Apotheker in Schwarzmarkthandel verwickelt? Durchsuchungen auch in Regensburg

Von Isolde Stöcker-Gietl · 24. Juli 2025 um 09:50

Das Medikament Paxlovid, das im Rahmen der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie von der Bundesregierung zentral beschafft wurde, soll von Apothekern und deren Helfern unerlaubt nach China exportiert worden sein. Auch in Regensburg gab es Durchsuchungen. Zwei Personen sitzen in Untersuchungshaft.

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Apotheker, Apothekenmitarbeiter und Zwischenhändler stehen in Verdacht, Schwarzhandel mit dem Covid-19-Medikament Paxlovid betrieben zu haben. Am vergangenen Donnerstag ordnete die Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg 16 Durchsuchungen in Bayern an – auch in Regensburg. Zwei Haftbefehle wurden vollzogen.

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Wie es in einer Pressemitteilung der zuständigen Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen (ZKG) heißt, geht es um den unerlaubten Handel mit dem Medikament in einem Schadenswert von rund 2,6 Millionen Euro. Demnach legten die Ermittlungen den Schluss nahe, dass die beschuldigten Apotheker, Mitarbeiter in Apotheken sowie Zwischenhändler im Jahr 2023 bei mehreren Gelegenheiten das von der der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung der Auswirkungen der Covid-19 Pandemie zentral beschaffte Medikament Paxlovid bestellten, um es anschließend außerhalb des vorgegebenen Verteilungsmechanismus an sogenannte Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt zu veräußern.

Die Rede ist von knapp 10.000 Packungen des Wirkstoffs, die vor allem nach China exportiert worden sein sollen, wo das Medikament aufgrund des hohen Infektionsaufkommens massiv nachgefragt worden sei. Die 16 Durchsuchungsbeschlüsse wurden in München, Bamberg und Regensburg vollzogen. Die Durchsuchung in der Oberpfalz sei im Landkreis Regensburg erfolgt, hieß es auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Es handele sich nicht um eine Apotheke. Die beiden Haftbefehle seien in München vollstreckt worden.

2024 bereits Durchsuchungen

Es ist nicht die erste Durchschung, die im Zusammenhang mit dem Medikament in der Oberpfalz stattfindet. Bereits 2024 vollstreckte die ZKG einen Durchsuchungsbeschluss, der den Schwarzmarkthandel mit Paxlovid als Grundlage hatte. Damals standen zwei Männer in der Stadt und im Landkreis Regensburg im Fokus. Die Durchsuchungen fanden in zwei Apotheken sowie im privaten Umfeld der Beschuldigten statt. Dabei soll es um mehr als 3000 Packungen des Medikaments gegangen sein.

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Das im Januar 2022 neu zugelassene Medikament Paxlovid wurde von der Bundesrepublik Deutschland zentral und in großen Mengen beschafft. Es sollte Patienten im Falle einer ärztlichen Verordnung über die Apotheken kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für die Abgabe erhielten der Großhandel und die Apotheken eine Aufwandsentschädigung, die aus Bundesmitteln finanziert wurde. Eine Abrechnung über die gesetzliche Krankenversicherung erfolgte nicht. Zuzahlungen waren durch die Patienten nicht aufzubringen.

Medikamente wohl nach China geliefert

Wie es in der Pressemitteilung weiter heißt, bestand ab Ende des Jahres 2022 in der Volksrepublik China aufgrund des dortigen Infektionsgeschehens eine sehr hohe Nachfrage nach antiviralen Medikamenten zur gezielten Behandlung einer Covid-19-Erkrankung. Eine staatlich organisierte Versorgung der dortigen Gesellschaft mit geeigneten Medikamenten gegen eine Covid-19-Erkrankung erfolgte allerdings nicht. Dies habe zu einem regen Schwarzmarkthandel geführt. Es sei daher auch in Deutschland nach Bezugsmöglichkeiten von Paxlovid gesucht worden. Allerdings ist der Export als auch das Handeltreiben mit Paxlovid in Deutschland gesetzlich verboten. Den Beschuldigten wird nun vorgeworfen, insgesamt knapp 10 000 Packungen Paxlovid bestellt und ohne Vorlage entsprechender Rezepte und ohne Großhandelserlaubnis gewinnbringend über ebenfalls beschuldigte Zwischenhändler auf dem Schwarzmarkt weiterverkauft zu haben.

Zwei Haftbefehle wurden vollstreckt

Das Bundesministerium für Gesundheit, welches bei Prüfungen Auffälligkeiten feststellte, meldete dies an die ZKG, die die entsprechenden Ermittlungen einleitete. Das Amtsgericht Nürnberg erließ daraufhin die 16 Durchsuchungsbeschlüsse sowie zwei Haftbefehle. Rund 100 Polizeibeamte und vier Staatsanwälte waren im Einsatz. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden Unterlagen sowie Datenträger sichergestellt.