Wilde Müllablagerungen verärgern Regensburger – Die Stadt wird ein Holsystem einführen

Was für Bewohner im Landkreis Regensburg ganz normal ist, gibt es in der Stadt (noch) nicht: die Abholung von Sperrmüll. Bisher muss dieser zum Recyclinghof in der Markomannenstraße gebracht werden. Nun stößt ein Vorschlag der CSU-Fraktion auf Wohlgefallen – und könnte auch ein anderes Problem lösen.
Jeder Stadtbewohner kennt das: Vor allem rund um Glas- und Altkleidercontainer häuft sich in Regensburg oft der Sperrmüll. Schwarze Schafe deponieren zum Ärger der Anlieger mitten in den Wohnvierteln alte Sofas, Reifen und sogar ausrangierte Fahrräder. Im Umweltausschuss des Stadtrats am Mittwoch hat nun die CSU-Fraktion mit einem Antrag offene Türen eingerannt. Michael Lehner schlug vor, ein Holsystem für Sperr- und Sondermüll einzuführen.
Höhere Kosten für alle
Illegale Müllablagerungen seien ein wachsendes Problem schrieb der Fraktionsvorsitzende im Antrag. Diese verhunzten nicht nur das Stadtbild, sondern führten auch zu einem höheren Aufwand für städtische Reinigungsdienste und zu steigenden Kosten für die Allgemeinheit.
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Das künftige Holsystem der städtischen Entsorgungsdienste solle kostenfrei sein und zweimal im Jahr angeboten werden. Bisher kann Sperrmüll zum Recyclinghof in der Markomannenstraße gebracht werden. Umweltbürgermeister Ludwig Artinger sagte in der Sitzung, es gebe wohl viele Bürger, die den Sperrmüll nicht mit dem Auto transportieren könnten. Eine zweimal jährliche Abholung reiche jedoch nicht aus. Die Stadt könne ein ähnliches System wie der Landkreis einführen, lasse jeweils „etwas zusammenkommen“ und biete dann eine Tour an. Vielleicht könne der Werkhof eingebunden werden. Der Bürgermeister plädierte dafür, bei anderen Städten nachzufragen, wie sie die Sperrmüll-Entsorgung lösen.
Zweimalige Abholung ein Riesenaufwand?
FDP-Ausschussmitglied Horst Meierhofer lobte das Holsystem als „super“. Thomas Thurow von der Brücke-Fraktion gab zu bedenken, die zweimalige Abholung sei ein Riesenaufwand und beuge der illegalen Ablagerung nicht vor. „Die Gebühren werden teurer, das muss man kommunizieren.“ Der Umweltausschuss beauftragte einstimmig die Verwaltung, das Holsystem und die Kosten zu prüfen. Auch der Vorschlag von Ribisl-Stadtrat Jakob Friedl, die Stadt solle einen Lastenrad-Anhänger zum Ausleihen anschaffen, wurde mit einbezogen.
Die Stadt weiß, dass die Müllsünder oft Entrümpler sind, die für die ordnungsgemäße Entsorgung des von ihnen abgeholten Hausrats nichts bezahlen wollen. Wer auf frischer Tat ertappt wird, muss mit einer Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit rechnen. „Ja, es können Bußgelder verhängt werden: Je nach Müllmenge und Müll-Art ab 15 Euro bis zu einer vierstelligen Summe“, sagt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra.
„Hier ist es schon egal“
Die Altglas- und Altkleidercontainer werden wöchentlich mit einem Pressfahrzeug angefahren. Restmüll, etwa in Säcken oder Kartons, und Sperrmüll, der um die Container herum liegt, werden in der Müllumladestation Haslbach entsorgt. Abgelegte gelbe Säcke holt die Firma Meindl als Beauftragte der Dualen Systeme. Neben den Containern deponierte Flaschen und Altkleider muss der jeweilige Betreiber bei der Leerung seines Containers mitnehmen. Bei Glas ist das die Firma Meindl, bei Kleidung sind es verschiedene Organisationen.
Die illegale Müllablagerung an Orten, wo schon Abfall herumliegt, beschreibt Psychologieprofessor Peter Fischer von der Universität Regensburg als Broken-Windows-Effekt: „Dort, wo schon jeder seinen Müll hinwirft, werfen andere auch ihren Müll hin – nach dem Motto: Hier ist es eh egal.“