Neuer Anlauf für Rewe: Brucker Markträte werden über die Ansiedlung abstimmen

Eigentlich hatten die Brucker Markträte die geplante Rewe-Ansiedlung bei Mögendorf bei der Sitzung am 22. Mai gestoppt – doch nun gibt es nochmals eine Chance für das Projekt: Bei der nächsten Sitzung des Gremiums am 31. Juli wird ein neuer Versuch vollzogen, um die für die Ansiedlung nötige Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans zu vollziehen.
Wie kam es dazu? Am Dienstagabend hatten sich die Markträte auf Initiative von Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) erneut zusammengesetzt, um über die Rewe-Pläne zu sprechen. Bereits Anfang Juni hatte ein solches nichtöffentliches Treffen stattgefunden. Damals verständigte man sich darauf, einen Vertreter des Investors, der Kiermeier Gruppe aus Niederbayern, nochmals nach Bruck einzuladen, um über offene Fragen zu sprechen. Dies ist mittlerweile geschehen. So folgte nun diese Woche erneut eine nichtöffentliche Gesprächsrunde der Räte.
Das Ergebnis gibt den Rewe-Befürwortern Grund zur Hoffnung. „Wir haben uns geeinigt, dass wir den Aufstellungsbeschluss wieder auf die Tagesordnung nehmen“, sagte Faltermeier auf Nachfrage der Mittelbayerischen. Details wollte sie nicht nennen, nur so viel: Man habe sich rund 45 Minuten lang unterhalten – von den 16 Markträten seien allerdings nur neun dabei gewesen. „Ich hätte eigentlich schon gedacht, dass alle kommen würden“, sagt die Rathauschefin.
Keine verfestigte Planung
Inhaltlich habe man sich unter anderem mit einer Stellungnahme des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach auseinandergesetzt. Denn in der Mai-Sitzung war aus dem Marktrat der Hinweis gekommen, dass die Gemeinde den langfristig geplanten Ausbau der B85 und damit eine mögliche Verlegung der Trasse bei Mögendorf berücksichtigen müsse. Mittlerweile habe man vom Bauamt dazu eine Stellungnahme erhalten, sagt Faltermeier. Es liege in Sachen B85 „keine verfestigte Planung“ vor, die der Markt Bruck „in der gemeindlichen Bauleitplanung berücksichtigen könnte bzw. müsste“, heißt es darin.
Es hat sich herauskristallisiert, dass ein paar Räte das Thema mittlerweile positiver sehen.
Heike Faltermeier, Bürgermeisterin
Doch am Dienstagabend wurden noch weitere Aspekte behandelt. Die Räte hätten sich bereits den Bebauungsplan-Entwurf des Investors anschauen können und Vorabinfos zur Verkehrsplanung und zum artenschutzrechtlichen Gutachten erhalten.
Wie geht es nun weiter? Das Gespräch mit den Räten habe „keinen Sitzungscharakter“ gehabt, sagt Faltermeier. Deshalb habe man auch nicht förmlich darüber abgestimmt, ob man das Thema nochmals auf die Tagesordnung heben wolle oder nicht. Dennoch habe man sich am Ende auf dieses Vorgehen geeinigt. Somit wird die Abstimmung zum Flächennutzungs- und Bebauungsplan, die Ende Mai zunächst das Ende für die Rewe-Ansiedlung bedeutete, am 31. Juli nun erneut durchgeführt.
Faltermeier ist optimistisch
„Diese Abstimmung wird wahrscheinlich anders ablaufen“, sagt Faltermeier. Sie habe das Gefühl, dass die Stimmung in Sachen Rewe innerhalb des Marktrates teilweise umgeschlagen sei. „Es hat sich herauskristallisiert, dass ein paar Räte das Thema mittlerweile positiver sehen“, so der Eindruck der Rathauschefin. Wäre dies nicht so gewesen, wäre sie dagegen gewesen, erneut abzustimmen. „Ich will mich ja nicht lächerlich machen“, sagt sie.
Sollten die Räte bei der nächsten Sitzung tatsächlich pro Rewe votieren, sei das aber „kein Freibrief für den Investor“, betont Faltermeier. Schließlich stehe man noch ganz am Anfang des Prozesses, im Laufe dessen unter anderem zahlreiche Fachstellen Einwände gegen das Vorhaben einbringen könnten.