„FCK AfD“-Projektion am Dom in Regensburg hat ein Nachspiel: Polizei ermittelt Verursacher

In der Nacht auf Sonntag war der Schriftzug „FCK AfD“ weithin sichtbar an den Türmen des Regensburger Doms zu lesen. Das hat Folgen für einen 56-Jährigen. Er soll der Verursacher der Projektion gewesen sein und könnte nun dafür bezahlen müssen.
„Die Einsatzkräfte konnten vom Dom aus den Ursprung der Projektion eindeutig lokalisieren“, erklärt Jonas Krauß von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Der Verursacher sei bereits identifiziert und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren nach dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz eingeleitet worden. „Weitere strafrechtlich relevante Tatbestände liegen nach aktuellem Stand nicht vor“, gibt er weiter Auskunft.
Sein Kollege Tobias Spangler von der Polizeiinspektion Regensburg Süd ergänzt, dass der Tatverdächtige 56 Jahre alt sei. „Die Ordnungswidrigkeitenanzeige wird zur Verfolgungsbehörde gesandt. Diese könnte ein Bußgeld auferlegen“, erklärt er die weitere Vorgehensweise. Die Verfolgungsbehörde sei die Stadt Regensburg.
Die Außenfassade [...] als Projektionsfläche für politische Aktionen [...] zu missbrauchen, lehnen wir ab.
Jakob Schötz, Pressesprecher am Bistum
Derweil äußert sich auch Jakob Schötz, Pressesprecher am Bistum, zu der Aktion. St. Peter ist Eigentum des Freistaats Bayern, die Diözese Regensburg nutzt die Kathedrale aber für liturgische Feiern. „Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Kirche von Regensburg jegliche extremistischen Haltungen ablehnt und verurteilt“, macht Schötz deutlich.
Der Dom St. Peter soll nach Auffassung des Bistums in erster Linie ein Ort des Gebets sein, ein Ort an dem gläubige Menschen die Heilige Messe feiern. „Die Außenfassade aber als Projektionsfläche für politische Aktionen, wie am vergangenen Wochenende geschehen, zu missbrauchen, lehnen wir ab“, sagt der Sprecher.
Leiter des Staatlichen Bauamts: Etwaige Anfrage „im Einzelfall zu prüfen“
Karl Stock, Leiter des Staatlichen Bauamts, vermutet, dass niemand – ob privater oder öffentlicher Eigentümer – möchte, dass sein Eigentum durch Dritte mit Informationen welchen Inhalts auch immer bestrahlt wird. „Sollte vorab eine Anfrage an den Eigentümer gestellt werden, ist im Einzelfall zu prüfen, ob man dies zulässt“, erklärt er.
Aus dem Archiv: Wer war das? Rätselraten um einen Anti-AfD-Gruß am Regensburger Dom
Ansprechpartner für die Werbeanlagensatzung der Stadt Regensburg und Plakatierungen nach der Bayerischen Bauordnung sei das Bauordnungsamt der Stadt. Schon als ein Unbekannter in der Nacht des Aufstiegs des SSV Jahn im Frühsommer 2024 das Vereinslogo an den Dom projiziert hatte, hatte Stock gesagt, dass ihm für so eine Aktion eine Genehmigung des Freistaats Bayern als Eigentümer des Doms notwendig erscheine.
Dom war schon im Januar 2024 entsprechend angestrahlt worden
Bereits im Januar 2024 wurde der Dom mit den Buchstaben „FCK AfD“ angestrahlt. Bistumssprecher Stefan Groß stellte schon damals klar: „Der Dom sollte nicht als Projektionsfläche für politische Aktionen jedweder Couleur dienen.“