Dimpfl-Bräu: Matthias Strauß holt zwei Braumeister als mögliche Nachfolger ins Unternehmen

Von Alexander Frimberger · 25. Juli 2023 um 17:00

Alles bleibt beim alten und doch wird vieles neu. So kann man die aktuelle Entwicklung der Further Dimpfl-Brauerei beschreiben. Zwei junge Brauer wollen ab Oktober frischen Wind in die altehrwürdigen Gemäuer blasen.

Gegründet wurde Dimpfl-Bräu im Jahr 1900 vom Großvater des derzeitigen Brauerei-Besitzers Matthias Strauß. Fritz Dimpfl hatte zum damaligen Zeitpunkt das ehemalige Kommunbrauhaus übernommen. Bis heute und auch in Zukunft sollen dort die auf vielen Festen beliebten Dimpfl-Biere gebraut werden.

Kampl-Bier kommt dazu

Seit 2021 machen die beiden Braumeister Jochen Seidl und Bernhard Lehrhuber als Lohnbrauer im Hause Dimpfl ihr eigenes Bier, das Kampl. Sogenannte Lohnbrauer nutzen freie Kapazitäten, produzieren und lagern ihren eigenen Gerstensaft (wir berichteten), sind somit so etwas, wie Untermieter.

Ab Oktober wird sich am bisherigen beruflichen Verhältnis etwas grundsätzlich verändern. „Wir haben bei unserem alten Betrieben gekündigt und werden von Matthias Strauß angestellt“, sagt Lehrhuber. Damit soll auch garantiert sein, dass es in Zukunft bei Dimpfl weitergeht und die Brauerei nicht das gleiche Schicksal ereilt wie Hofer und Späth, die erst geschlossen wurden und im Zuge der aktuellen Baumaßnahmen der Stadt Furth im Wald vom Erdboden verschwunden sind.

Im Moment wollen sich die beiden Brauer erst einmal auf Furth im Wald eingrooven, ausloten, wie die Zusammenarbeit mit Brauereibesitzer Strauß klappt. Dann soll besprochen werden, wie es in Zukunft weitergehen kann. „In ein bis zwei Jahren will sich Matthias aus dem Tagesgeschäft zurückziehen.“ Auch wenn Strauß nicht ganz von der Brauerei-Bildfläche verschwinden wird, so heißt das wohl, dass Lehrhuber und Seidl übernehmen werden. „Ich finde es einen tollen Charakterzug, dass er uns gefragt hat. Es ist ja schließlich sein Bier und seine Brauerei, die er mit Leidenschaft führt“, sagt Lehrhuber und ergänzt: „Strauß hat zu mir gesagt, dass hier seit vierhundert Jahren Bier gebraut wird und dass das auch so bleiben soll.“Geplant war der Schritt wohl schon länger. Mit Blick auf die schwieriger werdende Situation für kleinere Brauereien hat Strauß bereits im April gegenüber unserer Zeitung gesagt: Auch wenn er sich in einigen Jahren zur Ruhe setzt, werde es in Zukunft trotzdem weitergehen. „Wir haben auch mit Matthias Sohn gesprochen, der ebenfalls Braumeister ist. Er ist mit der neuen Zukunftskonstellation einverstanden“, so Lehrhuber. Die ganze Entwicklung bis zum aktuellen Staus quo war wohl vorherbestimmt. Seidl und Lehrhuber lernen sich auf dem Oktoberfest kennen. Der eine arbeitet am Ausschank im Hackerzelt, der andere im Hofbräu-Zelt. Die Chemie stimmt von Anfang an, „wir haben die gleiche Idee vom Bierbrauen.“ Sie beschließen neben ihren eigentlichen Brotjobs als Lohnbrauer den eigenen Gerstensaft, das Kampl, zu produzieren. Als sie 2021 bei Dimpfl-Bräu anfragen, ist Matthias Strauß sofort von der Idee begeistert. Ähnlich begeistert waren die beiden Braumeister dann bei Dimpfl einzusteigen.

Dimpfl-Bier bleibt in Furth im Wald

Freunde der Dimpfl-Biere müssen keine Angst haben, dass es vom Markt verschwindet. „Egal ob Helles, Cave oder Festbier, alles wird nach Originalrezepten weitergebraut“, verspricht Lehrhuber. Das gilt auch für die Limonaden aus eigener Produktion. Dazu kommen dann die Kampl-Biere: Das Helle und das leichte Helle sowie ein Weihnachtsbier (ab 1. Advent, so lange der Vorrat reicht) und ein Kirtabier (Ende August bis Anfang November).

Und was ist für die Zukunft geplant? „Mittelfristig wollen wir ein dunkles Bier brauen und langfristig vielleicht auch mal ein Weißbier.“ Letzteres ist aber noch Zukunftsmusik, weil das obergärige Brauverfahren der Weißbiere Wärme benötigt. Die Voraussetzungen sind noch nicht geschaffen.

Jochen Seidl (li.) und Bernhard Lehrhuber. Fotos: Frimberger