Feuerwehrhaus in Bergham soll für rund 3,2 Millionen Euro saniert und erweitert werden

Von Cornelia Lorenz · 26. Juni 2025 um 17:00

So viele Zuschauer wie am Dienstagabend kommen nur sehr selten zu den Sitzungen des Nittenauer Stadtrats – doch diesmal sorgte die anstehende Entscheidung über die Zukunft des Berghamer Feuerwehrhauses für volle Stuhlreihen. Die Räte waren sich schnell einig: Das alte Gebäude soll saniert und erweitert werden.

Florian Brunner vom Architekturbüro „quadrat45°“ präsentierte den Räten zunächst das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie. Der Abriss des bestehenden Gerätehauses und der Neubau an derselben Stelle würden zwischen 3,6 und 3,8 Millionen Euro kosten, erläuterte er. Anstelle der drei Stellplätze für Einsatzfahrzeuge könne man im Neubau vier unterbringen. Die aktuelle Situation sei nicht mehr zeitgemäß, so Brunner.

Wenig Lagerflächen im Neubau

Wichtig sei auch die Installation von getrennten Damen- und Herrenumkleiden. Der Schulungsraum könne im Neubau im Obergeschoss untergebracht werden , ebenso ein Büro- und Technikraum. Allerdings, so gab der Architekt zu bedenken, müssten die Feuerwehrkameraden im Neubau mit „bescheidenen Lagerflächen“ auskommen.

Als zweite Variante präsentierte der Architekt den Räten die Variante eines Anbaus. Die Fahrzeughalle würde in diesem Fall nach vorne zur Walderbacher Straße hin ergänzt. Inklusive Sanierung des Bestands müsse die Stadt hier mit etwas niedrigeren Kosten in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro rechnen. Immerhin könne sie sowohl beim Neubau als auch bei der Erweiterung mit einer finanziellen Förderung rechnen, erklärte Brunner weiter. Pro Stellplatz liege sie bei 150 000 Euro. Darüber hinaus gebe es 25 000 Euro Zuschuss für die Errichtung von getrennten Umkleiden für Damen und Herren.

Boml: Stadt kann 600.000 Euro sparen

Bürgermeister Benjamin Boml (FW) betonte, die Machbarkeitsstudie sei wichtig gewesen. So wisse man nun, dass es eine vernünftige Möglichkeit gebe, das vorhandene Feuerwehrhaus umzubauen – und dass man dabei im Vergleich zum Neubau auch noch rund 600 000 Euro sparen könne. „Wir müssen aufs Geld schauen. Es ist deshalb klar, was für uns die sinnhaftere Variante ist“, sagte er.

CSU-Fraktionssprecher Thomas Hochmuth zeigte sich erfreut darüber, dass man am bisherigen Standort der FF Bergham weitermachen könne. Die Sanierung und Erweiterung des alten Gerätehauses verschaffe den Aktiven mehr Platz als ein Neubau. „Und für unseren Geldbeutel ist diese Lösung auch besser“, sagte er.

Bausubstanz des Gerätehauses ist „nicht die schlechteste“

Auch Karl-Heinz Stich (FW) schloss sich dieser Position an. Die Bausubstanz des alten Gebäudes sei nicht die schlechteste, sagte er. Im Sinne der Nachhaltigkeit seien Anbau und Sanierung die beste Lösung und man büße keine Fläche ein. Zustimmung kam auch von Otto Götzer (SPD).

Christoph König (Grüne) wies darauf hin, dass die Stadt für die Zeit des Umbaus eine gute Unterstellmöglichkeit für die Berghamer Feuerwehrfahrzeuge finden müsse. Boml entgegnete, dass es hierzu bereits positive Gespräche gegeben habe. „Das ist keine Hürde“, so der Rathauschef.

Am Ende fiel die Abstimmung erwartungsgemäß einstimmig aus: Die Räte beschlossen, dass die Stadt Anbau und Sanierung des Berghamer Gerätehauses weiterverfolgen soll. Außerdem beauftragten sie die Verwaltung, Angebote für die Planungsleistungen einzuholen.

Stad will keine Flächen mehr an Zirkusse vermieten

Darüber hinaus beschäftigten sich die Gremiumsmitglieder mit der Frage, ob die Stadt künftig noch Flächen an Zirkusbetriebe vermieten soll. Boml erläuterte, die Haltung und der Transport von Wildtieren im reisenden Gewerbe widerspreche grundlegenden Anforderungen an das Tierwohl. Auch Zirkusbetriebe ohne Tiere stellten die Stadt „regelmäßig vor erhebliche Herausforderungen“. So sei der logistische Aufwand für Genehmigungen, Verkehrsführung, Lärmschutz und Abfallentsorgung hoch. Auch habe man immer wieder mit Flur- und Rasenschäden zu tun.

Grünen-Vertreter König hielt dagegen, dass die Stadt sich zumindest einem Zirkus ohne Tierhaltung gegenüber nicht verschließen solle. Die Mehrheit der Räte – aus den Fraktionen der Freien Wähler und der SPD – schloss sich am Ende Bomls Position an, künftig an Zirkusse keine Flächen mehr zu vermieten.