Aus dem Garten direkt auf die Kaffeetafel: So wird Kuchen zum fruchtig frischen Sommergenuss

Von Isabell Dachs · 27. Juli 2025 um 05:00

Kuchen geht eigentlich immer, aber in den Sommermonaten darf er ruhig etwas leichter sein. Schwere Sahne- und Cremetorten sind bei Hitze oft weniger gefragt. Zudem lassen sich die vielen derzeit reifen Früchte sehr gut verwerten.

Kuchen ist heute für viele ein fester Bestandteil unserer Nahrung. Kaum ein Fest, wo kein Kuchen angeboten wird. Ob zum Geburtstag, als Hochzeitskuchen oder einfach als süße Ergänzung zum Nachmittagskaffee. Und weil kein Kuchen sprichwörtlich auch keine Lösung ist, schauen wir uns an, wie diese süße Versuchung überhaupt entstanden ist.

Die frühesten Vorläufer des heutigen Kuchens lassen sich bis in die antiken Hochkulturen zurückverfolgen, allerdings haben sich Kuchen zu dieser Zeit stark von dem unterschieden, was wir heute kennen. Sie waren meist flach, schwer und wenig gesüßt. In Ägypten wurden um 2000 vor Christus einfache flache Brote mit Honig und Datteln verfeinert. Im antiken Griechenland war plakous das Wort für Kuchen und hatte denselben Stamm wie das Wort für flach, was wiederum verwandt mit dem Wort Fladen ist. In diese flachen Kuchen wurden beispielsweise Honig oder Nüsse verbacken. Auch der sogenannte Plakounta ist eine Form davon, ein Fladenbrot altgriechischen Ursprungs mit Käse, das als Vorläufer der Pizza gilt.

Gebäck wird im Lauf der Geschichte süßer

Die Römer entwickelten den Kuchen weiter, indem sie Eier und Butter hinzufügten. Kleine Honigkuchen wurden oft den Göttern geopfert. Die Römer bezeichneten ihn meist als libum oder placenta, was uns in abgewandelter und übertragener Bedeutung beim Begriff für Mutterkuchen begegnet. Auch hier gab es bereits unzählige Varianten, da jedes Gebäck als Kuchen tituliert wurde, welches außer den Zutaten für Brot noch Süßungsmittel, Milch, Fett, Eier oder Gewürze enthielt. Mit dem Begriff Kuchen ging eine runde Form einher, die flach, aber auch bereits tortenförmig sein konnte.

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Im Mittelalter veränderten sich die Backtraditionen in Europa. Zucker gab es zwar schon, dieser war aber extrem teuer und wenn verfügbar, dann dem Adel vorbehalten. Honig blieb deshalb die primäre Süßungsquelle. In Klöstern entstanden erste aufwändigere Rezepte, bei denen getrocknete Früchte, Gewürze und Mandeln verwendet wurden, wie es heute noch bei Lebkuchen der Fall ist. Kuchen war eng mit religiösen Festen verknüpft, insbesondere mit Hochfesten wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Später kamen Geburtstage dazu. Der Brauch des mit Kerzen beleuchteten Geburtstagskuchens soll aus Deutschland stammen.

Die Zubereitung in Bildern

Für unseren Sommerkuchen benötigen wir zuerst einen Boden aus Eischwerteig. Dazu werden vier Eier (einschließlich Schale) gewogen. Je nach Eigröße werden das etwa 200 g sein. Dazu kommen Zucker und weiche Butter, jeweils mit dem gleichen Gewicht. Zuerst den Zucker in den Eiern schaumig schlagen, dann Butter zugeben und gleichmäßig unterrühren. - Foto: Isabell Dachs
Des Weiteren sieben wir Mehl im gleichen Gewicht, sowie eine Prise Backpulver dazu und vermengen alles zu einem geschmeidigen Teig. Den Teig in eine gefettete Kuchenform geben. - Foto: Isabell Dachs
Den Teig vorsichtig glattstreichen und im vorgeheizten Backofen mittlere Stufe bei 180°C 25 Minuten backen. Dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. - Foto: Isabell Dachs
Foto04Um die Füllung aufzubringen, wird ein Tortenring um den Boden gelegt. 6 Blatt Gelatine werden etwa 15 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht und dann ausgedrückt. Die Gelatine unter Rühren erwärmen, bis sie flüssig ist und dann nach und nach 500 g Naturjoghurt unterrühren. - Foto: Isabell Dachs
700 g frische Früchte werden gewaschen und gegebenenfalls entkernt und gleichmäßig auf dem Boden verteilt. Dann wird der Joghurt darüber gegeben. Gegebenenfalls den Joghurt kurz kaltstellen, damit er nicht zu flüssig ist und unter dem Tortenring durchläuft. Die Füllung sollte oben einigermaßen eben sein. - Foto: Isabell Dachs
Dann 1 Päckchen roten Tortenguss mit 2 gestrichenen Esslöffeln Zucker unter Rühren erwärmen, kurz aufkochen lassen und von innen nach außen mit einem Löffel den Guss über die Füllung geben. - Foto: Isabell Dachs
Den Tortenguss abkühlen lassen und dann den ganzen Kuchen in den Kühlschrank stellen. Nach etwa zwei Stunden, kann er gegessen werden. - Foto: Isabell Dachs

Ein reichhaltiger mehrlagiger Kuchen mit Früchten und Nüssen wurde hergestellt, mit Marmelade zusammengesetzt, glasiert und oft mit kleinen Figuren verziert. Die Kerzen wurden um den Rand gesteckt. Die moderne Verwendung von Kerzen auf einem besonderen Kuchen kann mit der Tradition des Kinderfestes aus dem 15. Jahrhundert in Verbindung gebracht werden, als die Menschen glaubten, dass Kinder an ihren Geburtstagen besonders anfällig für böse Geister wären.Während der Renaissance kam aus den Kolonien erstmals vermehrt Zucker, was sich auch im Gebäck niederschlug. Die Rezepte dafür verfeinerten sich. In Italien entstanden die Vorläufer des Panettone und in Frankreich erste Biskuitteige.

Ein altes Rezept neu interpretiert

Im 18. und 19. Jahrhundert hielt das Kuchenbacken Einzug in die bürgerlichen Haushalte. Backtriebmittel, wie Natron, machten den Kuchen nun locker und luftig. Es entstanden Klassiker wie Gugelhupf und Rührkuchen oder der Frankfurter Kranz. In dieser Zeit wurde auch der Konditorberuf etabliert. Heutzutage hat Kuchen längst Einzug in die industrielle Fertigung gehalten. Supermärkte und Großbäckereien bieten ein breites Sortiment an Fertigkuchen, haltbar und für jeden erschwinglich.

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Aber dennoch geht nichts über einen selbst gebackenen Kuchen. In unserem alten Rezeptbuch ist folgender Kuchen unter dem Titel „Diätkuchen“ handschriftlich aufgeführt. Mit einer Diät hat er wenig gemein, weshalb er von mir einfach zu Sommerkuchen umdeklariert wurde.

Basis ist ein Eischwerteig

Für unseren Sommerkuchen benötigen wir zuerst einen Boden aus Eischwerteig. Grundsätzlich dienen Eier im Teig als Lockerungs- und Triebmittel. Soll der Teig eine möglichst gleichbleibende Qualität haben, ist es notwendig, die Gewichte der anderen Zutaten auf das Gewicht des verwendeten Eis zu beziehen. Dazu werden vier Eier, einschließlich ihrer Schale, gewogen. Je nach Größe der verwendeten Eier werden das um die 200 g sein. Dazu kommen Zucker und weiche Butter, jeweils mit dem zuvor ermittelten Gewicht. Zuerst den Zucker mit den Eiern schaumig schlagen, dann die Butter zugeben und gleichmäßig unterrühren.

Des Weiteren sieben wir Mehl im gleichen Gewicht sowie eine Prise Backpulver dazu und vermengen alles zu einem geschmeidigen Teig. Den Teig in eine gefettete Kuchenform geben, dort vorsichtig glatt streichen und im vorgeheizten Backofen mittlere Stufe bei 180°C 25 Minuten backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Um die Füllung aufzubringen, wird ein Tortenring um den Boden gelegt.

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Sechs Blatt Gelatine werden etwa 15 Minuten in kaltem Wasser eingeweicht und dann ausgedrückt. Die Gelatine unter Rühren erwärmen, bis sie flüssig ist und dann nach und nach 500 g Naturjoghurt unterrühren. Immer die kalte Speise zur warmen Gelatine geben, nicht umgekehrt. 700 g frische Früchte werden gewaschen, wenn nötig entkernt und gleichmäßig auf dem Boden verteilt. Dann wird Joghurt darüber gegeben. Den Joghurt kurz kaltstellen, damit er nicht zu flüssig ist und unter dem Tortenring durchläuft, aber auch nicht zu fest werden lassen. Die Füllung sollte oben einigermaßen eben sein.Dann ein Päckchen roten Tortenguss mit zwei gestrichenen Esslöffeln Zucker unter Rühren erwärmen, kurz aufkochen lassen und dann von innen nach außen mit einem Löffel den Guss über die Füllung geben.Den Tortenguss abkühlen lassen und den ganzen Kuchen in den Kühlschrank stellen. Nach etwa zwei Stunden, kann er gegessen werden.