Bessere Stimmung im ostbayerischen Handwerk – ist das die positive Wende?

Die wirtschaftliche Talsohle scheint bei vielen Handwerksbetrieben in Ostbayern zumindest vorerst durchschritten: Der Geschäftsklima-Index der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz stieg erstmals seit einem Jahr wieder in den positiven Bereich und erreicht mit einem Wert von acht Prozentpunkten den höchsten Wert seit Anfang 2023. Die leichte Erholung im zweiten Quartal sei auf eine verbesserte aktuelle Geschäftslage der Betriebe zurückzuführen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Demnach hat sich diese Entwicklung zuletzt bei allen Handwerksgruppen abgezeichnet. Die Betriebsauslastung sei deutlich gestiegen, heißt es von der Kammer – und das, obwohl es bei den Auftragseingängen kaum Veränderungen gegeben habe. Letztere sei bei jedem zweiten Unternehmen unverändert zum Vorquartal. Rund 24 Prozent, immerhin etwas weniger als im vorangegangenen Bericht, berichten laut Mitteilung von sinkenden Auftragseingängen.
Der Ausblick der Betriebsinhaber bleibe deshalb eher verhalten, teilt die Handwerkskammer mit. Für deren Präsidenten Georg Haber ist das durchaus nachvollziehbar: „Ein sehr großer Teil der Betriebe geht zwar von keiner weiteren Verschlechterung aus. Gleichzeitig sieht aber auch nur jeder zehnte Betrieb eine weitere Verbesserung.“ Klare Impulse für eine deutliche Verbesserung der konjunkturellen Gesamtsituation würden weiterhin fehlen, kritisiert Haber. Er fordert: „Vom beschlossenen staatlichen Investitionspaket von Bund und Ländern müssen dringend auch der Mittelstand und das Handwerk profitieren.“
Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz: Noch keine Wende
Von einem „Turnaround“ kann laut Handwerkskammer aber noch keine Rede sein. Immerhin: Umsatzentwicklung und Betriebsauslastung seien im zweiten Quartal für viele Unternehmen positiver gewesen. Erstmals seit acht Quartalen meldeten die Betriebe laut Kammer mehrheitlich keine rückläufigen Umsatzzahlen mehr. Jeder vierte Betrieb habe sogar steigende Umsätze verbucht, heißt es weiter. Rund ein Fünftel kämpfe hier aber weiterhin mit rückläufigen Zahlen.
Wenig einheitlich ist auch das Bild bei der Investitionsbereitschaft. Gerade im Kraftfahrzeuggewerbe waren der Mitteilung zufolge zuletzt mehr Betriebe zurückhaltend. Gleichzeitig hätten sich in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf und im Ausbaugewerbe, dort sogar mit dem höchsten Wert seit 2019, die Betriebe investitionsfreudiger gezeigt, teilt die Kammer mit. Die Beschäftigungszahl sei bei 72 Prozent der Betriebe konstant geblieben.