Ortsteil Dachelhofen hat Vorrang beim Hochwasserschutz in Schwandorf

Die Vorarbeiten für einen verbesserten Hochwasserschutz in Dachelhofen gehen in ihre finale Phase. Nun billigte der Planungsausschuss einstimmig die Entwurfsplanung, die die vorgesehenen Maßnahmen im Detail festschreibt. Mit dem Baubeginn ist aber frühestens in drei Jahren zu rechnen, und das nicht nur wegen des komplizierten Verfahrens. Es geht auch ums Geld.
Die Detailplanung, die Matthias Haselbauer von der Werner Consult Ingenieure GmbH den Stadträten präsentierte, orientiert sich weitgehend an früheren Entwürfen. Das Schutzkonzept für Dachelhofen besteht aus einem Bündel von Einzelmaßnahmen, die mit baulichen Eingriffen ganz unterschiedlichen Ausmaßes verbunden sind.
Beim Hallenbad sind keine Rodungen geplant
Im Norden des Stadtteils soll der Feldweg östlich des Hallenbads von der Uferstraße bis auf Höhe des Friedhofs verlängert und soweit erhöht werden, dass die Bebauung in diesem Bereich geschützt ist.
Westlich des Hallenbads bis zum Angerweg wird dasselbe Prinzip verfolgt – durch eine Erhöhung des Rettungswegs entlang der Naab. Und: „Der sehr schöne Bewuchs in diesem Bereich soll maximal geschützt werden. Auf Rodungen wollen wird komplett verzichten”, so Haselbauer. Im Westen der Ortschaft sind anschließend weitere Anhebungen des Straßenniveaus im Angerweg und der Georg-Feldmeier-Straße geplant.
Größere Baumaßnahmen sind im Süden des Stadtteils vorgesehen. Entlang der Fichtenstraße bis zur Kreuzung soll eine Hochwasserschutzwand errichtet werden. Weil der Bereich regelmäßig unter Wasser steht, ist auch ein Schöpfwerk geplant. Komplettiert wird der Hochwasserschutz durch einen befahrbaren Damm parallel zur Alustraße, der bis zum Firmengelände der Nabaltec reicht und auch von Lastwagen befahren werden kann. Wie Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) in der Sitzung betonte, entspricht das Konzept „im wesentlichen der Vorentwurfsplanung“.
Mögliche Schäden viel höher als die Kosten
Die geschätzten Baukosten, die ursprünglich auf 4,5 Millionen veranschlagt waren, liegen nach Angaben des Wasserwirtschaftsamts nun bei 6,3 Millionen Euro. 35 Prozent von dieser Summe, also 2,2 Millionen Euro, trägt entsprechend dem Finanzierungskonzept die Stadt Schwandorf. Sie kann diesen Anteil aber durch die Übernahme von Unterhaltsmaßnahmen verringern.
Der sogenannte Nutzenkostenfaktor liegt in Dachelhofen nach Berechnungen des Wasserwirtschaftsamts bei elf. Im Klartext: Die bei einem hundertjährlichen Hochwasser hochgerechneten Schäden könnten sich auf bis zu 70 Millionen Euro summieren und kämen damit elfmal so teuer wie die Investitionen in den Hochwasserschutz.
Die Fragen der Stadträte zur Entwurfsplanung zielten unter anderem auf den Schutz, den das Konzept bei noch größeren Hochwasserereignissen bieten kann. Laut Projektleiter Bastian Praller vom Wasserwirtschaftsamt Weiden wird es auch dann noch Spielräume geben. Die Baumaßnahmen seien für ein 100-jährliches Hochwasser und einen „zusätzlichen Klimafaktor von 15 Prozent“ ausgelegt, informierte er.
Die Frage von SPD-Stadtrat Manfred Schüller nach dem Baubeginn blieb offen. In früheren Präsentationen war noch von 2026 die Rede. Doch schon allein wegen des komplizierten Verfahrens kann es laut Praller „frühestens in drei Jahren“ losgehen.
Stau bei der Finanzierung durch den Freistaat
Dazu kommt ein Stau bei der Finanzierung: Nach Angaben des Projektleiters wurde der Topf für den Hochwasserschutz vom Freistaat trotz der gestiegenen Baukosten gedeckelt. Die logische Folge: Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen verzögert sich. Projekte mit hohem Nutzenkostenfaktor hätten allerdings Priorität, so Praller.
Nun sollen erst einmal die Anwohner in Dachelhofen über das entstandene Detailkonzept informiert werden. Anschließend geht es ins Planfeststellungsverfahren, an dessen Ende die Genehmigung des Hochwasserschutz-Projekts stehen soll.