Nach Unterbrechungen seit dem Jahr 2022: Flutschutz Sallern in Regensburg kommt in Fahrt

Von Daniel Steffen · 9. Juli 2025 um 17:48

Die Ortsbegehung führte mitten ins Geschehen – und zwar in den Bereich der Sallerner Sportplätze, wo sowohl ein Deich als auch eine Hochwasser-Schutzmauer entstehen. Die Maßnahmen erstrecken sich über eine Länge von 750 bis 800 Metern und schreiten nach Förderungs-Verzögerungen baulich wieder gut voran.

„Seltene Linienführung“

Die besonderen Herausforderungen im Abschnitt skizzierte Gesamt-Projektleiter Rainer Zimmermann vom Wasserwirtschaftsamt Regensburg. So machte er auf die „ungewöhnliche Linienführung“ aufmerksam, bei der sowohl Sportplätze, das Vereinsheim des SV Sallern als auch Privatgrundstücke betroffen seien. Speziell im Falle des Sportheims gebe es in Bayern wohl keinen vergleichbaren Fall, merkte Zimmermann an.

Zudem zeichne sich der Abschnitt durch „viel Raum zwischen dem Fluss Regen und dem Hochwasserschutz“ aus. Dieser Raum werde inklusive der Sportplätze „deutlich aufgewertet“. Es entstünde ein neuer Flussraum und auch die Wegebeziehungen veränderten sich. Die Bauarbeiten machten deutlich, dass die neue Radweg-Trassierung nun ein Stück weiter vom Fluss entfernt liegt.

Sowohl der Deich als auch die Mauer sind großenteils schon gebaut – und im Bereich der geplanten Sallerner Regenbrücke klafft eine rund 70 Meter breite Lücke. „Wir sind ursprünglich davon ausgegangen, dass die Brücke bei Baubeginn des Hochwasserschutzes schon steht“, sagte Zimmermann über das Projekt, das weiterhin in der Schwebe steht.

An der Stelle solle nun der Deich aufgeschüttet werden, ob nun das Brücken-Projekt realisiert wird oder nicht. Es sei die „dauerhafte Lösung“.

Auch wenn es reizvoll erscheine: Der Deich soll nicht zum Begehen einladen und demnach auch so konzipiert werden. Wie Abschnitts-Leiter Andreas Dunst erläuterte, werde lediglich ein Betriebsweg angelegt, der aber nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist.

Abschluss bis Sommer 2026

Spannend wurde die Begehung vor allem am SV-Vereinsheim: Dort sind die Erdaufschüttungen beidseitig des Gebäudes bereits getätigt – und auch Fenster und Türen vor dem Hochwasser geschützt. Im Fall eines extremen Hochwassers würden die Schutz-Elemente vor die Fenster geklappt, führte Dunst vor. Während der Hauptplatz des SV Sallern an der selben Stelle bleiben kann, müsse das kleinere Spielfeld „wieder hergestellt“ werden. Zuvor befand es sich am Gebäude, wo nun der Deich entlang läuft. Den Abschluss aller Maßnahmen im Abschnitt sei „im Frühjahr/Sommer 2026“ zu erwarten.