Urlaub in Niederbayern und der Oberpfalz: Städtetourismus geht „gefühlt durch die Decke“

Von Gerd Otto · 23. Juli 2025 um 17:00

Hier sind die Gäste besonders zufrieden: Ostbayern zählt im deutschlandweiten Vergleich zu einem Top-Reiseziel. Viel besucht waren im vergangenen Jahr vor allem die Städte Regensburg und Passau – auch von internationalen Gästen.

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Als entscheidendes Merkmal für die langfristige Entwicklung der Tourismusbranche gilt heutzutage mehr denn je die Zufriedenheit der Gäste. Umso erfreuter zeigte sich gestern der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling in seiner Eigenschaft als Präsident des Tourismusverbands Ostbayern (OTV). Angesichts der Destinationsrankings unter mehr als 140 deutschen Regionen könne man nämlich feststellen, dass die Touristik-Anbieter in Niederbayern und der Oberpfalz in der Tat „auf Qualität setzen“. Immerhin liegen drei von vier ostbayerischen Urlaubsregionen in puncto Gästezufriedenheit unter den Top 10: Der Oberpfälzer Wald (1,2 Millionen Übernachtungen) hat hier die Spitze erklommen, auf den Plätzen vier und fünf folgen der Bayerische Wald (6,5 Millionen Übernachtungen) und der Bayerische Jura mit 1,17 Millionen.

Mehr Ankünfte, weniger Übernachtungen

Im Rahmen der von Vorstand Dr. Michael Braun moderierten Jahreshauptversammlung im oberpfälzischen Wiesau und mit Blick auf die aktuellen Zahlen betonte Thomas Ebeling, dass die ostbayerischen Städte „gefühlt durch die Decke gehen“, während der ländliche Raum von diesem touristischen Höhenflug wenig mitbekomme. Die Zahl der 2024 registrierten Gästeankünfte in Ostbayern lag insgesamt mit 5,31 Millionen leicht über dem Vorjahr, bei den Übernachtungen kam es mit 16,59 Millionen zu einem leichten Minus von 0,6 Prozent, was etwa auch dem Rückgang der Bettenzahl in den ostbayerischen Beherbergungsbetrieben entspricht.

Prozentual am besten schnitten im vergangenen Jahr die ostbayerischen Städte mit einem Plus von 3,9 Prozent auf über 1,6 Millionen Ankünfte beziehungsweise 2,97 Millionen Übernachtungen ab, was einer Steigerung gegenüber 2023 um 3,6 Prozent entspricht. Besonders ragen hier Regensburg mit knapp 1,4 Millionen Übernachtungen und Passau (557.000) hervor, während Landshut (338.000) mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 2,3 Tage besticht.

Thermen ziehen Touristen an

In Bezug auf die Frage „Wie lange bleiben die Gäste?“ schneiden die Bäder im Bayerischen Thermenland mit 6,4 Millionen Übernachtungen besonders gut ab, im Schnitt sind es hier 3,7 Tage. Mit einer Übernachtungszahl von 1,98 Millionen liegt Bad Füssing hinter München (19,71 Millionen) und Nürnberg (4,86 Millionen) an dritter Stelle in Bayern. Regensburg belegt mit 1,37 Millionen Übernachtungen den sechsten Platz, auf Rang 15 ist Bad Griesbach mit fast 800.000 Übernachtungen, gefolgt von Bodenmais mit 700.000 Übernachtungen und Neustadt/Donau mit Bad Gögging, wo zuletzt knapp 600.000 Übernachtungen registriert wurden. Außerdem meldet Bad Kötzting über 213.000 Übernachtungen, das oberpfälzische Bad Neualbenreuth knapp 82.000 und Bad Abbach mehr als 60.700 Übernachtungen.

Und woher kommen die Gäste? Von den rund 1,66 Millionen Übernachtungen ausländischer Ostbayern-Besucher entfällt der Großteil auf Österreich mit 360.000, mit weitem Abstand vor den Niederlanden (160.000), Tschechien (114.000), Polen sowie den USA und der Schweiz. Neben Japan (plus 30 Prozent allein in Niederbayern) fällt die Steigerung bei den Gästen aus China besonders auf – innerhalb eines Jahres von 11.500 auf über 17.700 Übernachtungen.

Trotz dieser bemerkenswerten Zahlen und einer durchwegs erfreulichen Gesamtzufriedenheit auf Seiten der Mitglieder des Tourismusverbands warnte Präsident Thomas Ebeling davor, sich auf diesen Ergebnissen auszuruhen. So werde die Digitalisierungsoffensive fortgesetzt, ein neues Nachhaltigkeitsprojekt mit insgesamt zehn Landkreisen gestartet und grundsätzlich von der Politik gefordert, die Tourismusfinanzierung auf sichere Beine zu stellen.

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Nicht zuletzt mit Blick auf den Mehrwert der Branche für die Einheimischen, worüber der Tourismusforscher Prof. Dr. Bernd Eisenstein referierte, sprach der IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes gegenüber der Mediengruppe Bayern speziell für Ostbayern von einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor: „Diese Querschnittsbranche gibt Impulse für Entwicklung, Beschäftigung und Lebensqualität und fördert Investitionen in die Infrastruktur.“ Im Wettbewerb um Fachkräfte seien zudem Lebensqualität, ansprechende Freizeitmöglichkeiten und die Bekanntheit als Urlaubsregion durchaus von Bedeutung. Hier müsse sich die Region freilich, so Helmes, in Zukunft besser vernetzen,