Autos fahren illegal durch: Wann schützen Poller die Fußgängerzone in Neumarkt?

Die Fußgängerzone am Rathaus bewegt die Neumarkter. Das machten vor kurzem Gespräche mit Bürgern an einem Stand unseres Medienhauses deutlich. Auch in der Stadtpolitik ist das Thema in jüngster Zeit wiederholt aufgegriffen worden. Es wurde und wird viel geredet, doch was passiert konkret, um die illegalen Durchfahrten von Autos zu verhindern? Und vor allem: wann?
Schilder machen die Fußgängerzone im Bereich rund um das Rathaus kenntlich. Linien- und Schulbusse, Lieferanten (zwischen 6 und 10 Uhr) und Radfahrer dürfen durchfahren. Auch städtische Fahrzeuge, wenn sie einen konkreten Anlass haben und solche mit Ausnahmegenehmigung.
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Es fahren aber auch tagtäglich andere Fahrzeuge durch – unerlaubt. Beobachten kann das jeder, der nur etwas Zeit hat. Daran haben die seit 2020 eingeführten Kontrollen des Zweckverbands Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz nichts geändert, auch wenn die Stadt Neumarkt vor gut einem Jahr geäußert hatte, die Lage habe sich ihrer Meinung nach gebessert. Dennoch hatte damals Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn (CSU) erklärt, dass ihm die Situation ein Dorn im Auge sei.
Neumarkts Oberbürgermeister spricht sich für Poller aus
Ein Jahr ist seither vergangen. Was die Kontrollen in dem Zeitraum seither ergeben haben, will die Stadt erst dem Verkehrsausschuss im Herbst vorstellen.
Eine Lösung mit absenkbaren Pollern, die seit Jahren von vielen Seiten immer wieder ins Gespräch gebracht wird, wärmte vor kurzem die UPW auf. Auch vom CSU-Rathauschef war diese Lösung bereits bei früherer Gelegenheit zu hören gewesen. Auf Anfrage erklärt er jetzt: „Ich persönlich präferiere diese Lösung.“
Die Verwaltung prüfe das – auch technisch und nicht nur für den Rathausplatz. Poller spielten im allgemeinen Sicherheitskonzept für die Altstadt eine Rolle. „Die Poller-Lösung klingt einfach. Sie ist es aber nicht“, klingt Ochsenkühn wenig zuversichtlich für eine zeitnahe Lösung. Es gehe um Fragen des Tiefbaus und solche, wie praktikabel Poller für Linienbusse sein könnten.
Schulbusse raus aus der Fußgängerzone in Neumarkt?
Die Busse ganz aus der Fußgängerzone zu verbannen, wie es mancher Bürger vorschlägt, hält Ochsenkühn für nicht realistisch. Ein solcher Schritt würde komplexe Fragen aufwerfen: Wo könnten zentrumsnah Haltestellen geschaffen werden? Hätten diese die Kapazität, um den Schulbusverkehr abzuwickeln? „All das sehe ich momentan nicht“, sagt der Rathauschef. Die Busse werden weiter durch die Fußgängerzone fahren. Es könnte sich aber etwas an der Streckenführung ändern, sagt der OB. Das müsse geprüft werden.
Erst prüfen, dann handeln lautet auch die Vorgehensweise für die Stadt bei der „interessanten Testphase“ (Ochsenkühn), die seit einiger Zeit in der Marktstraße läuft. Was von deren Maßnahmen (Rasenflächen, mobile Pflanzen, Parklets, Sonnensegel und Spielbrunnen) soll in eine dauerhafte Umgestaltung des Rathausplatzes einfließen? Und wie soll diese überhaupt aussehen? Im Zuge dieser Diskussion werde es auch um die Durchfahrt, Poller und Busse gehen, sagt Ochsenkühn. Möglicherweise wird dann noch stärker ausgestaltet, was schon jetzt ein Nebeneffekt der vorübergehend installierten Rasenflächen ist: Die Fahrspur der Marktstraße verläuft nicht mehr gerade, sondern beschreibt einen Bogen. Das kann für den Verkehr bremsend wirken.
Fragt sich, wann die Diskussion über die Umgestaltung des Rathausumfelds startet? „Verwaltungsintern werden wir im Herbst die Diskussion über die Umgestaltung des Rathausplatzes beginnen“, erklärt der Oberbürgermeister.