Freudentaumel bei Festspielen: Konservative Gesellschaft ist zurück in Regensburg

Von Christian Eckl · 20. Juli 2025 um 15:03

Die Gäste von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis haben das Gefühl, dass sich das Land wieder in ihre Richtung bewegt. Beim Auftakt der Schlossfestspiele lud die Adelige Freunde und Wegbegleiter aus Kultur und Politik, aber auch aus dem Hochadel ein. Sie freuten sich mit dem Regensburger Bischof darüber, dass das Land offensichtlich wieder nach rechts gerückt ist.

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Egal, wie man zu den Regensburger Schlossfestspielen steht: Sie geben einen Einblick in eine andere Welt. Besonders die Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis polarisiert: Einerseits lädt sie illustre und mitunter auch umstrittene Gäste zu sich ein. Zum anderen schmeckt nicht jedem, wer dort so alles zu sehen ist. Das war die vergangenen Jahre immer so: Eigentlich, seitdem der ungarische Ministerpräsident Victor Orban 2012 mit der Nationalhymne begrüßt wurde.

Hausherrin Gloria von Thurn und Taxis erschien in knallrot am Premierenabend. „Die Farbe der Liebe“, sagte die Adelige schmunzelnd. „Die Familie, die auf der ganzen Welt verstreut ist, kommt einmal im Jahr nach Regensburg und besucht mich.“ Aber auch „Leute, die mir das ganze Jahr über hinweg helfen, denen ich was Gutes tun kann, kommen“, sagte sie über die Zusammensetzung der Gästeliste.

Die Ehrengäste ließen bei den Tischgesprächen keinen Zweifel daran, dass das Land wieder konservativer geworden ist – und sie das auch gut so finden. Die CSU zeigte dann auch Mannschaftsstärke am Freitagabend bei der Eröffnung. Nicht anwesend war Regensburgs Stadtspitze Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD), wohl aus Gründen.

Konservative Speerspitze: CSU-Parteichef Michael Lehner (von rechts), Prälat Wilhelm Imkamp, Kerstin Gruber (Porsche) und Veranstalter Peter Kittel bei der Eröffnung am Freitag Tino Lex (4)

CSU-Chef Lehner: „Das ist ein Wirtschaftsfaktor für Regensburg“

Bürgermeisterin Astrid Freudenstein von der CSU indes kam mit ihrem Mann Gerhard Schiechel, dem früheren BR-Studioleiter, der kürzlich den Oberpfälzer Kulturbund übernommen hat. Auch CSU-Kreischef Michael Lehner war mit dabei. „Die Fürstin und die Festspiele sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein Magnet für die Gäste“, sagte Lehner.

Am Tisch von Bischof Rudolf Voderholzer saßen mit Peter Aumer von der CSU und Landrätin Tanja Schweiger von den Freien Wählern drei Konservative zusammen, die auch über das politische Thema der letzten Tage schlechthin sprachen: die abgesagte Wahl der von der SPD vorgeschlagenen Richterin am Bundesverfassungsgericht, Frauke Brosius-Gersdorf.

Der Regensburger Oberhirte hatte sich kritisch geäußert und zusammen mit seinem Passauer Kollegen auf das aus ihrer Sicht nicht zu diskutierende Lebensrecht von Embryonen verwiesen. Am Tisch sagte Voderholzer dem Vernehmen nach dann, dass er bei keinem anderen öffentlichen Statement so viel Zuspruch bekommen habe.

Caroline Gräfin von Waldburg und ihr Mann Constantin von Dalwigk zu Lichtenfels - Foto: Tino Lex

Zuspruch bekam auch die Gastgeberin. „Das Ambiente ist einzigartig“, sagte Frank Matthias Kammel, Generaldirektor des Bayerischen Nationalmuseums. „Ich freue mich, die Fürstin zu sehen, weil sie in der kulturellen, aber auch in sozialer Hinsicht ein Lichtblick in ganz Deutschland ist.“

Saßen gemeinsam in der ersten Reihe und in der Pause gemeinsam am Tisch: Bischof Rudolf Voderholzer und Landrätin Tanja Schweiger. - Foto: Christian Eckl

Die „Gruberin“ wird zum Stammgast

Auch Kabarettistin Monika Gruber schwärmte, sie kenne bereits das Personal im Zelt bei Peter und Stephanie Birnthaler so gut, dass sie jedes Jahr herzlich begrüßt wird. „Die Fürstin ist eben die Fürstin“, sagte die „Gruberin“. „Es ist Wahnsinn, was die auf die Beine stellt.“

Nun, auf die Beine stellt vor allem das Team von Odeon Concerte ein Festival, das weit und breit seinesgleichen sucht. Gefehlt hat heuer Impressario Reinhard Söll, der im Krankenhaus ist. Sein Sohn Ludwig, der die Geschäfte übernommen hat, überreichte am Premierenabend dann auch Blumen auf der Bühne.

Ludwig Söll in charmanter Begleitung: Der Sohn setzt die Arbeit des Vaters fort. - Foto: Tino Lex

Gloria verriet übrigens, dass sie am kommenden Samstag bei Hugo von Hofmannsthals Jedermann auf der Bühne zu sehen sein wird – überraschenderweise in einer männlichen Rolle. Auch weitere Regensburger werden zu sehen sein wie der Veranstalter Peter Kittel. Man darf gespannt sein.

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