Grünes Licht für Windräder bei Leonberg - Bürger kritisieren Pläne weiterhin

Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens und keine Einwände – so lautete das Ergebnis zu den beiden Anträgen der Max Bögl Wind AG auf Errichtung einer Windkraftanlage. Bei der Sitzung des Maxhütter Stadtrates im Rathaus am vorigen Donnerstag wurden die Beschlussvorschläge der Verwaltung einstimmig angenommen.
Beide Anlagen kommen auf eine Höhe von 267 Meter. Die die Stadt als Standortgemeinde betreffende Anlage soll im Leonberger Holz entstehen. Antrag Nummer zwei betraf die Stadt Nittenau, Gemarkung Stefling, hier wurde die Stadt als Nachbargemeinde gehört.
Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM) wies darauf hin, dass der Beschlussvorschlag kurzfristig ergänzt wurde. Grund dafür war, dass sich die Planung für Windvorranggebiete im Bereich des Regionalen Planungsverbandes Oberpfalz-Nord im neuen Entwurf geändert haben.
Wind-Vorranggebiet SAD 45 wurde gestrichen
Betroffen davon war auch der Tagesordnungspunkt zur Gemarkung Stefling. Das dort zuvor noch geplante Vorranggebiet SAD 45 südwestlich Eckartsreuth wurde gestrichen. Weshalb der Beschluss zum Vorhaben in Stefling, keine Einwände zu erheben, um den Hinweis auf diese Streichung ergänzt wurde.
Johannes Hebauer (CSU) fragte daher nach, ob diese Ergänzung Auswirkungen habe. Laut Seidl sei dem nicht so. Wie in der Beschlussvorlage nachzulesen, gelte aktuell die eine „Privilegierung“ für dieses Vorhaben. Eine persönliche Erklärung gab Gabriele Karl (SPD) ab. Sie kämpfe immer für den Schutz und den Erhalt von Natur und wisse um die „großen Eingriffe im Wald“, die der Bau der genannten Windkraftanlagen mit sich bringe. Es gebe jedoch keine Alternative, da sonst „fremde Investoren“ zum Zuge kämen. „Ich habe meinen Seelenfrieden mit mir gemacht.“
Matthias Meier (CSU) hakte nach bei dem Vorhaben, dass die Stadt selbst auf den Weg bringt: „Wie steht es mit der geplanten Bürgerbeteiligung“. Seidl sagte, man wolle das Rad nicht neu erfinden, orientiere sich an bestehenden Bürgerwindprojekten wie der „Bürgerenergie Mittlere Oberpfalz.“ Horst Viertlmeister (SPD) wandte ein, dass es aus seiner Sicht „bessere“ Vorbilder gebe. Seidl versicherte, dass dies nur ein Beispiel gewesen sei und keine Festlegung.
Die Wortmeldungen von Hebauer und Karl sowie Ergänzung des Beschlussvorschlages in Sachen Stefling zu verstehen, half eine Pressemitteilung der Erholungsregion Regental zum Geschehen. In der stellte man zur Streichung des Areal SAD 45 fest: „Ausschlaggebend waren offenbar sowohl ökologische Belange als auch die Tatsache, dass der betroffene Abschnitt des Regentals bereits jetzt in hohen Maßen mit Windvorranggebieten belastet ist.“
Südlich vom Regen, Beispiel Regenstauf, überlegt und reagiert man. Oberhalb, im nördlichen Bereich, wird einfach munter weitergeplant.
Die Bürgerinitiative Am Schwarzer Berg - schützt Wald und Wasser über die veränderten Planungen des Regionalen Planungsverbandes Oberpfalz-Nord
Damit meine der Verein, wie Pressesprecherin Claudia Koschel sagte, ausdrücklich auch neben den Planungen der Stadt Maxhütte-Haidhof im Leonberger Holz, wo bis zu drei Anlagen entstehen könnten, eine weitere Planung von Nittenau am Schwarzer Berg, mit ebenfalls drei geplanten Anlagen. Koschel betonte, dass der Verein das gesamte Regental als ungeeignet für die Errichtung von Windkraftanlagen betrachte und sich weiter dagegen stemmen werde.
Sie ging gegenüber der MZ auf die aktuelle Rechtslage ein. Die Errichtung von Windrädern im Wald sei privilegiert und damit kaum zu verhindern, solange bis die Windvorranggebiete in Kraft gesetzt sind. Dann dürften neue Windkraftanlagen nur noch in diesen gebaut werden.
Vom 18. August bis 2. Oktober wird der neue Entwurf des Planungsverbandes öffentlich ausliegen – mit der Möglichkeit, dass auch Bürger Einwendungen einreichen können. Mitglieder des Planungsausschusses hoffen, dass der Plan Ende des Jahres rechtskräftig werden könnte. Damit wären Anlagen im Bereich der bisherigen Potenzialfläche SAD 45 nicht mehr möglich, weil weder Vorranggebiet noch privilegiert.
Im Leonberger Holz dagegen soll es weiterhin ein Vorranggebiet geben. Die aktuelle Planung der Stadt verhindert jedoch, dass andere Interessenten dort zum Zuge kommen, worauf Karl mit ihrer Wortmeldung eingegangen war.
BI befürchtet „Wildwuchs“
Dass der Wegfall der Fläche SAD 45 direkte Auswirkungen auf ein beabsichtigtes Windvorranggebiet am Schwarzer Berg hat, fürchtet man bei der örtlichen Bürgerinitiative (BI) Am Schwarzer Berg – schützt Wald und Wasser. Der „Druck“ wachse und damit auch die Gefahr für das angrenzende besonders schutzwürdige Flor-Fauna-Habitat im Regental, so Sprecher Benjamin Schmid. Er vermutet, dass das Windvorranggebiet am Schwarzer Berg „jetzt auf jeden Fall kommt“. „Südlich vom Regen, Beispiel Regenstauf, überlegt und reagiert man. Oberhalb, im nördlichen Bereich, wird einfach munter weitergeplant.“ Es komme zu „Wildwuchs“.
Gleiche Maßstäbe würden aus Sicht der BI fehlen, blickt Schmid gen Streichung der Fläche SAD 45. Aus Sicht der BI gehe es am Schwarzer Berg nur um Profit. Es gebe einen willigen Grundstücksbesitzer, einen bereitstehenden Investor, aber nichts „was mit grüner Energie zu hat“.