Deutschlands oberste Richter entscheiden: Regensburger Krankenschwester ist eine Mörderin

Sie kam nach Deutschland, um das Glück zu suchen. Nun wird eine Philippinerin (37) wohl lebenslang im Gefängnis sitzen. Das Landgericht Regensburg hatte vergangenen Oktober keine Zweifel daran, dass die ehemalige Krankenschwester eine Patientin ermordet hat. Nun hat sich auch die letzte Hoffnung der Frau zerschlagen.
Unmittelbar nach dem Urteil hatte der Anwalt der Frau, der Regensburger Jurist Andreas Hoyer, angekündigt, in Revision zu gehen. Folglich musste sich der Bundesgerichtshof (BGH), also das oberste Gericht der Republik, mit dem Fall beschäftigen. Der BGH hat nun entschieden, wie durch eine Pressemitteilung bekannt wurde. Die Richter verwarfen die Revision der Angeklagten. Die Überprüfung des Urteils habe keine Rechtsfehler ergeben, ist der Mitteilung zu entnehmen. „Das Urteil des Landgerichts ist damit rechtskräftig.“
Schreckliche Vorfälle in Regensburger Klinik: Ein Mord, drei Mordversuche
Der Fall sorgte im vergangenen Jahr für Entsetzen in Regensburg: Die Krankenschwester hatte Anfang 2024 eine Reihe von Patienten in einem Regensburger Krankenhaus betäubt, um ihnen anschließend Schmuck und andere Wertgegenstände zu stehlen. Eine Frau (65) überlebte das nicht. Sie starb an einem Januarabend 2024. Das Landgericht wertete die Tat als Mord. Dazu kamen drei Mordversuche.
Die Krankenschwester beteuerte im Prozess stets ihre Unschuld. Vor Gericht ging es insbesondere um eine Reihe von Indizien. So wurde bei der Frau nie Schmuck gefunden, wie die Verteidigung in ihrem Plädoyer betonte. Andererseits war die Pflegerin bei allen Vorfällen im Dienst und hatte Kontakt zu den Opfern. Zudem wurden im fraglichen Zeitraum exorbitante Mengen eines speziellen Beruhigungsmittels verbraucht, dass bei den Opfern teilweise nachgewiesen wurde, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seinem damaligen Schlusswort. „Das ist mit Zufall nicht zu erklären.“
Mörderin kam vor einigen Jahren aus Südostasien
Vor Gericht ging es auch um die Lebensgeschichte der 37-Jährigen. Sie war vor einigen Jahren von den Philippinen nach Deutschland gekommen, um hier als Krankenschwester zu arbeiten. Ihren Sohn ließ sie bei der Familie in Südostasien zurück, er sollte eigentlich im vergangenen Jahr nachkommen – dann wurde die Frau verhaftet. In ihrer Klinik galt sie als fleißige Mitarbeiterin, die Kollegen, die im Prozess aussagten, waren bisweilen voll des Lobes. Sie bemerkten allerdings auch, dass sich das Wesen der 37-Jährigen verändert hatte. Ihr Anwalt Andreas Hoyer bezeichnete das Urteil seinerzeit als „Schock“ für seine Mandatin. Nun ist auch ihr letzter Hoffnungsfunke erloschen.
Im Prozess trat die Tochter des Mordopfers in den Zeugenstand. Die 65-Jährige litt an Krebs. Als sie ins Krankenhaus kam, sah es nicht gut aus. Eines, sagte die Tochter vor Gericht, stand für ihre Mutter allerdings fest: „Sie wollte weiterleben.“