Pläne für Agri-PV-Anlage in Nittenau vorgestellt: Strom für 850 Haushalte

Mit Anträgen für den Bau von gewöhnlichen Freiflächenphotovoltaikanlagen haben sich die Nittenauer Stadträte schon häufiger beschäftigt. Jetzt waren sie mit einem Novum konfrontiert: Eine Firma aus dem Raum München will auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche eine Agri-PV-Anlage errichten. Die Bauausschussmitglieder bewerteten das Vorhaben einhellig positiv.
Siegfried Ulrich von der Firma Feld Energy aus dem Landkreis Starnberg erläuterte den Räten die Pläne für das Vorhaben im Nittenauer Ortsteil Straßhof. Konkret geht es um ein rund 7,55 Hektar großes landwirtschaftliches Grundstück, auf dem Feld Energy eine sogenannte Tracker-Agri-Photovoltaikanlage errichten will. Diese soll bewegliche Solarmodule erhalten, die sich nach dem Sonnenstand ausrichten.
Wie Ulrich erläuterte, sollen die Modul-Reihen in einem Abstand von 15 Metern aufgestellt werden und eine Höhe von maximal 5,3 Metern erreichen. Die Anlage werde eine maximale Leistung von 4,6 Megawatt-Peak (MWp) erreichen und könne voraussichtlich rund 850 Haushalte mit Strom versorgen. Allerdings sei es auch möglich, sie zu erweitern, so dass man in diesem Fall auf einer Gesamtfläche von 9,3 Hektar 5,6 MWp erzielen könne.
Hoher Ertrag für den Landwirt
Laut Ulrich will Feld Energy die Anlage selbst betreiben. Bisher sei man mit Agri-PV-Projekten in Bayern aktiv, bald aber auch in Baden-Württemberg, sagte er. Der Vorteil solcher Anlagen liege darin, dass die Flächen trotz der Solarmodule weiterhin landwirtschaftlich nutzbar seien. Der Ertrag liege bei etwa 80 Prozent – verglichen mit einer Fläche ohne Solaranlage. Dazu komme noch die Stromerzeugung, was für den Landwirt feste und kalkulierbare Einnahmen bedeute, so Ulrich.
Man kann streiten, ob es schön aussieht oder nicht. Aber es ist ein tolles Projekt
Albert Meierhofer, 2. Bürgermeister
Darüber hinaus werde der Boden durch die Module vor Erosion geschützt und könne mehr Feuchtigkeit speichern – was angesichts des Klimawandels immer wichtiger werde. Auch die Stadt Nittenau werde von dem Projekt profitieren, so Ulrich: 0,2 Cent pro Kilowattstunde des verkauften Stroms gehe als Beitrag an die Kommune. Das bedeute pro Jahr Einnahmen von rund 14 600 Euro. Dazu komme dann auch noch die Gewerbesteuer. Mit dem Bayernwerk müsse nun noch geklärt werden, wo der Strom ins Netz eingespeist werden könne. Ein Umspannwerk benötige man nicht, betonte er.
2. Bürgermeister Albert Meierhofer (CSU), der die Ausschusssitzung leitete, begrüßte die Pläne ausdrücklich. Beim Besuch in der Partnerstadt Biblis habe man eine solche Anlage sehen können. Der Boden sei tatsächlich weiterhin landwirtschaftlich nutzbar. „Das ist eine tolle Sache“, sagte er.
Firma sieht Bürgerbeteiligung als Option
Christoph König (Grüne) wollte wissen, ob auch eine Bürgerbeteiligung geplant sei. Ulrich erklärte, man plane eine Investitionssumme von drei bis vier Millionen Euro und eine Beteiligung der Bürger sei durchaus vorstellbar. Außerdem wollte der Grünen-Vertreter wissen, wer für den Rückbau zuständig sei. Ulrich versicherte, das diese Aufgabe von Feld Energy übernommen werde.
Am Ende befürworteten die Nittenauer Stadträte das Vorhaben einstimmig. Als nächstes steht der Aufstellungsbeschluss in Sachen Bebauungsplan an. „Sie können in die Planungen einsteigen und mit dem Bayernwerk über den Einspeisepunkt verhandeln“, lautete Meierhofers Botschaft an Ulrich.