Serie Schätze Fotografen aus Furth im Wald zeigt diesmal das Werk von Emil Böhm

Von Alexander Frimberger · 16. Juli 2025 um 11:00

Bereits zum dritten Mal wird im Georgssaal des Landestormuseums eine Ausstellung zum Thema Schätze der Further Fotografen gezeigt. Auch diesmal kuratiert von Fred Wutz, der die alten Fotografien im Stadtarchiv hebt oder von Familienangehörigen zur Verfügung gestellt bekommt.

Furth im Wald ist die Stadt der Oberpfalz, in der Kunst einen ganz besonderen Stellenwert hat. Das gilt nicht nur für die Malerei, sondern auch für die Fotografie. Gestartet war die Serie mit der Familie Wagner, die sich bereits in fünfter Generation mit dem Thema beschäftigt (wir berichteten). Im vergangenen Jahr widmete sich Wutz dem Fotografen Robert Schmid und nun sind Bilder von Emil Böhm zu sehen. Er hat sein Augenmerk auf den Further Drachenstich und den Kinderdrachenstich gerichtet. Besonders wertvoll sind für den Kurator die seltenen Aufnahmen von frühen Aufführungen auf der Waldbühne und vom Märchenspiel „Der verzauberte Schatz“, die bisher im Stadtarchiv gefehlt haben.

Kunst der Analogfotografie

„Ich freue mich, dass eine Serie entstanden ist“, sagte Kulturwissenschaftlerin Katharina Drescher-Seidl, seitens der Stadt für den Museumsbetrieb verantwortlich. Sie würdigt im Rahmen eines Pressegesprächs Wutz, der unzählige Fotos digitalisiert und dabei den Fokus auf das Further Festspiel gelegt hat. „Man ist immer wieder fasziniert von der Klarheit der Bilder“, so Drescher-Seidl. Wenn man den Prozess der analogen Fotografie bedenkt, dann zeigt das die Kunst, die auch Emil Böhms Bilder auszeichnen.

Genau das ist es, was den Kurator fasziniert. Heute könne mit dem Mobiltelefon jedes Motiv beliebig oft wiederholt werden. „Irgendeins wird dann schon passen.“ Mit der analogen Methode und Filmrollen früherer Jahre hat man nur eine Chance, den Moment einzufangen. Besonders angetan ist Wutz von den Aufnahmen, die „praktisch im Vorbeigehen entstanden sind.“ Heute würde man sagen, es sind Schnappschüsse. Fotografiert hat Böhm mit einer Leica-Kamera. Das wohl berühmteste Bild, das er 1963 geschossen hat, ist der Moment, als Ritter Josef Hofer in vollem Galopp seine Lanze ins Maul des Drachen stößt. „Kein Bild des Drachenstichs ist häufiger gezeigt worden“, sagt Wutz. In der Ausstellung ist es großformatig zu sehen. Bemerkenswert: Die Basis der riesigen Ausarbeitung ist ein Negativ in der Größe 24x36 Millimeter. Auch das zeigt die Qualität der Aufnahmen, die Böhm in seinem Labor selbst entwickelt hat. Böhms Tochter Johanna Wollinger war im Vorfeld eine große Hilfe, damit die Ausstellung möglich werden konnte. Sie hat der Stadt Furth im Wald eine große Anzahl an Negativen zur Verfügung gestellt. Insgesamt 1400 hat Wutz eingescannt und bearbeitet. In der Ausstellung sind 15 Fotos zu sehen. Weitere 20 können digital auf Leinwand angesehen werden.

Fred Wutz (v. li.), Anton Zahner, Neffe von Emil Böhm, und Katherina Drescher-Seidl - Foto: Alexander Frimberger

Mitten im Stadtgeschehen

Zur Person: Emil Böhm lebte seit 1945 in Furth im Wald. Er ist einer der bedeutenden Bildchronisten des Drachenstichs der Further Nachkriegszeit. Er dokumentierte über Jahrzehnte das Leben der Stadt mit einem besonderen Blick für Menschen, Feste und den Alltag. Weiter heißt es in der Würdigung seiner Person: „Was vielfach unbekannt ist: Böhm war mehr als nur Fotograf: Er setzte sich für Jugend und Sport ein und war aktives Mitglied bei der Bergwacht sowie beim Roten Kreuz. Als vertraute Figur im Stadtbild, mit Kamera oder beim Kartenspiel im Gasthaus Stangerl, hinterließ er aber vor allem ein visuelles Erbe für die Stadtgeschichte.“

Die Ausstellung im Georgssaal ist bis zum 26. September zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von elf bis 16 Uhr. Der Museumseintritt beträgt für Erwachsene 4,50 Euro, Kinder zahlen einen Euro weniger.

Momentaufnahme: Ritterpaar des Jahres 1950: Josef Späth und Eva-Maria Geiger

Wer kennt wen?

Für Kurator und Mitarbeiter im Stadtarchiv, Fred Wutz, steht die Dokumentation der Stadtgeschichte im Vordergrund. Dazu gehört auch, die auf alten Bildern abgelichteten Personen benennen zu können. Da das bei der aktuellen Ausstellung nicht immer gelingt, fragt das Kulturamt: Wer kennt die abgebildeten Personen? Hinweise bitte an die Email-Adresse stadtarchiv@furth.de senden.