Nittenau hat endlich eine Jugendsozialarbeiterin – Junit soll mit Leben erfüllt werden

Nun hat es doch noch geklappt: Nachdem die Stadt Nittenau längere Zeit erfolglos auf der Suche nach einem Jugendsozialarbeiter gewesen war, ist es jetzt gelungen, die Stelle zu besetzen. Alica Frerichs ist ab 15. Juli im Amt und wird sich vor allem um das Jugendzentrum Junit kümmern.
Die Nittenauer Teenager werden sich deshalb bald selbst ein Bild von ihrer neuen Ansprechpartnerin machen können. Frerichs ist 27 Jahre alt und kommt aus Regensburg. Die gelernte Heilerziehungspflegerin hat Berufserfahrung in einem integrativen Kindergarten gesammelt und war zuletzt im Bereich der Jugendhilfe in einer Mädchenwohngruppe und in der Jugendforensik tätig.
In Nittenau tritt Frerichs nun eine Stelle mit 20 Wochenstunden an und wird sich in den kommenden Wochen intensiv in ihren neuen Aufgabenbereich einarbeiten. Zunächst will sie herausfinden, welche Interessen die Nittenauer Jugendlichen haben. „Ich möchte ihnen viel Raum für Mitbestimmung bieten“, sagt sie.
Erste persönliche Kontakte schon beim Nittenauer Bürgerfest
Auch wolle sie ein Konzept für ihre Arbeit mit den Jugendlichen erarbeiten. Erste persönliche Kontakte möchte Frerichs bereits beim Bürgerfest knüpfen: Sie habe vor, dort eine Befragung unter den Jugendlichen durchzuführen, um ihre Wünsche und Sorgen kennen zu lernen.
Bereits im Frühjahr 2023 hatte die Stadt Nittenau versucht, die Jugendsozialarbeiter-Stelle zu besetzen – was mangels passender Bewerber damals aber im Sande verlaufen war. Der neuerliche Versuch, einen Kandidaten zu finden, geht auf eine Initiative der Grünen-Stadtratsfraktion zurück. Sie hatte erneut einen Antrag auf Besetzung der Stelle gestellt und die Mehrheit des Gremiums hinter sich gehabt.
Ich freue mich sehr. Auf diesen Tag warten wir seit gefühlt 20 Jahren.
Elisabeth Bauer, Grünen-Stadträtin
Die Nittenauer Stadträte haben Frerichs kürzlich kennengelernt, denn hier stellte sich die 27-Jährige bereits den Fragen des Gremiums. Bürgermeister Benjamin Boml (FW) erklärte, er sei froh darüber, dass die Stelle nun endlich besetzt werden konnte. „Es war uns schon lang ein Anliegen, dass wir die Jugendarbeit in Nittenau wieder nach vorn bringen“, sagte er.
Früher habe man in Nittenau im Stadtrat einen Jugendbeauftragten gehabt, doch seit der Wahlperiode 2020 habe sich aus den Reihen des Gremiums niemand mehr zur Übernahme dieser Funktion bereiterklärt. Zwar habe die Familienbeauftragte Elisabeth Bauer (Grüne) Jugendthemen mitbetreut, doch auf Dauer sei dies zu viel für eine Person, so Boml.

Bauer selbst zeigte sich hoch erfreut über die jüngste Entwicklung. „Ich freue mich sehr. Auf diesen Tag warten wir seit gefühlt 20 Jahren“, sagte sie. Es sei wichtig, das Junit endlich wieder mit Leben zu erfüllen. Auch werde es für Frerichs sicher wichtig sein, sich mit örtlichen Vereinen zu vernetzen und mit Jugendsozialarbeitern an den Schulen zusammenzuarbeiten. Dorit Schwarzfischer (CSU), die Vorsitzende des Seniorenbeirats, sah es ähnlich. „Es freut mich, dass wir jetzt eine Fachkraft haben, die uns unterstützt“, sagte sie und betonte, dass es wichtig sei, zusammenzuarbeiten und hierbei auch neue Wege zu finden.
Viele Nittenauer Jugendliche hoffen auf ein lebendigeres Junit
Dass es im Junit bald deutlich lebendiger zugeht als bisher, darauf hoffen viele Jugendliche. In den 130 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im alten Vereinsheim an der Fischbacher Straße hat die Stadt rund 55 000 Euro in die Sanierung investiert. Unter anderem wurden 2021 der Fußboden und die Elektrik erneuert, Heizkörper ausgetauscht und die Wände neu verputzt. Auch eine voll ausgestattete Küche steht bereit. Außerdem gibt es für die Besucher Sitzgelegenheiten und einen Billardtisch.
Zwar finden hier auch ab und an Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Cocktailabend in Kooperation zwischen dem Jugendparlament und der Landjugend statt. Auch das Jugendparlament selbst hält hier seine Sitzungen ab. Von einem Betrieb mit geregelten Öffnungszeiten für alle interessierten Nittenauer Teenager ist das Junit allerdings weit entfernt.