Zukunftsatlas zeigt: So sind die Städte und Landkreise in der Oberpfalz aufgestellt

Von Gerd Otto · 15. Juli 2025 um 05:00

Der Zukunftsatlas der Prognos AG ordnet alle drei Jahre die 400 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland nach ihrer Zukunftsfähigkeit. Landräte und Oberbürgermeister ordnen die regionalen Ergebnisse ein.

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„Am Ende sind es unsere Unternehmen, die unsere Stadt zu einem Top-Standort machen.“ Dass es Regensburg im Zukunfts-Ranking der Prognos AG mit Platz 8 erstmals unter die Top 10 der bundesweit 400 kreisfreien Städte und Landkreise geschafft hat, wird von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zwar als großer Erfolg gewürdigt und auf vielfältige städtische Initiativen zurückgeführt. Den Spitzenplatz im Zukunftsatlas hätten sich aber vor allem die Firmen mit ihren Mitarbeitern erarbeitet, ist der Leiter des Amtes für Wirtschaft und Wissenschaft der Stadt, Toni Lautenschläger, ebenso überzeugt – auch wenn nachhaltige Rahmenbedingungen und aktives Innovationsmanagement natürlich dazu beitragen würden, den Standort „zukunftsfest“ zu gestalten.

Regensburg sei mehr denn je von einem hohen Maß an Diversifikation geprägt. „Regensburg bedeutet natürlich Automobil, aber eben nicht nur“, so Lautenschläger und verweist auf den Bereich Energie, wo „tolle Akteure derzeit enorme Stabilität in den Standort bringen“. Für die Zukunftsfähigkeit stehe aber vor allem die Hochschul- und Bildungslandschaft. Das enge Miteinander von Wissenschaft und Wirtschaft zahle sich aus.

OTH Amberg-Weiden als „starkes Pfund“ für die Zukunftsfähigekeit der Oberpfalz

Obwohl Amberg – im Zukunftsatlas auf Platz 188 – als mittelgroße Stadt mit den Strukturen und Clustern à la Regensburg nicht mithalten könne, betont Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) dennoch den Anspruch, im vorderen Mittelfeld platziert zu sein. Trotz der Herausforderungen – Amberg hat die höchste Dichte an Industrie-Arbeitsplätzen in der gesamten Oberpfalz – sieht Cerny seine Region für die Zukunft gut aufgestellt. Er verweist hier insbesondere auf die wachsende Gründerszene, die man gezielt unterstütze, zumal die mittlere Oberpfalz mit der OTH Amberg-Weiden über ein „starkes Pfund“ verfüge: „Sie ist ein zentraler Partner, wenn es zum Beispiel um Fachkräfte geht.“

Als „Stärke unserer Region“ nennt vor allem der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) die Fähigkeit, nicht nur Chancen zu erkennen, sondern auch ihre Umsetzung selbst in die Hand zu nehmen. Obwohl er die Methodik des Zukunftsatlas nicht immer nachvollziehen könne, sieht der Oberpfälzer Bezirkstagspräsident seinen Landkreis – mit Platz 183 immerhin das beste Ergebnis seit Beginn der Studie – auf einem soliden Fundament. Löffler ist überzeugt: „Cham bleibt eine Region mit Perspektive.“ Neben der Energieversorgung verweist er insbesondere auf die digitale Teilhabe, indem man den Glasfaserausbau in die eigenen Hände genommen habe. Aber auch Innovationen könnten im ländlichen Raum entstehen, der Technologie Campus Cham mit seinen 850 Studierenden mache die Region „fit für morgen“.

Landkreis Regensburg macht im Prognos-Zukunftsatlas Plätze gut

Im Prognos-Ranking deutlich nach vorne geschoben hat sich der Kreis Regensburg, von 183 vor drei Jahren auf Rang 73. Für Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) bedeutet das: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“ Es werde deutlich, dass im Landkreis die richtigen Prioritäten gesetzt würden. Als Beispiel nennt Schweiger Aktivitäten im Bildungsbereich, beim Breitbandausbau, der Energieversorgung, der Fachkräftesicherung oder der Mobilitätsinfrastruktur sowie der Gesundheitsversorgung.

Als Landrat des Kreises Schwandorf, der auf Platz 155 rangiert, verweist Thomas Ebeling (CSU) auf das Bevölkerungswachstum der letzten Jahre, was deutlich mache, „dass wir eine interessante Region sind“. Gerade der Tourismus habe sich stark entwickelt und halte noch Potenzial bereit. Gleichzeitig wolle man auch die Innovationskraft der Unternehmen weiter unterstützen sowie für junge Firmen und Gründungen attraktiv bleiben. Das entstehende Technologie-Transferzentrum werde „neue Horizonte für die heimische Wirtschaft öffnen“.

Ranking: Landkreis Kelheim liegt in den Top 100

Für den auf Rang 101 platzierten Kreis Neumarkt erwartet Landrat Willibald Gailler (CSU) weiterhin sehr gute Wachstumsperspektiven. Man selbst trage dazu mit Projekten wie der Stärkung des Technologiecampus Parsberg/Lupburg, mit einer Innovationstransferstelle für den Mittelstand sowie der Erweiterung der Technikerschule bei. Um sich weiter zu entwickeln, habe man auch das „Zukunftsfeld Angewandte KI“ im Auge.

Der Kreis Neustadt/Waldnaab ist auf Platz 193 weitaus besser platziert als die Stadt Weiden mit Rang 251. Landrat Andreas Meier (CSU) betont, man sei auf die wirtschaftliche Resilienz und breite inhaltliche Aufstellung der Wirtschaft mit zum Teil Weltmarktführern durchaus stolz – nicht von ungefähr der Slogan: „In Neustadt denken und erfinden wir Landleben neu.“

Allein schon die geografische Lage mitten in Bayern und in direkter Nähe zu den Oberzentren Regensburg, Landshut und Ingolstadt mache den Landkreis Kelheim – Platz 81 – ausgesprochen zukunftsfest, ist Landrat Martin Neumeyer (CSU) überzeugt. Neben der Fachakademie für Sozialpädagogik und dem neuen staatlichen Gymnasium in Rohr erwähnt Neumeyer Projekte wie den Open Regional Campus (ORCA). Aber auch die Zusammenarbeit mit der Energieagentur Regensburg und die gemeinsamen Bemühungen bei der Nutzung von Wasserstoff dürften laut ihm künftig relevant sein.