Vespa-Treffen in Bad Abbach hat sich zum größten in Deutschland entwickelt

Die Zeiten ändern sich, die Liebe bleibt: Bei alten Vespas hält die Liebe vielleicht noch länger als bei vielem anderen. Kurz: Der Vespa Club Regensburg (VCR) feiert heuer sein 35-jähriges Bestehen und zum 25. Mal findet das legendäre Sommerfest des Clubs statt. An die 800 Vespa-Fahrer werden dazu am 1. und 2. August auf der Freizeitinsel in Bad Abbach erwartet. Dabei begann alles ganz harmlos.
Zwei Mitglieder der ersten Stunde des VCR erzählen es so: „Wir standen mit unseren Vespas an einer Ampel, die Rot zeigte. Wir sahen uns an und fragten uns: Gründen wir einen Club?“ Als die Ampel kurz danach auf Grün schaltete, soll die Entscheidung gefallen gewesen sein. So lautet jedenfalls die Legende und Martin Kessel, einer der beiden von der Ampel und Gründungsmitglied des VCR beteuert, dass es so – oder doch zumindest sehr ähnlich – gewesen sei.
Der VCR mit seiner Gründung 1990 knüpfte an lange zurückliegende Traditionen in Regensburg an. Bereits in den 50er-Jahren hatte es einen Vespa-Club in der Domstadt gegeben. In den 70er- und 80er-Jahren sah man sogar Rollerfahrer nach dem Vorbild der Mods in England in Regensburg.

Die Liebe zu den Vespas und ihrem Geknatter hält. Und weil Liebe und Leidenschaft nicht nur ein gleichmäßiges Dahintuckern sind, sondern auch Höhepunkte brauchen, begannen die Mitglieder des Vespa Clubs bald nach ihrer Gründung Treffen zu organisieren. Anfangs fanden die in einem fast privaten Bereich in Zieglhof bei Pielenhofen, und dann am Schwetzendorfer Weiher (beides im Landkreis Regensburg) statt. Danach ging es bei Wiesenfelden (Landkreis Straubing-Bogen) und anschließend im Schwalbennest, einer Jugendeinrichtung der Stadt Regensburg an der Donau nahe Matting, weiter und als das Quartier zu klein wurde, zog der VCR auf die Freizeitinsel in Bad Abbach um.
40 Personen am Anfang
Der Grund für die Wechsel: Die Zahl der Teilnehmer war im Lauf der Jahre stetig gewachsen. „Beim ersten Treffen 2001 waren wir gerade einmal 40 Personen“, erinnert sich Martin Kessel, langjähriger Präsident des Clubs. 2010, im ersten Jahr auf der Freizeitinsel, waren es 200 Teilnehmer. „Und das war nicht wenig“, sagt Markus „Jack“ Jakomet, der derzeitige Clubvorsitzende. In diesem Jahr, dem 25-jährigen Jubiläum, könnten es 800 Rollerfahrer werden – so viele wie noch nie.

Wie auch immer: Das Sommerfest des VCR ist längst zum größten Vespa-Treffen in Deutschland geworden, sagt „Jack“ Jakumet, der sich insoweit auf Zahlen des Dachverbands der Vespa-Clubs in Deutschland beruft.
Das Treffen des VCR ist zu einer festen Größe unter den Vespisti geworden. Die Teilnehmer kommen auch aus Hamburg, Bergamo in Italien und Norwegen, um beim Sommerfest auf der Freizeitinsel dabei zu sein. Dafür, dass das Treffen so groß geworden ist, haben die Mitglieder des Clubs über Jahre gearbeitet. Sie sind regelmäßig zu Treffen anderer Clubs gefahren und haben für ihre Veranstaltung geworben.

Doch das allein reichte nicht, damit die Freizeitinsel unter Vespa-Fahrern so beliebt geworden ist. „Wichtig“, sagt Martin Kessel, „ist auch, dass wir keinen Eintritt nehmen“. Die Veranstaltung finanziere sich allein über Einnahmen wie den Getränkeverkauf. Dazu kommt, dass es beim Sommerfest eine Händlermeile gibt, bei der man nicht nur kaufen kann, sondern auch eine fachkundige Beratung bekommt und die benötigten Teile prüfen kann.
Leidenschaft eint die Fans
Ein wichtiger Bestandteil der Treffen auf der Freizeitinsel ist der Leistungsprüfstand. Wer wissen will, wie viel Leistung seine Vespa tatsächlich hat, kann es hier prüfen lassen.
Obwohl das Sommerfest des VCR gewachsen ist, handelt es sich um eine Veranstaltung, die ihrem Ursprung treu geblieben ist. Man trifft sich, weil mein eine gemeinsame Leidenschaft hat und darüber reden will. So wird es auch am ersten August-Wochenende auf der Freizeitinsel in Bad Abbach vor allem um Umbauten, Leistungssteigerungen, die Wahl des richtigen Reifens sowie die nächsten Treffen und Touren gehen. Vielleicht werden einige Teilnehmer auch ihre alten Reifen „verheizen“ und bei Burnouts zum Qualmen bringen. Aber das gehört dazu. „Die Treffen sind harmlos“, sagt Wolfgang Cieplik vom VCR.
Zum Programm gehört auch der Corso, die gemeinsame Ausfahrt. Sie ist vom ersten Treffen an bis heute ein fester Bestandteil der Treffen des VCR. Nur dass es heute nicht nur eine Ausfahrt gibt. Es werden gleich fünf Touren angeboten, bei denen es im Gegensatz zu anderen Treffen durchaus sportlich zugeht.
„Das ist eine richtige Ausfahrt“, sagt Wolfgang Cieplik und erklärt: „Wir sind mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von 80 km/h unterwegs und jede Tour wird von einem Guide geführt.“ Es soll ja auch jeder Vespa-Fahrer wieder zurückkommen.
