Mehr Bäume für Bruck: Grünen-Fraktion im Marktrat fordert Klimaschutz-Konzept

Von Cornelia Lorenz · 24. Juli 2025 um 14:56

Die Grünen starten einen neuen Anlauf, um in Bruck das Thema Klimaschutz voranzutreiben: In einem Antrag für den Marktrat fordern sie als ersten Schritt, den Marktplatz mit zusätzlichen Bäumen zu bepflanzen. Auch für den Rathausparkplatz haben sie eine Idee.

„Die derzeitigen Hitzetage machen den menschengemachten Klimawandel einmal mehr deutlich. Insofern sollten wir dringend über ein Klimaanpassungskonzept für Bruck diskutieren“, fordert Grünen-Fraktionssprecher Rudi Sommer in seinem Schreiben an seine Ratskollegen. Er fordert sie dazu auf, „alle notwendigen Klimaanpassungsmaßnahmen für das Gemeindegebiet Bruck zu eruieren und schnellstmöglich umzusetzen“.

Weil das ein äußerst breites Feld ist, wollen die Brucker Grünen mit einer sehr konkreten und überschaubaren Maßnahme einsteigen – und zwar mit mehr großen Bäume auf dem Marktplatz. Er selbst werde es nicht mehr erleben, bis diese tatsächlich Schatten spenden könnten, sagt Sommer. „Es geht um die nächste Generation. Wir müssen der Jugend eine lebenswerte Welt hinterlassen.“

Laubbäume wie Ahorn, Kastanie oder Eiche sollen vernünftig wachsen können

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Brucker Grünen in erster Linie am Marktplatz. „Diese zubetonierte Fläche ist ein Witz“, sagt Sommer. Eigentlich handle es sich um eine Steinwüste mit ein paar grünen Tupfern. Die wenigen kleinen Bäume, die es hier gebe, könnten sich darüber hinaus nicht vernünftig entwickeln.

Deshalb fordern Sommer und seine Mitstreiter, den Marktplatz mit Hilfe von Experten stellenweise so umzugestalten, dass hier große und möglichst klimaresistente Laubbäume wie Ahorn, Kastanie oder Eiche vernünftig wachsen können. „Dieser Platz sollte das Wohnzimmer der Gemeinde sein“, sagt der Grünen-Politiker. Mit Hilfe großer, Schatten spendender Bäume könne er sich zu einer Art Biergarten entwickeln – was auch der Atmosphäre beim Bürgerfest gut tun würde, so Sommer.

Auf dem Parkplatz am Rathaus wäre aus Sicht Sommers eine Überdachung mit Solarmodulen sinnvoll. - Foto: Cornelia Lorenz

Dass so eine Maßnahme einiges an Geld verschlingen würde, ist ihm bewusst. Er geht davon aus, dass die Gemeinde mit Ausgaben von über 100 000 Euro konfrontiert wäre. Schließlich müssten nicht nur neue Bäume gepflanzt, sondern auch Pflasterarbeiten durchgeführt werden.

Diese zubetonierte Fläche ist ein Witz. Es ist eine Steinwüste mit ein paar grünen Tupfern.

Grünen-Fraktionssprecher Rudi Sommer

Als weiteren Ort mit Handlungsbedarf haben die Grünen den Rathausplatz identifiziert. Auch hier wäre aus ihrer Sicht eine neue Bepflanzung wünschenswert. Die Parkplätze wolle man den Bruckern aber nicht wegnehmen, betont Sommer. Stattdessen schlägt er vor, eine großflächige Solarüberdachung zu installieren. So könne man auch Regenwasser zur Bewässerung sammeln und Strom für Elektrofahrzeuge anbieten.

Die Grünen hoffen darauf, dass sie im Marktrat eine Mehrheit für ihre Vorschläge finden. „Wir müssen viel, viel mehr als bisher tun, um den Klimawandel abzumildern“, forder Sommer. Denn dessen Auswirkungen seien auch in Bruck deutlich zu spüren. Das habe man beim jüngsten Sturm und seinen Schäden sehen können. Auch der Sulzbach sei bei extremen Wetterverhältnissen eine Gefahr, so Sommer.

Antrag wird erst im September Thema im Marktrat sein

Bei der nächsten Marktratssitzung am 31. Juli wird das Thema nicht auf der Tagesordnung stehen. Diese sei thematisch mit Kinderhaus, Turnhalle und Rewe-Ansiedlung schon sehr vollgepackt, sagt Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU). Um dem Thema Klimaschutz genug Zeit einräumen zu können, werde man den Grünen-Antrag im September behandeln. Es sei wichtig, ausführlich über das Thema zu sprechen – auch darüber, wo das Pflanzen von Bäumen sinnvoll sei und wo nicht.