzeptanz an die Sache herangehen solle. Er bat die beiden Abgeordneten, die vorgebrachten Argumente und die geäußerten Sorgen der Bürger auf höherer Ebene weiterzugeben und die Interessen der Bürger mit Nachdruck zu vertreten. Der Ortsvorsitzende Steinhofer kündigte auch an, dass die Pentlinger CSU dieses Thema weiter im Blick behalten werde. „Die Realisierung von Windkraft geht nicht gegen den Willen der vor Ort betroffenen Bürger“, erklärte der Ortsvorsitzende. Das Wichtigste in dieser Debatte sei zum einen Information und zum anderen Transparenz.