Kaufhof-Anwalt meldet sich bei Regensburger Oberbürgermeisterin: Kommt nun Bewegung in die Sache?

Von Philip Hell · 30. Januar 2025 um 09:37

Am Donnerstagabend könnte es im Regensburger Stadtrat zum Showdown kommen: Das Gremium wird über die Zukunft des Kaufhof-Gebäudes am Neupfarrplatz debattieren. Schon davor scheint allerdings Bewegung in die Sache zu kommen: Bei Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat sich nämlich ein Anwalt gemeldet.

Dabei handelt es sich um den neuen Rechtsbeistand der Kaufhof Regensburg GmbH, eben jenem Unternehmen, dem das Gebäude am Neupfarrplatz im Moment gehört. Die Firma möchte an eine Investorengruppe verkaufen. Der Anwalt kontaktierte am Mittwochmorgen die Oberbürgermeisterin und betonte dabei, an einem „konstruktiven Austausch“ interessiert zu sein. Das bestätigt Stadt-Sprecherin Juliane von Roenne-Styra der MZ. „Diesen Faden nimmt die OB natürlich gerne auf.“

Kaufhof-Gebäude in Regensburg: Anwalt versagte Stadt den Zutritt

Eben jener Anwalt machte bereits am vergangenen Freitag Schlagzeilen. Damals ließ er einen vereinbarten Besichtigungstermin des Kaufhof-Gebäudes mit dem Gutachterausschuss platzen. Das lag wohl daran, dass auch Stadtvertreter die Immobilie besichtigen wollten. Einen neuen Termin für die Begutachtung gibt es indes noch nicht, sagt Stadt-Sprecherin von Roenne-Styra. Die Bereitschaft des Anwalts zu einem konstruktiven Austausch lässt allerdings vermuten, dass der Gutachterausschuss demnächst in den Kaufhof darf.

Grundsätzlich hat die Stadt drei Optionen für das markante Gebäude am Neupfarrplatz. Erstens: Sie zieht das Vorkaufsrecht, was mit gewissen Unwägbarkeiten verbunden ist. Zweitens: Die Stadt stellt einen Bebauungsplan auf und setzt den Eigentümer mit einer Veränderungssperre unter Druck. Drittens: Die Stadt macht nichts und wartet ab, ob der Investor sein geplantes islamisches Kulturkaufhaus tatsächlich in die Tat umsetzt.

Investoren-Pläne für Regensburger Kaufhof: Debatte im Stadtrat

Es sind diese drei Optionen, die am Donnerstagabend im Stadtrat kontrovers debattiert werden dürften. Dabei könnte es womöglich auch zu einer Abstimmung kommen, da die CSU darauf drängt, das Vorkaufsrecht zu ziehen. Ausgang: offen.