Das Röchling-Werk in Wackersdorf schließt Ende Juni – Und dann?

Von Philipp Breu · 4. Juni 2025 um 05:00

Das Jahr 2024 war noch gar nicht alt, da wurde aus der Wackersdorfer Wirtschaft im Landkreis Schwandorf eine Hiobsbotschaft verkündet: Die Röchling Automotive SE schließt ihr Werk Mitte 2025, gab das Unternehmen damals Ende Februar bekannt. Am 30. Juni wird es nun soweit sein. Doch was folgt dann?

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Die Belegschaft hatte aufgrund der schlechten Auftragslage bereits eine düstere Vorahnung. Dennoch stand ihnen der Schock ins Gesicht geschrieben. Am 28. Februar 2024 verkündete die Röchling Automotive SE, dass das Werk in Wackersdorf keine Zukunft mehr hat und bis Mitte 2025 geschlossen wird.

Der weltweit tätige Kunststoffverarbeiter für die Automobilindustrie reagierte damit auf die veränderte Marktlage in Europa, begründete der Konzern seinerzeit in einer Pressemitteilung die Entscheidung. Nach den dramatischen Umsatzeinbrüchen während der Coronapandemie und mit der fortschreitenden Verschiebung von Verbrenner- zu Elektrofahrzeugen hätte sich der europäische Automobilmarkt auf einem um rund 20 Prozent niedrigeren Niveau als vor der Pandemie stabilisiert.

Seit 1997 in Wackersdorf ansässig

Und wenn etwa ein Fünftel weniger Fahrzeuge produziert werden, bleibe auch der Bedarf an Bauteilen der Zulieferer etwa ein Fünftel unter dem, der noch vor einigen Jahren verkauft wurde. In Wackersdorf produzierte Röchling Automotive seit 1997 Komponenten für Fahrzeuge internationaler Marken. Dazu zählen Bauteile für den Unterbodenbereich, aerodynamische Verkleidungen und Abdeckungen, Luftklappensteuerungssysteme sowie Motorabdeckungen.

Trotz der bitteren Nachricht ging die Produktion am Standort Wackersdorf erstmal weiter. Am 30. Juni ist aber endgültig Schluss, wie das Unternehmen nun auf Nachfrage bekanntgab. Immerhin: Ein Großteil der rund 90 betroffenen Mitarbeiter habe zwischenzeitlich neue Arbeitsplätze gefunden, heißt es. Auch innerhalb der Röchling Group sei man bemüht, eine alternative Beschäftigung in einem anderen bayerischen Werk zu finden.

Wackersdorfer Röchling-Werk wurde noch nicht verkauft

So weit so gut, doch wie geht es nach dem 30. Juni weiter? Das Werk sei noch nicht verkauft worden, heißt es auf Nachfrage. Somit wird ab 1. Juli eine kleine Anzahl an Mitarbeitern die noch ausstehenden Restarbeiten am Werk in Wackersdorf erledigen. Es bestehe aber nach wie vor Interesse an dem Standort. Die Geschäftsführung gehe von einem Verkauf noch in diesem Jahr aus. Das würde auch Bürgermeister Thomas Falter begrüßen. Schließlich geht es um 58.000 Quadratmeter.