Kaffee, Kuchen und Karikaturen in der L‘ osteria del Drago am Stadtplatz in Furth im Wald

Von Alfred Wutz · 31. Juli 2023 um 11:00

Im Schaufenster sind einige Drachenstich-bezogene Karikaturen zu sehen, und auch die weitere Dekoration ist ein Hinweis, dass am Further Stadtplatz schon bald ein leerstehendes Ladenlokal wiederbelebt wird: „L‘ osteria del Drago“ – die „Taverne des Drachen“ – wird Anfang August eröffnet. Rudolf Troppmann und Mirko Capillera haben sich eigentlich per Zufall hier wieder getroffen und kurzfristig den Start in ein interessantes Projekt beschlossen.

Rudolf Troppmann ist zwar noch in Weiden zu Hause, jedoch durch seine Heirat mit einer Furtherin „fast schon hierher umgezogen“, wie er sagt. Dass er im Café Portofino am Stadtplatz – wo er vorzugsweise seinen Espresso trinkt – mit Mirko Capillera (der früher in Weiden arbeitete) einen alten Bekannten traf, ergab dann die Idee, gemeinsam eine Lokalität mit zwei Funktionen zu eröffnen.

Beachtliche Fangemeinde

Mit dem kürzlich geschlossenen Wald-Café, unmittelbar neben dem Portofino, war der perfekte Ort sofort gefunden. Kaffee und Kuchen wird es da geben, bayerisches und italienisches Frühstück, natürlich auch italienischen Wein. Vor allem aber ist die „Taverne des Drachen“ auch Ausstellungsraum für Rudi Troppmanns künstlerische Arbeiten.

„Rudi“, wie sich der Zeichner kurz und bündig nennt, ist mit seinen Karikaturen dank Internet bereits ein Begriff. Dass der Mann über eine beachtliche Fan-Gemeinde verfügt, begründet sich in seiner früheren beruflichen Tätigkeit als Art Director und Produktmanager für Werbung und Grafik bei WITT Weiden. Dort war er nach einer Ausbildung für Kartentechnik bei der Bundeswehr und einem Grafik-Design-Studium gelandet. 37 Jahre lang war Rudolf Troppmann in verantwortlicher Stellung, dabei weltweit unterwegs und vor allem immer wieder zeichnerisch tätig. „Damals gab es noch keinen Computer, jeder Entwurf wurde von Hand gezeichnet, dann erst kam die Fotografie ins Spiel,“ berichtet „Rudi“ – und dass ihn von Anfang an die Karikatur oder die besondere Zeichnung reizte und begleitete.

„Ich wollte immer zeichnen, immer wieder habe ich für Kollegen und Konzernmitarbeiter etwas gemacht – Grußgarten, Plakate, Comics und Karikaturen.“

Mit dem Eintritt in den Ruhestand entschloss sich der Zeichner, „doch noch irgendetwas zu machen“. Der Zufall ergab nun dieses Projekt mit der „Taverne des Drachen“. Doch „Rudi“ hat auch noch andere Ideen im Kopf. „Gerade bin ich dabei, eine Comic-Familie zu entwickeln.“ Die solle nach Möglichkeit in Europa und weltweit weiteren 14 Ländern zum Einsatz kommen. Ende des Jahres 2023 sei als Termin ins Auge gefasst, momentan sei aber noch die urheberrechtliche Schiene in Arbeit. Auch eine eigene Kollektion von „Bierfilzl“ – in Anlehnung an Bruno Haberzettl und dessen Bierwerkstatt sei denkbar, erzählt Rudolf Troppmann.

Spätestens damit ist die ganze Angelegenheit beim Further Drachenstich angelangt. Denn „Rudi“ hat bereits eine erste Serie von Bierfilzl herstellen lassen. „Die sind begehrt,“ erzählt der Künstler. Und wer die runden Pappendeckel auch nur kurz betrachtet, versteht das. Da ist nämlich ein Drache zu sehen, der zusammen mit dem Ritter ein Bier trinkt. Ein anderes Filzl zeigt die Ritterin und das Untier – auch beim Gerstensaft.

Die kommentierende Bildbeschreibung tut ein Übriges, denn da heißt es: „Best friends forever!“ bzw. „Hätte der Drache Bier besessen, hätt‘ er die Jungfrau nicht gefressen!“ Der Drachenstich liefert dem Karikaturisten aber auch noch weitere Motive. Das gibt es eine Festtafel, frei nach Leonardo da Vincis Abendmahl, an der sich der Drache und die Hauptdarsteller des Festspiels gütlich tun, und ein paar weitere charakteristische Szenen. In der „Taverne des Drachen“ hängen auch noch ganze Serien von Rudi-Karikaturen, die mit aktuellen Ereignissen, natürlich mit Politik und mit dem täglichen Leben zu tun haben. Abwechslung ist dabei genügend geboten. Ein Blick auf die Internet-Präsentation des Künstlers erklärt sein Selbstverständnis, wenn er schreibt: „Heute ist das Recht auf Karikatur ein Grundprinzip unserer Kultur.“

Besondere Ausdrucksform

„Karikatur ist eine besondere Form der Sichtweise, die bewusst übertreibt und zuspitzt Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern. Das kann manchmal auch ins Auge gehen, siehe Charlie Hebdo. Aber: Gemordet hat nur die Gegenseite.“ In diesem Sinne freut er sich zusammen mit Miko Capillera auf die Taverne des Drachen.

Rudolf „Rudi“ Troppmann (l.) und Mirko Capillera starten am Further Stadtplatz ein neues gemeinsames Projekt.
Begehrt sind die Bierfilzl mit dem Drachen und dem Ritterpaar. Eine zweite Auflage ist schon in Arbeit.