Kleinwinklarner Paar teilt sich nicht nur die Liebe zum Beruf

Ihren Anteil an Kfz-Mechatronikmeistern hat die freie Reparaturwerkstatt Mex Garage heuer auf 100 Prozent der Mitarbeiter erhöht. Verantwortlich dafür sind Jenny Demleitner (23), Tochter des Inhabers Markus Demleitner, und ihr Lebensgefährte Bastian Schnabl (25). Beide erhielten heuer, nach bestandener Prüfung bei der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, ihre Meisterbriefe.
Für beide bedeutet das viel, denn Autos und Motoren sind schon von Kindesbeinen an Teil ihres Lebens. „Wenn meine Freundinnen mit Puppen gespielt haben, half ich lieber dem Papa beim Ölwechseln“, begründet Jenny ihre Leidenschaft für alle Maschinen.
Logischerweise entschloss sie sich dann auch für eine Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin, die sie ab 2018 beim Autohaus Lacher in Nittenau absolvierte. Ein Praktikum während der Schulzeit sei für sie daher nur eine Pflichtübung gewesen. Nach bestandener Gesellenprüfung blieb sie noch ein Jahr in ihrem Lehrbetrieb, um sich dann der Meisterprüfung zuzuwenden. Die erfolgte nach einem Jahr Vollzeitausbildung in Weiden, in der vier Prüfungsfächer, in Fachtheorie und Fachpraxis, Betriebswirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik durchgenommen wurden. Letztere beinhaltet die Eignungsprüfung zum Ausbilder.

Erstes Auto war ein BMW
Für Bastian rührt die Liebe zu Fahrzeugen und Motoren von seinem Onkel her, der in Haag bei Winklarn ein Fuhrunternehmen betrieb. Ein Schulpraktikum absolvierte er bei einem Maschinenbauer. „Da habe ich aber schnell gemerkt, dass das nichts für mich war“, sagt er.
Mit 18 Jahren legte er sich als erstes Auto einen 3er BMW E36 zu, dem er gleich mal eine Einzeldrosselklappe aus dem Rennsport verpasste. „Als mein Opa die Einzelteile auf der Werkbank sah, bezweifelt er, ob ich das je wieder zusammenbringen würde“, meint er lachend. So begann er seine Lehre im gleichen Autohaus wie Jenny, allerdings schon ein Jahr früher. Hier wurden sie 2021 ein Paar.
Seit 2022 arbeitet er ebenfalls in Kleinwinklarn. „Seither arbeiten wir zusammen und seit drei Jahren haben wir auch eine gemeinsame Wohnung“, ergänzt Jenny. Sie räumt ein, dass anfänglich, bei 24 Stunden Gemeinsamkeit, damit kleine Probleme aufgetaucht seien, die aber inzwischen behoben wären. Als Grund dafür, dass es gut funktioniert, nennen beide ihre Liebe zu Autos.

Für Bastian manifestiert sich dass unter anderem in seinem Traumauto, einem 7er BMW, Baujahr 1990, den er noch schöner macht. Das „Projektauto“ von Jenny ist der Golf IV/GTI von der Mama, den sie nicht nur optisch dem R32 näher bringen will. „Der soll mal ein richtig schicker Oldtimer werden“, freut sie sich schon. Beiden geht es dabei nicht nur um mehr Motor-Power ihrer Autos, sondern um das Gesamtpaket, dass sich dann durchaus auch auf einer Schau sehen lassen könnte.
Während Bastian alle Arbeiten, – außer mit Reifen – Spaß machen, hat Jenny eine besondere Leidenschaft. „Ich mag Unfallautos. Es ist einfach toll zu sehen, wie man daraus wieder etwas schönes Neues aufbauen kann“, sagt sie.
Nicht unerwähnt bleibt das Thema „Frau in einem Männerberuf“. Davon hat Jenny natürlich einiges mitbekommen. So bat zum Beispiel einmal eine Kundin, sie möge doch jemanden holen, der Ahnung von der Materie hätte. Im elterlichen Betrieb sei gelegentlich die Frage aufgeworfen worden, ob sie die neue Auszubildende sei.
Fühlen sich besser beraten
Inzwischen habe es sich jedoch erwiesen, das ihre Anwesenheit und ihre große Fachkenntnis vor allem von Frauen geschätzt werde. „Die fühlen sich bei ihr auf Augenhöhe und deshalb besser beraten“, ergänzt Bastian. „Kraft hab ich echt keine“, gibt die junge Meisterin offen zu. „Darauf haben wir unsere Werkstatt mit dem entsprechenden Maschinenpark und Werkzeugen ausgerichtet und es gibt keine Probleme“, meinte Papa Markus. Der Name Mex Garage resultiere übrigens aus seinem früheren Spitznamen Mex, abgeleitet von Markus.
Aufgrund der jetzigen Konstellation ist ihm nicht bange um die Zukunft des Betriebes. Das junge Meisterpaar plant indessen schon weiter voraus. Zunächst soll ein Haus gebaut und dann die Familienplanung in Angriff genommen werden, aber alles ohne Druck.