Jahn-Logo erstrahlt am Dom: Wer das gewesen sein könnte, bleibt aber ein Rätsel

Von Heike Haala · 29. Mai 2024 um 17:00

Kurz nachdem am späten Dienstagabend klar war, dass der SSV Jahn in der kommenden Saison in der Zweiten Bundesliga spielen wird, entdeckte Achim Hofbauer, Chef im Garbo-Kino, dass in Regensburg der nördliche Domturm deutlich anders aussah als sonst.

Unter der Spitze leuchtete ihm ein weiß-rotes Jahnlogo entgegen. Weil der Mann nicht lediglich Kinobetreiber ist, sondern auch Fotograf, drückte er natürlich sofort auf den Auslöser.

Auf Facebook erntete dieses ikonische Bild bereits viel Beifall. Wer das Logo an den Turm strahlte, ist allerdings unklar. Weder bei der Stadt noch beim Bistum noch beim Staatlichen Bauamt noch beim SSV Jahn selbst war diese Aktion bekannt. Auch nicht, wer das gewesen sein könnte. „Wir finden es – bei allen Enthusiasmus für den Sport – nicht besonders glücklich. Wir wurden nicht darüber informiert, aber der Dom sollte nicht dafür instrumentalisiert werden“, sagt Stefan Groß, Pressesprecher am Bistum, dazu. Karl Stock, Leiter des Staatlichen Bauamts Regensburg, sagt, dass ihm für so eine Aktion eine Genehmigung des Freistaats Bayern als Eigentümer des Doms notwendig erscheint. „Aufgrund der Neutralitätspflicht des Staates hätten wir eine mögliche Verweigerung geprüft“, erklärt er.

Johannes Liedl, Pressesprecher beim SSV Jahn, überlegt noch, ob das Foto eine Montage sein könnte. Auch unter Hofbauers Facebook-Beitrag äußerten User diese Vermutung. Der Fotograf aber beteuert die Echtheit der Aufnahme: „Ich habe das gut sehen können“, sagt er.

Es war nicht das erste Mal, dass der Dom erleuchtete. Bereits Ende Januar, nach einer Demonstration gegen Rechts, wurde der nördliche Domturm zur Projektionsfläche. Zusätzlich zur herkömmlichen Beleuchtung wurde dieser Teil des Wahrzeichens mit den sechs Buchstaben „FCK AfD“ angestrahlt. Auch damals war unklar, wer für die an die Kathedrale gestrahlte Botschaft verantwortlich ist.

Im November vergangenen Jahres ließ das Bistum St. Peter rot anstrahlen, um während eines Aktionstags auf weltweit verfolgte und diskriminierte Christen aufmerksam zu machen. Unvergessen ist weiterhin die Dom-Illumination, zu der es im Herbst 2019 kam.