Wilder Müll in Regensburg auf offener Straße: Angst vor Ratten und Ungeziefer

Eine zerschlissene Couch. Ein Holzschrank. Mehrere zerbrochene Spiegel. Alte Matratzen. Hier am Glascontainer in der Theodor-Storm-Straße im Regensburger Stadtteil Kumpfmühl hat sich eine regelrechte Mülldeponie gebildet. Mitten in einem Wohngebiet. Auf offener Straße. Und das geht einigen Bürgern mächtig auf den Keks.
Wilde Müllablagerungen wie in der Theodor-Storm-Straße gibt es – wenn auch nicht überall so ausufernd – an etlichen Orten in Regensburg. Etwa auch rund um einen überquellenden Kleidercontainer in der Friedrich-Ebert-Straße in Königswiesen. Um diesen haben sich Berge von Textilien angesammelt. Und dazwischen liegt noch weiterer Müll in allen Ausführungen: alte Skischuhe, Windeln oder Kinderspielzeug,
Wer muss es wegräumen?
„Der Container wurde seit langer Zeit nicht gelehrt und ist mittlerweile zur illegalen Müllkippe verkommen“, sagt Albrecht Kümmel, der dort in der Nähe wohnt, der Mittelbayerischen. Er habe das Gefühl, dass sich niemand dafür verantwortlich fühle: „Schon gar nicht die Betreiber des Containers.“ Es müsste dringend jemand tätig werden, findet Kümmel, „bevor sich Ratten und sonstiges Ungeziefer ansiedeln. Es ist auch nicht der einzige Container dieser Art, der das Stadtbild verunstaltet“.
Die Stadtverwaltung bestätigt auf Anfrage, dass es sich in der Theodor-Storm-Straße um eine wilde Müllablagerung handelt. Sie teilt mit, dass Containerstandorte in ganz Regensburg regelmäßig als Müllabladestellen missbraucht würden: „Als Täter kommen oftmals Entrümpler in Betracht, die für die ordnungsgemäße Entsorgung des von ihnen abgeholten Hausrats nichts bezahlen wollen.“ Das Umweltamt beauftrage in solchen Fällen dann die städtische Müllabfuhr. Der Abfall werde also regelmäßig auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt: „Pro Tag wird auf diese Weise etwa eine Tonne Restmüll zur Umladestation Haslbach gefahren.“
Falls die Verursacher festgestellt werden können, werde von diesen eine Stellungnahme angefordert und gegebenenfalls eine Ordnungswidrigkeitsanzeige gestellt.
Für das Grundstück mit dem Altkleidercontainer in Königswiesen sei die Stadtbau als dessen Eigentümer zuständig. Grundsätzlich habe die Stadtverwaltung nach eigenen Angaben aber auch bemerkt, dass die Ablagerung von Alttextilien außerhalb von Containern, die auf öffentlichem Grund stehen, zunehme. Dafür könnte es mehrere Gründe geben, sagt die Stadt. So rentiere sich das Einsammeln von Alttextilien für die Aufsteller der Container offenbar immer weniger. „Es hat bisweilen den Anschein, dass nicht mehr turnusmäßig, sondern nur noch auf Abruf gesammelt wird.“ Zudem sollen seit Beginn 2025 laut Gesetzgeber keine Alttextilien mehr in der Mülltonne landen: „Das bedeutet, dass die Mengen in den Altkleidercontainern steigen.“
Mit Aufklebern übersät
Der Kleidercontainer in Königswiesen, er steht gegenüber der Kirche St. Paul auf der anderen Straßenseite, ist mit Aufklebern und Graffitis übersät. Ein Name des Aufstellers ist nirgends mehr zu finden. Stadtbau-Geschäftsführer Götz Keßler sagte der Mittelbayerischen auf Anfrage , dass sich „unsere technischen Mitarbeiter darum kümmern, wenn Vermüllungen auf unseren Grundstücken gemeldet werden“. Dass es hier ein flächendeckendes Problem auf Stadtbau-Grundstücken über ganz Regensburg hinweg gebe, sei ihm allerdings nicht bekannt.
