Sanierung der Schloßbergkapelle in Rieden: Viele wollen ehrenamtlich anpacken

Von Michael Rabenhofer · 10. Juli 2025 um 05:00

Die heiße Phase der Sanierung der Schloßbergkapelle in Rieden (Landkreis Amberg-Sulzbach) steht bevor. Aus der vergangenen Sitzung gab es Beschlüsse des Gemeinderates über die Vergabe von Gewerken zu vermelden. Dabei war auch die ausführende Architektin Gertraud Bayerl aus Parsberg. Sie stellte zusammen mit Bürgermeister Erwin Geitner (CSU) die Ergebnisse der Ausschreibungen vor. Die hatten es in sich.

Das 1776 erbaute Kirchlein hat einen markanten Platz und ist weithin sichtbar. Oberhalb des Riedener Marktplatzes erreicht man die Kapelle auf dem Kalvarienberg durch viele Stufen über die Reitergasse und den Kreuzweg. Das kulturelle Kleinod wurde zuletzt in den 1990er Jahren vom Heimatverein saniert. Die Dauerbeschattung am Berg fördert allerdings die Durchfeuchtung. An der Sanierung ist auch das Denkmalamt beteiligt, da unter der verputzten Decke historische Malereien festgestellt wurden.

Gesamtsumme aus den Angeboten übersteigt veranschlagte Kosten deutlich

Die Kalkulation der Kosten beläuft sich auf 230.000 Euro, nun kamen also die Angebote der ausgeschriebenen Gewerke im Rathaus an. Insgesamt liegen die günstigsten Angebote bei 261.000 Euro. „Da musste ich erst mal durchschnaufen und mich setzen“, bekannte Bürgermeister Geitner.

Gerade etwa bei den Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten kam eine Summe von knapp 52.000 Euro zusammen. „Und das, liebe Räte, war das günstigste Angebot! Unsere Kalkulation war mit 37.600 Euro bereits hoch angesetzt“, so Geitner. „50.000 Euro für den Kapellen-Dachstuhl sind utopisch“, meinte Jürgen Färber (CSU). Er kündigte an, für die Dachstuhlarbeiten Angebote für Nadelholz als Baumaterial von den Bayerischen Staatsforsten einzuholen.

Ich rechne fest damit, dass wir uns dadurch soviel Geld sparen, um auf die veranschlagten 230.000 Euro zu kommen

Bürgermeister Erwin Geitner

Gleich im Anschluss gab es jedoch eine erfreuliche Nachricht vom Rathauschef: „Mich haben in der jüngsten Zeit mehrere ortsansässige Handwerker und Meister angesprochen, dass sie sich ehrenamtlich bei der Sanierung einbringen wollen. Ihnen liegt die Kapelle sehr am Herzen.“ Wie Geitner sagte, benötige er die Erlaubnis des Ratsgremiums, mit den beteiligten Firmen, die jetzt die Zuschläge bekommen, nachverhandeln zu dürfen. Dabei sollen die Eigenleistungen durch die Hand- und Spanndienste der Riedener Handwerker von den Angebotspreisen abgezogen werden. „Ich rechne fest damit, dass wir uns dadurch soviel Geld sparen, um auf die veranschlagten 230 000 Euro zu kommen“, zeigte sich Geitner erfreut.

Handwerker aus der Region ausgewählt

Bei den Malerarbeiten sieht es ähnlich aus. Hier bekam das Bauunternehmen Weigert aus Hohenburg als günstigste Firma mit 32.418 Euro den Zuschlag. Dafür stehen auch ortsansässige Maler bereit, mitzuhelfen. Die Angebote der Firmen sind freilich noch ohne Gegenrechnung der Eigenleistungen veranschlagt.

Die Spenglerei Reindl aus Rieden hatte mit 3900 Euro das günstigste von vier Angeboten für die Spenglerarbeiten abgegeben und erhielt den Zuschlag. Die Firma Wallner aus dem Ortsteil Vilshofen übernimmt die komplette Elektroinstallation mit einem Angebotspreis von 4273 Euro. Erstaunlich war, dass teilweise bis zu 13 Firmen für ein Gewerk angeschrieben wurden, manchmal aber nur zwei Angebote im Rathaus eingingen.

Fachleute aus dem Markt stehen bereit zu helfen

Einsparungen sahen die Räte auch bei den Gerüstarbeiten: Die Angebotsspanne lag zwischen 8441 und 11 407 Euro. Diese Ausschreibung konnte aufgehoben werden, da auch in diesem Fall Riedener Gerüstbauer ehrenamtliche Abhilfe versichert haben.

Den Auftrag für die Baumeisterarbeiten wird die Firma Bauunternehmen Weigert aus Hohenburg erhalten. Sie hatte mit knapp unter 50.000 Euro das beste Angebot abgegeben. Bei der Schloßbergkapelle hat der Denkmalschutz einen hohen Stellenwert. Für die restauratorischen Tätigkeiten erhielten die Spezialisten der Firma Fromm GbR aus Parsberg für 35.751 Euro den Zuschlag. Ein weiteres Angebot einer Lappersdorfer Firma belief sich auf 48 587 Euro.

Bürgermeister wird Nachverhandlungen mit den Firmen beginnen

Somit gab der Marktrat grünes Licht für die Ermächtigungen des Bürgermeisters für Nachverhandlungen und die Abschlüsse. Der überwiegende Teil der Arbeiten war somit durch die Beschlüsse vergeben worden. Man konnte die Erleichterung der Räte spüren, dass die Bereitschaft aus der Bevölkerung, gemeinsam für die Schloßbergkapelle die Ärmel hochzukrempeln oder Geld zu spenden, so groß ist.

An Fördermitteln rechnet man im Rathaus mit insgesamt 209.000 Euro. Ein Großteil der Zuschüsse wird durch die Fraktionsinitiativen von CSU und Freien Wähler im Bayerischen Landtag hereinkommen, die von den Abgeordneten Bernd Heinisch (FW) und Harald Schwartz (CSU) mit den Riedenern vorangetrieben wurden.

Dazu soll es Geld geben von der Bayerischen Landesstiftung, der Regierung der Oberpfalz, dem Landesamt für Denkmalpflege sowie vom Riedener Heimatverein. Auch Bürger haben finanzielle Unterstützung zugesichert, so etwa Bäckermeister Georg Grosser mit der Kapellenbrotaktion.