Für Leseförderung: Burglengenfelder Buchhändlerin nimmt mit Schülern einen Podcast auf

Buchhändlerin Katja Spiller von der Buchhandlung am Rathausin Burglengenfeld will mit einem Podcast für Schüler etwas Neues wagen und auf diesem Wege zur Leseförderung für Kinder und Jugendliche beitragen. Als Probanden stehen ihr dabei Schüler der fünften Klassen der Realschule am Kreuzberg zur Verfügung. Am 29. Juli will sie mit ihnen und mit Unterstützung des Medienunternehmens Bücheralarm in ihrer Buchhandlung einen Live-Podcast aufnehmen, schneiden und online stellen.
Ausgesucht haben sich die Schüler aus einer Vorauswahl durch Spiller hierfür das Fantasy-Abenteuer-Buch „Stadt der bösen Tiere“, das im Ravensburger Verlag erschienen ist. Die Autorin Gina Mayer wird sich dabei den Fragen der Schüler stellen. In dem Buch geht es um einen weißen Tiger, der Tiere und Menschen ausbilden will, um mit ihrer Hilfe die Welt zu einem besseren Ort zu machen, wo sowohl Menschen und Tiere gleichberechtigt leben können. Eine Kickboxerin namens Lizard soll dabei auch eine besondere Rolle einnehmen.
Ein Meeting brachte den Stein ins Rollen
Als Katja Spiller im Mai dieses Jahres im Rahmen eines Online-Meetings von „eBuch“, ein Genossenschaftsverband für Buchhändler, einen Beitrag der Bücheralarm-Gründerin Lena Stenz, die ihren Bücheralarm-Podcast vorstellte, verfolgt hat, war sie sofort von der Idee überzeugt, so etwas selbst ausprobieren zu wollen. Bereits wenige Tage später habe sie die Lehrerin Andrea Schneider von der Realschule am Kreuzberg angesprochen, von der sie wusste, dass ihr die Leseförderung von Kindern sehr am Herzen liege.
„Das klingt super!“ soll ihre erste Reaktion gewesen sein, wie Katja Spiller die Lehrerin zitiert. Und auch die Schulleitung der Realschule sei spontan von der Idee begeistert gewesen. Ausreichend Schüler haben sich auch gleich gemeldet.
In den Ferien wurde gelesen
Da in dem laufenden Schuljahr nur noch wenig Zeit zur Verfügung steht, trat die Buchhändlerin sofort mit Bücheralarm in Verbindung und vereinbarte einen Termin. Zur Wahl stand tatsächlich nur noch der vorletzte Schultag. Über die Pfingstferien hatten die Schüler die Gelegenheit, das ausgewählte Buch zu lesen und sich Fragen an die Autorin zu überlegen.
Da Gina Mayer am 29. Juli nicht persönlich vor Ort sein kann, um die Fragen live zu beantworten, wie Spiller betont, sollen die Fragen der Schüler per Zoom-Call an die Autorin übermittelt werden. „Für die Zuhörer wird das wie ein Live-Interview sein“, wie Katja Spiller sagt.
Für die Zuhörer wird das wie ein Live-Interview sein.
Katja Spiller, Buchhändlerin
Am Vormittag des 29. Juli wollen die Schüler in der Buchhandlung das Buch vorstellen und ihre Lieblingsstellen vorlesen. Gleichzeitig wollen sie untereinander über den Inhalt der Geschichte sprechen und den Zuhörern erklären, was sie daran toll finden.
Am Nachmittag sollen die Aufnahmen zu einer Podcast-Folge zusammengeschnitten und auch gleich auf der Webseite von Bücheralarm online gestellt werden. Finden wird man den Podcast dort in der Rubrik „Schule“.
Nadine Hochmuth, eine ausgebildete Lese- und Literaturpädagogin des Bücheralarm-Projektes wird dabei unterstützend mitwirken. Anschließend, ab 17 Uhr, soll zusammen mit Schülern, Eltern und Lehrkräften in der Buchhandlung eine Release-Party stattfinden, bei der man sich auch gleich das Ergebnis anhören kann.
Die Technik hielt sie ab
Katja Spiller habe schon immer mal Podcasts machen wollen, wie sie sagt. Aber so recht habe sie sich nicht getraut. Die Technik, die sie sich hierfür anschaffen müsste, sei nämlich nicht billig, so die Buchhändlerin. Ohne zu wissen, wie und ob das funktioniere, habe sie dieses Risiko nicht eingehen wollen. Zudem würden auch Lizenzgebühren beim Buchverlag fällig werden.
Diese hat bei dem aktuellen Podcast-Projekt nun das Medienunternehmen Bücheralarm übernommen und ihr sogar eine ausgebildete Lesepädagogin zur Seite gestellt, welche die notwendige Technik mitbringen und die Veranstaltung managen werde, so Spiller.
Ihr Plan sei, so etwas in Zukunft auch für Kindergärten und Schulen anzubieten, wie sie sagt. Bücheralarm ist ein Netzwerk für die Leseförderung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten Büchereien und Schulen dadurch neue Impulse.
Es unterstützt Podcast-Projekte und bringt das analoge Medium Buch in die digitale Lebenswirklichkeit junger Menschen.
Dadurch erleben Kinder und Jugendliche die Welt der Bücher in einem neuen Kontext und sollen selbst zu Lesebotschaftern werden. Ob auch die Kinder der Realschule am Kreuzberg zu solchen „Botschaftern“ werden, zeigt sich am 29. Juli.