Ein Leerstand wird gefüllt: Sportstudio Fitplus zieht an den Brucker Marktplatz

Von Bernd Hofmann · 27. Juli 2025 um 05:00

Eine positive Nachricht gibt es vom Marktplatz in Bruck: Ab dem 1. Oktober wird dort einer der Leerstände gefüllt. Fitplus eröffnet in den ehemaligen Räumen der Schlecker-Filiale am Marktplatz 2 ein Fitnessstudio.

Dort soll laut Inhaber Christian Groitl ein Mikro-Fitnessstudio entstehen. Auf vergleichsweise geringer Fläche – nur rund 200 Quadratmeter – werden 20 Geräte stehen. Christian Groitl hat bereits zwei weitere Fitnessstudios in der Oberpfalz: In Bad Kötzting und in Rötz sind sie seit 2023 in Betrieb. Fitplus will laut Groitl die Einrichtungen in den ländlichen Raum bringen. Damit sich das aber rentiere, liefen die Studios ohne Personal. Dreimal pro Woche werde geputzt, einmal pro Woche sehe ein Mitarbeiter nach dem Rechten, so Groitl. Für den Einlass bekommen Kunden einen QR-Code, den sie an der Eingangstür scannen können – außerdem ist das Studio videoüberwacht.

Groitl sieht in dem Studio auch einen positiven Impuls für den Marktplatz. „Es ist schade, wenn man sieht, wie heruntergekommen der Ortskern teilweise ist“, sagt er. Aber er sieht die Situation in Bruck positiv und zieht einen Vergleich mit seinem Studio in Rötz: Dort sei mittlerweile in den Ortskern etwas Leben eingekehrt.

Ein eigentlich unangenehmer Anruf, der ihn aber sehr gefreut habe, beweise das seiner Meinung nach. Ein Busunternehmen habe ihn angerufen, weil es die vielen parkenden Sportler am Rötzer Marktplatz für den Bus schwierig machten, die Haltestelle anzufahren. Für Groitl ganz klar ein Zeichen, dass sein Fitnessstudio den Marktplatz in Rötz belebe. Auch für Eisdielen oder Bäcker sei das ein positives Signal. „Das befruchtet sich gegenseitig“, sagt Groitl.

Räume am Brucker Marktplatz sind seit 13 Jahren ungenutzt

In Bruck füllt er einen Leerstand, den es nun seit rund 13 Jahren gibt. Die Drogeriekette Schlecker meldete im Jahr 2012 Insolvenz an. Seitdem standen die Räume leer, erinnert sich Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU).

Was will man mehr? Das ist ein Frequenzbringer.

Bürgermeisterin Heike Faltermeier

Sie sieht Bruck vom Leerstände-Problem ganz klar betroffen, merkt aber auch an: „Leerstände sieht man ja überall, das ist nicht nur in Bruck so.“ Generell sei der Markt immer bestrebt, die Leerstände zu beheben. In der Praxis sei das allerdings nicht so einfach. Die Räume in den Ortskernen seien oft nicht groß und viele Hausbesitzer würden nicht das Geld in die Hand nehmen, um die alten Räume zu renovieren. Umso mehr freut sich Faltermeier über den gefüllten Leerstand: „Ich finde es super, dass nach 13 Jahren jemand kommt und es modernisiert und Leben in den Ortskern einhaucht. Was will man mehr? Das ist ein Frequenzbringer.“

Am Marktplatz 2 füllt sich somit eine Lücke, die anderswo noch klafft. Die ehemalige Nachtlicht-Bar will Faltermeier gerne abreißen lassen – jedoch ist das Gebäude immer noch nicht im Besitz des Marktes. Man habe zwar das Vorkaufsrecht, doch ziehe sich die Sache. Laut Informationen der Bürgermeisterin liege das Thema beim Rechtsanwalt, es sei jedoch in den letzten Zügen. „Das Nachtlicht wird auf jeden Fall abgerissen“, ist sich Faltermeier sicher. Hintergrund sei die Verkehrssituation rund um den Bereich der Bar, die die Bürgermeisterin als „mehr als schlecht“ beschreibt. Etwa drei Leerstände gebe es momentan im Ortskern von Bruck, so Faltermeier. Genau lasse sich das schwierig sagen – vor allem wegen der Frage, wie man einen Leerstand definiert.

Foodsharing im Opl-Haus, Ukrainehilfe im Ratskeller

So nutze zum Beispiel foodsharing das ehemalige Opl-Haus neben der Nachtlicht-Bar. Die Ukrainehilfe sei im Ratskeller untergebracht.

„Am Marktplatz 2“ lautet die Adresse des neuen Studios (r.). - Foto: Bernd Hofmann

Zurück zum Fitplus. Auf der Suche nach Orten für das Sportstudio-Franchise sei er viel in Kontakt mit Eigentümern von Leerständen, so Christian Groitl. Dass dort neues Leben einkehre, das scheitere oft an den bürokratischen Hürden und auch an den hohen Kosten für die Renovierung. „Da muss etwas getan werden“, so Groitl.