Mit Fotografien der Familie Wagner startet die Ausstellung „Schätze der Further Fotografen“

Von Alexander Frimberger · 1. August 2023 um 15:00

„Schätze der Further Fotografen“ heißt eine Ausstellungsserie, die auf Initiative von Fred Wutz vom Kulturamt ins Leben gerufen wurde. Los geht‘s mit einer Bilderserie der Familie Wagner, die seit über 100 Jahren Fotos vom Further Drachenstich schießt.

Sichtbar gemacht hat die im Georgsaal des Landestormuseums Furth im Wald gezeigte Ausstellung Fred Wutz, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Stadtarchivs Furth im Wald. Sage und schreibe 16000 Fotografien des Drachenstichs wurden von ihm digitalisiert. Das bedeutet: Bilder scannen, ordnen und vor allem auch zuordnen, denn: „Viele Bilder sind gut, aber man weiß zunächst nicht, was drauf ist“, sagt Wutz. Da ist Detektivarbeit von Nöten.

Wagner: Lange Tradition

Gut, wenn der Archivar weiß, wie beispielsweise das Atelier der Fotografen-Dynastie früher ausgesehen hat. Oder er konnte anhand des Motivs sehen, dass das Foto aus dem Haus der Familie Wagner am Stadtplatz geschossen wurde. Sowohl Kulturamtsleiterin Karin Stelzer als auch Wutz würdigten die fotografische Leistung der Familie Wagner, die sich bereits in fünfter Generation dem Thema widmet. Wutz: „Die Familie Wagner hat hinsichtlich Fotografie in der Stadt Furth im Wald und in ihrem Umland Maßstäbe gesetzt. Bereits im Jahr 1885 betrieb der Buchbinder Max Wagner im Anwesen am Stadtplatz ein Fotoatelier.“

Nach Max Wagner sen, Max jun., Hermann und Helmut, der zur Ausstellungseröffnung gekommen war, führt Philipp Wagner das Unternehmen bereits in der fünften Generation. „Bilder des Drachenstich-Geschehens wurden seit über 100 Jahren von den Wagners angefertigt. Die älteste bekannte Aufnahme ist datiert im Jahr 1882.“ Eben diese Aufnahme bildet den Auftakt der insgesamt 17 großformatigen Fotografien. Sie zeigt das Ritterpaar Franz Wild und Barbara Kellner. „Die Aufnahme ist trotz ihres Alters von 141 Jahren sehr gut erhalten.“ Trotzdem ist die Qualität der gezeigten Exponate natürlich nicht ohne Bearbeitung möglich. Weil die alten Aufnahmen häufig Knicke, Kratzer und Ähnliches aufweisen, müssen sie aufwendig digital bearbeitet werden. Zwei bis drei Stunden pro Fotografie sind da keine Seltenheit. Interessant war für Wutz auch zu beobachten, dass um das Jahr 1929 die Qualität der Bilder hochwertiger wurde. „Offenbar machte damals die Kameratechnik einen großen Fortschritt.“

Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen: Die erste Farb-Fotografie des Drachenstichs. Sie entstand im Jahr 1951 und zeigt unter anderem das Ritterpaar Gertrud Schrott und Sebastian Scheuer. Neben den 17 ausgestellten Aufnahmen sind neun weitere als Projektionen auf einer Leinwand zu sehen.

Der Georgssaal, der für Wutz der perfekte Ort für Ausstellungen dieser Art ist, soll auch in Zukunft mit fotografischen Schmankerln bestückt werden. Zunächst sei daran gedacht, bekannte Further Familien zum Zuge kommen zu lassen. „Konkret sind an erster Stelle drei Unternehmen beziehungsweise die damit verbundenen Familien im Blickpunkt.“ Neben der Familie Wagner seien dies die nicht mehr existierenden Ateliers der Familien Schmid und Böhm.

Weitere Ausstellungen

In Zukunft ist vorstellbar, dass weitere Further Fotografen, die ihrerseits viele hervorragende Motive in ihren Sammlungen haben, zum Zuge kommen. „Die Wahl des Einzelthemas ist variabel“, so Wutz.

Sicher ist: Langweilig wird es Fred Wutz, der auch Unterstützung von Katharina Drescher-Seidl, Kulturwissenschaftlerin in Diensten der Stadt, bekommt, sicher nicht: Insgesamt rund 150000 Fotos liegen digitalisiert im Stadtarchiv. „Der Bestand wächst glücklicherweise ständig.“

Die Ausstellung im Landestormuseum läuft bis zum 17. September. Museumseintritt: 4,50 Euro. Öffnungszeiten: Di. bis So. von 11 bis 16 Uhr. Während des Drachenstichs ist das Museum an Spieltagen bis 19.30 Uhr geöffnet.

Die Aufnahme einer Bläsergruppe, datiert aus dem Jahr 1895, ist im Atelier Wagner entstanden.
Perfekte Wagner-Bildqualität 1936: Ritterin Minna Wiesneth
Fred Wutz ehrt mit seiner Ausstellung auch die Leistung der Familie Wagner, die seit über 100 Jahren den Drachenstich fotografiert. Foto: Frimberger