Neues Sportheim in Neukirchen Balbini: Ein Ort hilft zusammen

In diesen Umkleidekabinen haben sich ganze Spielergenerationen umgezogen und geduscht. Davon zeugen nicht nur die abgenutzten Bänke, Wände und Türen – auch die schweißlastige und modrige Geruchsmischung dort macht deutlich, dass das Sportheim der Spielvereinigung Neukirchen-Balbini in die Jahre gekommen ist.
Die Mängelliste des 43 Jahre alten Gebäudes ist lang: Das Fenster und das Dach sind undicht, die Sanitäranlagen sind nicht mehr zeitgemäß und die Platzverhältnisse sind zu beengt. Trotz Instandhaltungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren hätte eine Renovierung keinen Sinn mehr gemacht. Ein Neubau muss her. „Irgendwann weißt du, dass kein Weg mehr dran vorbeiführt“, sind sich der Vorsitzende Markus Schlegel und sein Stellvertreter Matthias Schell einig.
Darum wird das Sportheim der SpVgg Neukirchen-Balbini demnächst teilweise abgerissen. Der Teil, in dem sich die Kabinen, Duschen und Toiletten befinden muss einem Neubau weichen. Der Rest des Sportheims mit Küche, Stüberl, Schießstand und der überdachten Freifläche bleibt erhalten – wird aber trotzdem modernisiert.

Ziel: Rohbau bis Jahresende
Zwischen dem Altbau und dem Neubau soll ein fünf Meter langer Freiraum entstehen, aus Brandschutzgründen. Ziel des Vereins ist, den Rohbau bis Ende des Jahres fertiggestellt zu haben.
Dass es keinen kompletten Neubau gibt, hat einen Grund. Die Spielvereinigung profitiert von einem Sonderförderprogramm des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV). Damit können 55 Prozent des insgesamt 499 000 Euro teuren Projekts vom BLSV übernommen werden. Diese Förderung bezieht sich aber lediglich auf Funktionsräume, die für den Spielbetrieb absolut notwendig sind. Der Neubau von Kabinen und Duschen kann dadurch also gefördert werden, Küchen und Gemeinschaftsräume fallen beispielsweise aber nicht darunter. Den Zuschuss gibt es außerdem nur für einen Neubau, nicht für eine Sanierung.
Also hat sich die Spielvereinigung für diesen Weg entschieden. „Dadurch ist es für uns jetzt finanzierbar“, sagt Markus Schlegel. Der Verein müsse nicht einmal ein Darlehen aufnehmen. Ohne viele Spender und Gönner, darunter BLSV und Gemeinde, wäre das aber nicht möglich, betonen Schlegel und Schell. Denn einen Zuschuss in Höhe von 180 000 Euro für den Sportheim-Neubau und die Sanierung der Tennisplätze kommt auch vom Markt Neukirchen-Balbini. Bürgermeister Markus Dauch (Bürgerliste) ist das ein Herzensanliegen: „Mir und dem Gemeinderat ist das sehr wichtig. Die hervorragende Jugendarbeit der Abteilung Fußball und Tennis lässt keine Zweifel aufkommen das der Bestand des Vereins in irgendeiner Form gefährdet ist“, sagt Dauch.

Somit sei das Geld für die nächste Generation gut angelegt. Zudem fänden viele Sportbegeisterte bei der SpVgg eine zweite Heimat. Das ist sicher ein Grund, warum auch die Mitglieder mit vereinten Kräften zusammenhelfen.
Mitglieder unterstützen viel
Einer von ihnen ist Lothar Jobst. Er kümmerte sich um die Planung und Finanzierung und hat die Anträge beim BLSV eingereicht. Jobst verfüge über ein gutes Netzwerk, erzählen Schlegel und Schell.
Aber auch viele andere Mitglieder helfen tatkräftig mit. Manfred Reinstein und sein Sohn Christoph haben beispielsweise die Pläne gezeichnet und Lukas Serwotka kümmert sich ums Mauern. Insgesamt sind 2500 Arbeitsstunden Eigenleistung der Mitglieder veranschlagt. „Zum Glück haben wir viele Handwerker im Verein“, sagen Schlegel und Schell. Doch sie stellen sich gerne der Maßnahme: „Es ist baulich notwendig und zugleich ein guter Sockel für zukünftige Generationen.“