Baum stürzt auf Radfahrer (59): Regensburger greift zur Motorsäge – und spricht über Einsatz

Von Jonas Raab · 29. Juli 2025 um 17:01

Ein Rennradfahrer ist am Montag bei Regensburg von einer herabfallenden Baumkrone getroffen worden. Der 59-Jährige blieb verletzt unter der Buche liegen. Passanten eilten zu Hilfe, befreiten den Mann. Friedrich Auer war einer der Ersthelfer. Beherzt griff er zur Motorsäge. Das, was die Polizei in ihrem Pressebericht schreibt, will der 73-Jährige aber so nicht stehen lassen.

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Der Unfall passierte am Montagabend gegen 19 Uhr zwischen Unterirading und Weichslmühle. Das teilt die Neutraublinger Polizei am Dienstagnachmittag mit. Der Rennradfahrer sei alleine unterwegs gewesen, als die Baumkrone auf ihn stürzte. „Zufällig vorbeikommende Passanten leisteten Erste Hilfe, befreiten den Verunglückten und unterstützten ihn bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes“, schreiben die Beamten. Auch eine Motorsäge zum Einsatz gekommen, um den Rennradfahrer aus seiner misslichen Lage zu befreien, heißt es im Pressebericht.

„Das stimmt so nicht“, sagt Auer. Als er am Unfallort eingetroffen sei, habe sich bereits ein Mann um den Verletzten gekümmert. Der habe sich nicht aufrecht halten können, habe an mehreren Stellen geblutet. Der Schutzhelm sei zertrümmert gewesen. Aber: Der Mann sei nicht mehr unter dem Baum eingeklemmt gewesen. „Der Ersthelfer muss viel geleistet haben“, sagt Auer, der eigentlich zu seinem kleinen Waldstück bei Matting wollte und deshalb eine Motorsäge dabei hatte. Er habe dem Ersthelfer lediglich ein paar Ratschläge gegeben – und erst danach zu seiner Akkusäge gegriffen, um die Straße wieder freizubekommen. Eine halbe Stunde später, als Feuerwehr und Rettungsdienst längst vor Ort waren, sei er wieder gefahren, sagt Auer. Die Polizei sei da noch nicht da gewesen.

Rennradfahrer von Baum getroffen: „Wahrscheinlich hat der Helm sein Leben gerettet“

Mit dem Sanka wurde der Verletzte in ein Regensburger Krankenhaus gebracht. Der Rettungshubschrauber, der laut Auer vor Ort war, wurde offensichtlich nicht benötigt. Laut Polizeibericht erlitt der Mann mittelschwere Kopfverletzungen. Hätte er keinen Helm getragen, wären sie „weit schlimmer“ ausgefallen, schreiben die Beamten. Auer mutmaßt: „Wahrscheinlich hat der Helm sein Leben gerettet.“

Als „Waldbesitzer aus Hobbygründen“ wundert es Auer nicht, dass eine Baumkrone bei Windstille einfach so herabfallen kann. „Das machen Buchen gern, wenn sie krank sind“, sagt der 73-jährige Regensburger. Das sei bei dem Baum der Fall gewesen. „Das hat man sehr deutlich gesehen. Die Rinde war teilweise schon abgefallen.“ Es sei Sache eines Waldbesitzers, seine Bäume zu kontrollieren, findet Auer.

Ob sich derjenige, dem der Baum gehört, in irgendeiner Form für den Unfall verantworten muss, steht laut Polizeihauptkommissar Rainer Irrgang noch nicht fest: „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt er auf Nachfrage. Die Beamten nehmen unter 09401-9302-0 Hinweise zum Unfallhergang entgegen.