Wirtin hat überraschend hingeschmissen: Hallenbadcafé in Schwandorf sucht neuen Pächter

Von Philipp Breu · 13. Juli 2025 um 11:00

Es war ein eher kurzes Gastspiel: Nur wenige Monate, nachdem Tatjana Böhm das Café im Hallenbad in Dachelhofen übernommen hatte, muss die Stadt Schwandorf nun wieder nach einem neuen Pächter suchen. Es gibt bereits erste Bewerber.

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Seit mehreren Wochen sind im Café an der Hallenbadstraße die Lichter aus. Auf den ersten Blick ist das nicht ungewöhnlich, schließlich endete auch die Saison im Hallenbad zum 30. April. Doch dann äußerte Wirtin Tatjana Böhm plötzlich den Wunsch an die Stadt, auch den Pachtvertrag vorzeitig zum 30. April zu beenden.

Diese Entscheidung habe die Verwaltung durchaus überrascht, wie der städtische Pressesprecher Andreas Hofmeister nun auf Nachfrage der MZ schildert. „Da die Stadt den Plänen der Pächterin nicht im Weg stehen wollte und sich das Hallenbad parallel dazu in die Sommerpause verabschiedet hat, ist sie dem Anliegen selbstverständlich nachgekommen. Die Stadt Schwandorf wünscht Tatjana Böhm für die Zukunft alles Gute und bedankt sich für die Zusammenarbeit“, so Hofmeister.

Ehemalige Wirtin startete im Dachelhofer Hallenbad mit viel Elan

Die Wirtin war seinerzeit mit viel Elan und neuen Ideen gestartet. Bei einem Gespräch mit der MZ im November vergangenen Jahres hatte sie noch angekündigt, aus der Gastronomie im Hallenbad eine Anlaufstelle über das ganze Jahr machen zu wollen. Das freute vor allem die Leute vom Stammtisch aus Dachelhofen, der sich seit Jahr und Tag hier trifft.

Insgesamt bestand zwischen der Pächterin und der Stadt Schwandorf stets ein vertrauensvolles Verhältnis.“

Andreas Hofmeister, Pressesprecher der Stadt Schwandorf

Auch die Stadt Schwandorf wollte die neue Wirtin bei den Plänen unterstützen. Sie erneuerte den Boden, tauschte das Mobiliar aus. Auch eine Terrasse für den Sommer war im Gespräch. Dort wollte Tatjana Böhm mit ihrem Lebensgefährten selbst gemachtes Eis verkaufen und damit den „Eis Piraten“ wieder aufleben lassen, den beide zuvor an der Wackersdorfer Straße, neben der Tankstelle Fischl, betrieben hatten.

Nun die Kehrtwende. Über mögliche Gründe hält sich die ehemalige Pächterin bedeckt. Auf mehrmalige Kontaktversuche der MZ reagierte sie nicht. Die Stadt Schwandorf sprach von der „ein oder anderen Anlaufschwierigkeit“. Damit sei aber jeder Neustart eines Gastrobetriebes verbunden. „Insgesamt bestand zwischen der Pächterin und der Stadt Schwandorf stets ein vertrauensvolles Verhältnis, und es fand in regelmäßigen Abständen gegenseitiger Austausch statt“, betont Pressesprecher Hofmeister.

Ein ähnliches Verhältnis würde sich die Stadt Schwandorf auch mit dem neuen Pächter wünschen, der gerade gesucht wird und ab 1. Oktober mit einem „aussagekräftigen Konzept“ durchstarten soll. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 21. Juli, erste Interessenten gibt es bereits. Der neue Wirt könne sich nach Worten der Stadt auf ein renoviertes und komplett neu bestuhltes Café mit 48 Sitzplätzen, eingebauter Küche und Lagerräumen freuen. Auch an der Errichtung einer rund 43 Quadratmeter großen Terrasse will die Stadt festhalten.

Neuer Pächter soll zuverlässig, kreativ und professionell sein

Das Hallenbadcafé soll auch künftig möglichst ganzjährig betrieben werden und zum „gemütlichen Verweilen“ einladen. Vom neuen Pächter erwartet die Stadt Zuverlässigkeit, Kreativität und Professionalität ebenso wie Freude am Umgang mit Menschen. Zudem sei Erfahrung in der Gastronomie wünschenswert sowie Flexibilität, weil das Café auch über die Öffnungszeiten des Hallenbads hinaus betrieben werden sollte.

Interessenten können sich bis 21. Juli an das Amt für Finanzen und Schulen in Schwandorf wenden und dort ihre Bewerbung abgeben. Weitere Auskünfte zum Pachtobjekt gibt es telefonisch beziehungsweise per E-Mail bei folgenden Ansprechpartnern: Enrico Blum, (0 94 31) 4 52 20, oder E-Mail an blum.enrico@schwandorf.de; sowie Michael Neidl, (0 94 31) 4 51 41, oder Mail an neidl.michael@schwandorf.de.