Hiobsbotschaft: Für die neuen Krippenräume in Rötz fehlt das Geld - Die Schulsanierung beginnt

„Wir können anfangen“, so verkündete Bürgermeister Dr. Stefan Spindler bei einem Pressetermin den Start der Schulsanierung. Gleichzeitig hatte er jedoch auch eine schlechte Nachricht zu vermelden für die Eltern, die gehofft hatten, ihre Kinder ab September 2026 in die neue Kinderkrippe schicken zu können.
Das „Problemkind“ in dem Gebäudekomplex ist das ehemalige Mittelschulgebäude – für dieses gab es große Pläne, nachdem vor einiger Zeit das Thema Krippenplatzmangel in Rötz akut war. Im Stadtrat wurde daraufhin beschlossen, neue Räume im Schulgebäude für die Krippe unter neuer Trägerschaft zur Verfügung zu stellen. Das muss nun jedoch auf Eis gelegt werden.
Der Plan wäre gewesen, einen Krippenraum fertig auszubauen, damit zwölf Kinder einen Platz darin finden können und die Räumlichkeiten bei Bedarf aber um einen zweiten und dritten Raum erweitern zu können – so hatte der beauftragte Architekt das auch geplant.
Für die Krippe gab es einen eigenen Förderantrag. Dann flatterte ein Brief der Regierung der Oberpfalz ins Haus: Nur der Raumbedarf für die zwölf Krippenplätze ist förderfähig, da nur dieser Bedarf ermittelt worden sei. Die förderfähigen Kosten sinken damit von zuvor 2,3 auf circa 1,7 Millionen. Die Finanzierungslücke: 615 000 Euro, und „das ist nicht im Haushalt mit drin“, so Spindler.
Bedarf ist zurückgegangen
Der Zeitplan wäre gewesen, dass auch die neue Krippe im September 2026 einzugsbereit gewesen wäre. Nun habe man die Notbremse gezogen. „Wir müssen uns ein neues Konzept überlegen. So wie es jetzt ist, ist es nicht finanzierbar.“
Von Birgit Frank, der Leiterin der bestehenden Kita St. Martin, habe er die Info bekommen, dass derzeit der Bedarf an Krippenplätzen zurückgegangen sei, was wohl auf eine Gebührenerhöhung zurückzuführen sei. Bevor man viel Geld in die Hand nimmt – das im Haushalt gar nicht bereitsteht – und die Räume einer neuen Krippe dann vielleicht leerstehen, sei im Stadtrat beschlossen worden, den Krippenbau vorerst auszusetzen und in einer Arbeitsgruppe neu aufzuarbeiten. Das Gebäude beheimatet unter anderem die Stadtbibliothek, die Räume der Caritas, der Landkreismusikschule und einen privaten Betrieb. Den „Untermietern“ soll ermöglicht werden, die Räume weiterhin nutzen zu können, so der Bürgermeister.
Zu den positiven Nachrichten zählte er, dass am 30. Mai ein „Meilenstein“ erreicht worden sei: Die Baugenehmigung für die – so der offizielle Titel – „energetische Sanierung des ehemaligen Mittelschulgebäudes, Integration einer Kinderkrippe, Nutzungsänderung für gemeinnützige und gewerbliche Zwecke, Umstrukturierung der Grundschule und Integration einer Ganztagsschule im Schulkomplex der Stadt Rötz“ wurde erteilt. Dafür habe man lange gekämpft.
Anfang Juni war der Bürgermeister persönlich nach Regensburg gefahren, um die schulaufsichtliche Genehmigung zu erwirken und den Zeitraum für die Bearbeitung der Förderanträge abzusprechen. Nur zwei Tage später wurde die schulaufsichtliche Genehmigung für die geplanten Umbauten im Gebäude, insbesondere zur Schaffung von Aufenthalts- und Essensversorgungsflächen zur ganztägigen Betreuung erteilt. Ende Juni wurde die Unbedenklichkeitsbescheinigung für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn ausgestellt.
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Nächsten Dienstag, kurz vor den Sommerferien, soll es losgehen – der Staubschutz ist schon installiert. Die Baumeisterarbeiten wird die Firma Albert Haimerl aus Pillmersried ausführen. Begonnen wird mit dem Grundschulgebäude, in dem künftig die Grundschule vollständig inklusive Rektorat, Lehrerzimmer und dem Raum für die Jugendsozialarbeit untergebracht sein soll und man sich von den kurzen Wegen Vorteile im Tagesablauf verspricht.
In diesem Teil handle es sich um vergleichsweise kleinere Arbeiten, so Spindler. Die Räumlichkeiten wurden mit Matthias Riederer, dem Behindertenbeauftragten der Stadt, begutachtet und seine Anregungen, zum Beispiel was die Breite der Türen betrifft, mit aufgenommen. Noch in den Ferien sollen die Bauarbeiten an diesem Abschnitt beendet werden.
Mensa mit Essensausgabe
In den zweiten Abschnitt, den Mittelteil, werden später die Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung und eine kleine Mensa mit Essensausgabe kommen. Ab dem Herbst 2026 besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung – zumindest dieser sollte damit nichts mehr im Weg stehen.
Baustart: Bei den Maßnahmen am Grundschulgebäude wird begonnen mit Abbruch- und Abdeckarbeiten, dem Ausbau alter Feuerschutz- und Holztüren, dem Ausbau von Bodenkonstruktionen, dem Ergänzen von Estrich und Mauerwerk, dem Unterstützen von Stürzen, dem Ausbauen, Entsorgen und Höhersetzen, dem Einbau neuer Stürze und Beiputzarbeiten.
Ferien: In den Sommerferien sind die Entfernung des Bodenbelags vorgesehen, die Entfernung beziehungsweise das Anpassen der Trockenbaudecke, das Aufstellen und oberflächenfertige Herstellen der Trockenbauwände, die Herstellung einer neuen Wasserzuleitung für die Teeküche, das Verlegen und Herstellen von Strom- und Netzanschlüssen für die Räume, ebenso Lichtschalter und dergleichen. Die Teeküche wird abgebaut, abgeändert und wieder aufgebaut im Grundschulgebäude, der Bodenbelag in den Räumen muss wieder hergestellt werden, außerdem stehen Ausbesserungsarbeiten an den Wänden an.