Was hilft gegen lästige Staunzen? Regensburger Mückenforscher gibt Tipps

Mücken sind im vor allem im Sommer aktiv. Und sind wir einmal ehrlich: Mögen tun wir die lästigen Blutsauger nicht, ganz im Gegenteil. Der Regensburger Mückenforscher Dr. Martin Geier weiß, was sie anzieht und wie man sie fernhält.
Herr Dr. Geier, warum sind Mücken ein Sommerthema?
Dr. Martin Geier: Mücken legen ihre Eier in stehendes Wasser. Wärmere Temperaturen beschleunigen deren Entwicklungszeit. Dadurch gibt es mehrere Vermehrungszyklen und damit eine größere Population.
Welche Mückenarten sind in unserer Region verbreitet?
Geier: In Deutschland gibt es rund 50 Stechmückenarten, die drei Hauptgruppen zugeordnet werden. Hausmücken brüten in stehenden Gewässern, fliegen wenig und stechen vor allem abends und nachts. Tigermücken sind aggressiver, stechen auch tagsüber und breiten sich mehr und mehr aus. Überschwemmungsmücken legen ihre Eier in trockene Böden. Bei Hochwasser schlüpfen sie massenhaft und legen weite Strecken zurück.
Was Mücken anlockt
Was lockt Stechmücken besonders an? Etwa süßes Blut?
Geier: Mücken werden vor allem durch Kohlendioxid aus der Atemluft angelockt. Weitere Reize sind Stoffe auf der Haut wie Milch- und Fettsäuren und Ammoniak. Entscheidend ist nicht „süßes Blut“, sondern die individuelle Zusammensetzung dieser Lockstoffe, die bei jedem unterschiedlich ist.
Ist Schweiß ebenfalls ein Lockmittel für die Tierchen?
Geier: Im Schweiß sind Duftstoffe wie zum Beispiel Milchsäure enthalten. Das macht Menschen für Mücken attraktiver. Direkt nach dem Duschen ist dieser Effekt vorübergehend reduziert.
Warum können Mückenstiche auch gefährlich sein?
Geier: Tigermücken, die sich auch bei uns ausbreiten, können das Dengue-Virus übertragen, das Fieber, starke Gliederschmerzen und Übelkeit verursacht. Wichtig ist hier aber zu beachten, dass die Mücken etwa ein bis zwei Wochen zuvor einen Erkrankten stechen müssen. Das können infizierte Reiserückkehrer sein. Die Gefahr ist dafür bisher eher gering. Hausmücken stehen im Verdacht, das Westnil-Virus zu übertragen, das grippeähnliche Symptome auslösen kann. Dieses Virus stammt vor allem von infizierten Vögeln, die die Mücken ebenfalls einige Zeit vorher gestochen haben.
So hält man Mücken von Haus und Terrasse fern
Was hilft, die Plagegeister von Haus und Terrasse fernzuhalten?
Geier: Man kann die Regentonne mit einem engmaschigen Netz abdecken oder Mückenabwehrsprays, sogenannte Repellents, auf die Haut sprühen. Das ist aber wenig nachhaltig. Neu ist die Möglichkeit, Mücken mit speziell entwickelten Fallen im Garten zu bekämpfen und damit die Population einzudämmen. Denn Mücken verstecken sich in den Büschen und zwischen Pflanzen.
Wie genau funktionieren diese Mückenfallen?
Geier: Mein Kollege Dr. Andreas Rose und ich haben an der Universität Regensburg einen patentierten Lockstoff entwickelt, der vor allem Tigermücken anzieht. Die Fallen locken damit die Mücken an und sind völlig pestizidfrei. Um auch andere Mückenarten anzulocken und die Fangleistung zu steigern wird noch zusätzlich CO2 verwendet. Die Mücken werden durch einen Ventilatorstrom eingesaugt und vertrocknen in einem Fangsack. Im Gegensatz zu Insektiziden werden keine anderen Insekten angelockt und getötet. So wird die Mückenpopulation gezielt dort reduziert, wo sie stört: im Haus und im Garten.
