Erste Interessenten nach Schließung des Röchling-Werks in Wackersdorf – doch noch ist es zu haben

Von Hubert Heinzl · 15. Juli 2025 um 05:00

Nach der Schließung des Röchling-Werks in Wackersdorf im Landkreis Schwandorf läuft die Suche nach einer Nachfolgenutzung auf Hochtouren. Nach Angaben aus der Gemeinde gibt es inzwischen „mehrere Interessenten“ für das 5,8 Hektar große Areal im Industriegebiet an der Ottostraße.

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Im Februar 2024 hatte die Röchling Automotive SE bekannt gegeben, dass das Werk in Wackersdorf im ersten Halbjahr 2025 geschlossen werden solle. Begründet wurde dieser Schritt mit einer Absatzdelle auf dem europäischen Automobilmarkt. Dieser verharre auf einem rund 20 Prozent niedrigeren Niveau als vor der Corona-Pandemie. Hinzu komme vor allem in Europa ein Umsatzrückgang bei Verbrennerprodukten, hieß es seinerzeit zur Begründung. Inzwischen ist der geplante Schritt vollzogen.

Die meisten Mitarbeiter haben einen neuen Job

Der Großteil der rund 90 ehemaligen Mitarbeiter sei bei anderen Unternehmen in der Region untergekommen, auch dank der Mitwirkung der Gemeinde, informierte Wackersdorfs Pressesprecher Michael Weiß auf Anfrage der MZ. Vier Mitarbeiter seien noch vor Ort und bis Herbst mit der Abwicklung der Standortschließung beschäftigt. Bis Jahresende will Röchling nach eigenen Angaben das Werk verkauft haben.

Vollzug melden konnte Weiß zwar noch nicht. Doch es gebe „mehrere Interessenten und Optionen“, erklärte er. Das Unternehmen und die Gemeinde Wackersdorf stünden in dieser Sache im engen Austausch. „Gespräche laufen. Auch weitere Interessierte können sich nach wie vor mit Röchling in Verbindung setzen“, so der Pressesprecher.

In Wackersdorf hat Röchling Automotive seit 1997 Kunststoffkomponenten für Fahrzeuge internationaler Marken gefertigt, darunter Bauteile für den Unterbodenbereich, Verkleidungen, Motorraumabdeckungen oder Luftklappensteuerungssysteme. Die Produktionsvolumina wurden nach Angaben des Unternehmens inzwischen von anderen Standorten übernommen.

Andere Werke sollen besser ausgelastet werden

Die Röchling Gruppe geht davon aus, dass die mit der Werksschließung in Wackersdorf einhergehende „Transformationsstrategie“ hin zur Elektromobilität am Ende auch greift. Röchling Automotive habe sich „in einem wandelnden Markt behauptet“ und im Geschäftsjahr 2024 eine „stabile Umsatzentwicklung“ erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung der Unternehmensgruppe. Im Mittelpunkt der Strategie hätten „die Stärkung der eigenen Entwicklungskompetenz, eine noch engere Zusammenarbeit mit Kunden sowie die bessere Auslastung der weltweiten Kapazitäten“ gestanden.