Thermische Wassernutzung möglich: Steinberger See könnte Teil der Wärmeplanung werden

Von Max Schmid · 10. Juli 2025 um 05:00

Der Gemeinderat hat den Antrag auf Erweiterung der Nutzung des Radverleihs mit Café am Steinberger See kurzfristig in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt. Im Mittelpunkt stand dann die Vorstellung der Bestandsanalyse bei der kommunalen Wärmeplanung – dabei geriet auch der Steinberger See in den Fokus.

Dazu konnte Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) Anna Schneidewind vom Institut für Energietechnik GmbH (IFE) aus Regensburg begrüßen. Die Referentin erläuterte dem vollzählig anwesenden Gemeinderat, dass die Grundlage für die Kommunale Wärmeplanung das Wärmeplanungsgesetz vom 1. Januar 2024 sei.

Die Kommunen werden darin verpflichtet, einen Wärmeplan aufzustellen, die Umsetzung aber sei keine Pflicht. Ähnlich einem Flächennutzungsplan wurde der Gemeindebereich Steinberg am See in der Planung in 15 Quartiere eingeteilt. Nur vier Quartiere könne man hinsichtlich der Wärmeplanung prüfen, der große Rest falle wegen Unwirtschaftlichkeit weg.

Erdwärmesonden könnten im Steinberger See versenkt werden

Schneidewind erläuterte mögliche Wärmeenergieformen wie Biomasse, PV-Anlagen auf Freiflächen oder Dächern oder Erdwärme. Auf Nachfrage von Bürgermeister Harald Bemmerl bezüglich einer möglichen Wärmerückgewinnung aus dem Wasser des Steinberger Sees sagte die Referentin, dass für eine Seethermie die grundsätzliche Eignung gegeben sei, es aber weiterer Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und wegen der Bergbaufolgelandschaft auch mit dem Bergamt bedürfe.

Der Einbau von Erdwärmesonden in den Steinberger See sei möglich, das Wasser müsse aber wegen der höheren Temperatur in rund 15 Metern Tiefe entnommen werden. Schneidewind schränkte ein, dass diese Versorgung nur in einem Radius von höchstens 1000 Metern vom Seeufer entfernt sinnvoll sei und das Wasser nicht kälter als drei Grad Celsius sein dürfe. Weitere mögliche Alternativen seien Grüngas oder Wasserstoff.

Das Zielszenario soll bis zum Monatsende definiert werden, dann könnte die Bürgerbeteiligung und die Terminfindung für ein Akteurstreffen folgen. Bürgermeister Bemmerl informierte, dass die Kosten für die Wärmeplanung zu 90 Prozent gefördert werden.

Kleine Änderungen in Sachen Gebietszugehörigkeit

Der Antrag auf Nutzungsänderung von bisher gewerblichen Laden- und Büroflächen in Wohnungen in der Nittenauer Straße wurde vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt. Zur Begründung hieß es, dass man die Brandschutzanforderungen an das Gebäude nicht einschätzen könne und deshalb dort eine Brandschau durchgeführt werden müsse. Erst danach könne man endgültig entscheiden.

Anfragen der SPD:

• Die SPD wollte wissen, ob durch die Post auch eine Packstation errichtet werde.

• Zudem sei seitens der Bürger eine Verkehrsschau in Waldheim angeregt worden. Grund dafür sei die schlechte Einsicht von der Siedlerstraße kommend auf den Radweg.

• Außerdem wurde von der Fraktion der Wunsch geäußert, ein Schild am Wasserloch aufzustellen, um auf ein Badeverbot für Hunde hinzuweisen.

• Bürgermeister Bemmerl versicherte, dass sich die Verwaltung mit den Anliegen auseinandersetzen werde

Zustimmung gab es für den Antrag auf Bauvorbescheid für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage am Reutinger Weg. Bürgermeister Bemmerl informierte über eine geringfügige Gebietsänderung im Bereich der Stadt Schwandorf und der Gemeinde Steinberg am See. Das Gremium stimmte der Gebietsänderung zu, demnach erhält Steinberg am See im Bereich der Gemarkung Klardorf von der Stadt Schwandorf 1,3199 Hektar, im Gegenzug gibt Steinberg am See im Bereich der Gemarkung Oder eine Fläche von 0,15 Hektar an Schwandorf ab.

Im weiteren Verlauf der Sitzung verwies Bemmerl auf die Verleihung des Siegels mit dem Titel „GigabitRegionBayern“ durch das Bayerische Staatsministerium für Finanzen und Heimat an die Gemeinde.

Taucher entdeckten Metallgestell im Steinberger See

Die weiteren Infos des Bürgermeisters umfassten Tauchgänge durch die Wasserwacht am Steinberger See und am Freizeitzentrum Wasserloch. Dabei wurde im Steinberger See ein Metallgestell gefunden, das im Bereich der Liegewiese knapp unter der Wasseroberfläche stand. Mitarbeiter des Bauhofs haben das Gestell mittlerweile entfernt und damit eine Gefahrenstelle beseitigt.

Bemmerl verwies auch auf den Sicherheitsbericht der Polizei für die Gemeinde, der kürzlich bekanntgegeben wurde, sowie auf die Eröffnung einer neuen Poststelle im Rathauscafé und eine geplante gemeinsame Sitzung mit den Gemeinderatskollegen aus Wackersdorf.