Neustart für Automatenladen: In Nittenau soll ein 24-Stunden-Supermarkt entstehen

Vor gut einem Jahr hat der Automatenladen „Candy & Chill“ in der Nittenauer Innenstadt (Landkreis Schwandorf) seine Pforten geöffnet – und bei so manchem Bürger für Unmut gesorgt. Nun ist Schluss, doch ein Leerstand wird daraus nicht: Die Nachfolger stehen in den Startlöchern – und planen langfristig, einen kleinen 24-Stunden-Supermarkt einzurichten.
Aufmerksamen Passanten dürfte es nicht entgangen sein: In dem Laden an der Hauptstraße, wo früher ein Schuhmachergeschäft beheimatet war, laufen Umbauarbeiten. Dahinter steckt der neue Betreiber, die Firma „Dampftbeidir“ mit Hauptsitz in Neutraubling. Wie deren Geschäftsführer Philip Parzefall erklärt, vertreibe das Unternehmen E-Zigaretten und weitere Alternativen zu herkömmlichen Zigaretten, und zwar an den vier Standorten Neutraubling, Ingolstadt, Landshut und Straubing. Darüber hinaus gebe es noch einige Standorte mit Franchise-Partnern.
Nicht nur E-Zigaretten im Angebot
Doch was genau soll es nun in Nittenau zu kaufen geben? Man werde hier keinen ausschließlichen E-Zigarettenladen eröffnen, betont Parzefall. Vor rund zwei Jahren habe man begonnen, mit Verkaufsautomaten zu experimentieren. Nach längerer Suche sei man auf den Standort Nittenau gestoßen und wolle hier nun ein neues Konzept in Sachen Automatenladen ausprobieren.

Konkret heißt das: Der frühere Name „Candy & Chill“ ist Geschichte. Man wolle künftig eine breitere Zielgruppe ansprechen, als dies bisher üblich gewesen sei, sagt Parzefall. Natürlich werde es in den Automaten auch weiterhin Süßigkeiten und Getränke geben, die bei den Jugendlichen gefragt seien, sowie E-Zigaretten und ähnliche Produkte.
Es wird keinen Box-Automaten mehr geben. So etwas passt nicht in einen Laden, denn da sind Probleme vorprogrammiert.
Philip Parzefall, Geschäftsführer der Firma „Dampftbeidir“
Es soll auch Lebensmittel und Hygieneartikel geben
Doch langfristig überlege man auch, Lebensmittel wie zum Beispiel Eis, Nudeln oder Pizza anzubieten. Darüber hinaus werde es auch andere Produkte wie etwa Toilettenpapier, Damenhygieneartikel, Zahnpasta oder Kondome geben. Das langfristige Ziel ist laut Parzefall ein 24-Stunden-Supermarkt, der ein möglichst breitgefächertes Publikum anspricht. Um herauszufinden, welche Artikel bei den Kunden in Nittenau gefragt seien, werde man sie um Feedback bitten.
In der Vergangenheit waren in Nittenau immer wieder kritische Stimmen laut geworden. Sie beklagten Missstände rund um das Geschäft – zum Beispiel Lärm oder achtlos weggeworfene Getränkedosen. Auch wurde häufiger der Verdacht geäußert, dass in Sachen Jugendschutz manches nicht in Ordnung sei.
Mit Glücksspiel und Box-Automat ist Schluss
Der neue Betreiber will solche potenziellen Probleme künftig so gut wie möglich vermeiden. Im neuen Laden solle es ruhiger zugehen, sagt Parzefall. Vom Konzept des Vorgänger-Geschäfts wolle man sich abheben. Es werde hier keine Glücksspielautomaten und auch keinen Box-Automaten mehr geben. „So etwas passt nicht in einen Laden, denn dadurch sind Probleme vorprogrammiert, weil es laut wird“, sagt er. Darüber hinaus werde man auf Sauberkeit im Laden achten – und auch auf die Kundschaft einwirken, schließlich könne man hier Missstände via Überwachungskamera beobachten, so Parzefall weiter. Man habe zum Beispiel bereits Jugendliche dabei erwischt, wie sie einen Roller mit in den Laden genommen hätten und herumgefahren seien. „So etwas geht einfach nicht“, betont der Geschäftsführer.
Leider habe man wenig Einfluss darauf, was außerhalb des Geschäfts passiere. „Wir geben unser Bestes, damit wir den Laden und das Umfeld sauber halten“, sagt er. Doch man könne nicht verhindern, dass Müll achtlos weggeworfen werde.